Gewerbegebiet erweitern

Folgt auf lange Planung der schnelle Verkauf?

Nach langer Zeit hat der Eicklinger Rat grünes Licht gegeben für die Erweiterung des Gewerbegebiets Schmolkamp. Das wird sich an der B 214 ändern.

  • Von Carsten Richter
  • 20. Juli 2021 | 15:56 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Carsten Richter
  • 20. Juli 2021 | 15:56 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Eicklingen.

Es ist fast neun Jahre her, dass die Cellesche Zeitung zum ersten Mal über das Vorhaben berichtet hat. "Gewerbepark soll erweitert werden", titelte die CZ am 29. August 2012. Im Gebiet am Schmolkamp waren bereits damals keine Grundstücke mehr frei. „An der Bundesstraße ist die Lage aus unserer Sicht perfekt“, sagte Jörn Schepelmann, damaliger Fraktionsvize der CDU im Gemeinderat, die den Antrag gestellt hatte.

Erweiterung des Gewerbegebiets ist schon lange Thema

Juli 2021: Schepelmann ist seit rund fünf Jahren Eicklinger Bürgermeister, die Erweiterung des Gewerbegebiets aber ist noch immer Thema. Nun hat der Gemeinderat den Bebauungsplan auf den Weg gebracht. "Es hat extrem lange gedauert", sagt Schepelmann. So viel ist klar: An Politik oder Verwaltung in der Gemeinde lag es nicht. "Das große Problem war der Naturschutzausgleich", erläutert der Bürgermeister im Gespräch mit der CZ. Dafür seien detaillierte Abstimmungen mit dem Landkreis erforderlich gewesen.

Gemeinde Eicklingen erkennt Bedarf nach mehr Gewerbeflächen

Der jahrelangen Planung wird ein schneller Verkauf folgen, da ist sich Schepelmann sicher. "Wir sind nicht einmal im Ansatz in die Vermarktung eingestiegen, aber der Bedarf ist da", erkennt Schepelmann. Die Gemeinde will dabei alles selbst in der Hand haben – vom Kauf der Fläche über die Erschließung bis zur Vermarktung.

An der Bundesstraße 214 wird ein Kreisel gebaut

Der neue Bauabschnitt mit einer Baulandfläche von zehn Hektar ist im Osten des Gewerbegebiets geplant, die Josef-Ressel-Straße wird entsprechend verlängert. Der erweiterte Gewerbepark soll also zum einen über das bestehende Gebiet erreichbar sein und zum anderen an die Bundesstraße 214 angeschlossen werden. Dafür ist in dem Bereich der Bau eines Kreisels geplant.

Primär Erweiterung von Eicklinger Firmen im Fokus

"Wir könnten das Gebiet komplett vergeben", sagt Schepelmann mit Blick auf die Vielzahl an Interessenten. Die Lage an der Bundesstraße, die Celle mit Braunschweig verbindet, ist offenbar attraktiv für Unternehmen. Die Gemeinde hofft, dass sich eine große Vielfalt von Branchen im erweiterten Gewerbegebiet ansiedelt. Primär soll Firmen, die bereits in Eicklingen ansässig sind, die Chance gegeben werden, sich zu erweitern. Unter anderem ist dort der Betrieb von Michael Ressel, der mit einer großen Solaranlage auf dem Dach seinen eigenen Strom produziert. Das sei aber kein Ausschlusskriterium. "Von kleinen Werkstätten bis zu großen Unternehmen ist alles denkbar", sagt Schepelmann, der Wert auf Vielfalt legt. Ob Logistik, Handwerk oder industrielle Hallenproduktion – "wir werden nicht vorsortieren", so der Bürgermeister.

Jörn Schepelmann sieht gute Chancen für Förderung

Dass der Gemeinde viele kleine Betriebe lieber sind als wenige große, macht Sinn. So ist das Risiko geringer für den Fall, dass eine Geschäftsidee nicht so läuft wie erhofft. Immerhin nimmt Eicklingen zunächst viel Geld in die Hand. Für Straßen, Versorgungsleitungen, Bepflanzungen, Straßenbeleuchtung, die Kreisverkehr-Anbindung und den Grunderwerb gibt die Gemeinde Kosten von rund 6,5 Millionen Euro an. Was eine 60-prozentige Förderung über die N-Bank des Landes betrifft, ist Schepelmann zuversichtlich. Noch seien die Voraussetzungen gut: Bis Ende des Jahres ist der Landkreis Celle als GRW-Fördergebiet (Abkürzung für Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur) eingestuft und gilt damit als strukturschwache Region – das erhöht die Chance auf Förderung.

So stimmte der Rat Eicklingen ab

Bei je einer Gegenstimme votierte der Rat für den Bebauungsplan mit dem Bau eines Kreisels, einen Nachtragshaushalt und den Erwerb von Flächen. Schepelmann ist froh, dass die Beschlüsse unter Dach und Fach sind – lange genug gedauert hat es ja.