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Eicklingen Verbretterung sorgt für „dicken Hals“
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Eicklingen Verbretterung sorgt für „dicken Hals“
14:54 13.06.2010
Heiner Behrens, hier mit Enkel Laurien, ärgert sich über die Verbretterung der Wand des Schul-Anbaus.
Heiner Behrens, hier mit Enkel Laurien, ärgert sich über die Verbretterung der Wand des Schul-Anbaus. Quelle: Peter Müller
Eicklingen

Wenn Heiner Behrens aus Eicklingen an der alte Schule im Dorf vorfährt, bekommt er jedes Mal einen dicken Hals. Der Grund: Er ärgert sich, dass dort, wo einst der Flachdach-Anbau, der erst den Kindergarten und später den Jugendtreff beherbergte, an das rote Backsteingebäude stieß, dort jetzt nach dem Abriss eine Holzverbretterung zu sehen ist. Das für ihn historische Gebäude ist damit verschandelt, er findet den Anblick grauenhaft.

Ohne großen Mehraufwand hätte man diesen Außenwandabschnitt mit einem entsprechenden Vormauerziegel dem Gebäude anpassen können, meint Behrens. Und verweist darauf, dass ein gelernter Maurer zu den Mitarbeitern des Flotwedeler Samtgemeinde-Bauhofs gehört. Der Bauhof hat sein Domizil in der Schule.

Dass der Flachdachanbau an der alte Schule, der sich nach und nach zum Schandfleck entwickelte, für das neue Feuerwehrgerätehaus weichen musste, hatte Behrens hoffnungsfroh gestimmt, doch mit dem jetzigen Ergebnis ist er gänzlich unzufrieden. „Zehn Jahre lang war es Ziel der Dorferneuerung, alte Bausubstanz zu erhalten“, sagt er. Geringer Mehraufwand wäre mehr als gerechtfertigt gewesen im Sinne der Erhaltung älterer Bausubstanz. Was in den Köpfen der Verantwortlichen mitunter vorgehe, sei nicht nachvollziehbar. Am geringen Mehraufwand anderer Materialien könne es mit Sicherheit nicht liegen, meint der Eicklinger.

Über Jahrzehnte seien an dem Gebäude viele kleine Bausünden vorgenommen worden, sagt Flotwedels Samtgemeindebürgermeister Helfried H. Pohndorf. Dabei seien unterschiedliche Ziegelarten verarbeiten worden. „Das sah blöde aus.“ Deshalb sei eine schicke Verbretterung vom Bauhof mit eigenen Mitteln angebracht worden, sagt der Verwaltungs­chef. Er räumt ein, dass die eingebaute Tür, die die Samtgemeinde noch hatte, dort nicht besonders passend sei. „Funktional“, nennt er sie. Das gesamte Gebäude entspreche nicht mehr den heutigen Normen, etwa hinsichtlich der Wärmedämmung, sagt Pohndorf.

Allerdings verstehe er, dass die Menschen alte Erinnerungen an ihre Schule hätten, sagt der Verwaltungschef. Kritik an der Verbretterung habe auch schon Ratsherr Erhard Könecke in Sitzungen von Rat Eicklingen und Samtgemeinderat Flotwedel geäußert. Er sehe allerdings nicht, dass die Samtgemeinde da jetzt etwas ändere. „Holz passt ins Land“, sagt Pohndorf.

Den Neubau des Feuerwehrgerätehauses neben der alten Schule nennt Behrens als anfangs gewöhnungsbedürftig, doch mittlerweile könne man ihn als gelungen bezeichnen.

Von Joachim Gries