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Eicklingen Diskussion um Freischneiden der Wege im Flotwedel
Celler Land Samtgemeinde Flotwedel Eicklingen Diskussion um Freischneiden der Wege im Flotwedel
17:18 28.12.2015
Rund 160 Kilometer Wirtschaftswege mit Hecken und Bäumen auf einer oder auf beiden Seiten muss der Bauhof der Samtgemeinde Flotwedel pflegen. 
Rund 160 Kilometer Wirtschaftswege mit Hecken und Bäumen auf einer oder auf beiden Seiten muss der Bauhof der Samtgemeinde Flotwedel pflegen.  Quelle: CZ
Eicklingen

Kritik am Freischneiden der Seitenräume der Wirtschaftswege durch den Bauhof der Samtgemeinde Flotwedel gab es in der jüngsten Sitzung des Rates der Gemeinde Eicklingen. Es sehe „schlimm“ aus, monierte ein Zuhörer laut Angaben von Gemeindedirektor Helfried H. Pohndorf. In Uetze hingegen sei alles ordentlich. Pohndorf als Verwaltungschef im Wienhäuser Rathaus nahm seine Bauhof-Mitarbeiter in Schutz und erläuterte, dass im Außenbereich der Gemeinden ein Unimog mit angebautem Profilschneider eingesetzt werde, der Gebüsch und Sträucher entlang der Wege bearbeite.

Rund 160 Kilometer Wirtschaftswege gibt es in der Samtgemeinde Flotwedel. Gesäumt sind sie zu großen Teilen von Hecken und Bäumen, die als Windschutz und Vögeln, Insekten und einer Vielzahl von Kleintieren als Rückzugsraum dienen. Damit die Wege befahrbar bleiben und auch Begegungsverkehr möglich ist, muss das Gehölz in gewissen Abständen zurückgeschnitten werden. Dabei wird nach Angaben von Bauhofleiter Sebastian Krüger eine hydraulische Astschere eingesetzt.

Die im Amtssprachgebrauch als Wegebegleitgrün bezeichneten Gehölze sollen einen halben Meter Abstand zur Fahrbahnkante haben, damit auch Trecker und andere große landwirtschaftliche Maschinen die Wege passieren können. Dafür wird ein Lichtraumprofil von 4,50 Metern Höhe freigeschnitten. In Handarbeit funktioniert das bei den Wegelängen nicht, der Bauhof hätte gar nicht das Personal dazu. Deshalb wird die hydraulische Schere eingesetzt. „Die Astschere ist Stand der Technik und wird auch bei anderen Kommunen eingesetzt“, so Krüger. In der Gemeinde Uetze übernimmt der Unterhaltungsverband die Pflege der Wirtschaftswege.

Geschnitten werden darf in der freien Natur nur im Winterhalbjahr von Anfang Oktober bis Ende Februar, so schreibt es das Bundesnaturschutzgesetz vor. Damit soll eine Störung von Brutvögeln verhindert werden.

Pohndorf räumt ein, dass der Rückschnitt mit der Astschere keine Filigranarbeit ist. Äste könnten zerfasern und splittern, wenn Sträucher und Hecken im Frühjahr wieder austrieben, sehe alles nach ein paar Wochen wieder gut aus. Pohndorf sprach in diesem Zusammenhang von einem völlig verfehlten Anspruchsdenken. Teilweise wird der Strauchschnitt nach Angaben des Verwaltungschefs auch verkauft. Zweige und Äste werden dann von Unternehmen geschreddert und als Hackschnitzel abgegeben. Probleme gebe es, wenn es windig sei und die Äste dann auf die Fahrbahn geweht werden.

Innerorts schneidet die Samtgemeinde die Wege mit Motorsägen oder Hochentastern frei. Dann gibt es zwar saubere Schnitte, aber das ist Handarbeit und kostet mehr Zeit und mehr Geld.

Im Wienhäuser Rat gab es in der jüngsten Sitzung anerkennende Worte für das Vorgehen des Bauhofs an den Wirtschaftswegen. „Alles in Ordnung“, hieß es dort. Vom Freischneiden profitiert in erster Linie die Landwirtschaft.

Von Joachim Gries