Tiere stürmen Wohngebiet

So haben Ovelgönner den Wildschwein-Alarm erlebt

Was für ein Schreck: 20 Wildschweine zogen durch Ovelgönne, verwüsteten Gärten und erschreckten die Anwohner. Einer filmte den tierischen Aufstand.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 01. Mar 2022 | 12:58 Uhr
  • 12. Jun 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 01. Mar 2022 | 12:58 Uhr
  • 12. Jun 2022
Anzeige
Ovelgönne.

Ein sonniger Samstagnachmittag nach wochenlangem Regen. Thomas Godzik steht gerade am Grill, als ihm plötzlich auf dem Nachbargrundstück ein Wildschwein direkt in die Augen blickt. Ein Schreck, wie er im Nachhinein sagt. "Wir sind erstmal nach drinnen geflüchtet und haben die ganze Sache aus dem Fenster beobachtet. Es ist dann durch unseren provisorischen Drahtzaun rüber zu uns gekommen. Wir haben die Feuerwehr gerufen und berichtet, dass ein Wildschwein über unser Grundstück läuft." Doch genauso schnell, wie der Spuk begann, war er auch wieder vorüber. "Es wirkte ziemlich panisch, ist noch ein, zwei Mal gegen den Zaun gelaufen, hat ihn dann an einer Stelle durchbrochen und ist wieder in Richtung Feld und Wald geflüchtet", so Godzik.

20 Wildschweine auf Bundesstraße 214 unterwegs

So wie ihm erging es am Samstagnachmittag auch anderen Anwohnern in Ovelgönne. Rund 20 Wildschweine zogen auf der Bundesstraße 214 umher, beschädigten Zäune und erkundeten mehrere Grundstücke eines Wohngebiets. Die Tiere verwüsteten Gartenanlagen und versetzten die Anwohner in Angst und Schrecken. Schließlich kam es auch noch zu einem Verkehrsunfall: Ein Wildschwein kollidierte auf der Bundesstraße 214 mit einem Pkw und wurde dabei so schwer verletzt, dass es verendete. Hinzugerufenen Jägern mit Hunden und eingesetzten Polizeikräften gelang es schließlich, die Tiere zurück in den Wald zu treiben. Zwei Schweine verhielten sich dabei besonders aggressiv und mussten durch die Jäger erlegt werden.

Die Bundesstraße war teilweise voll gesperrt. Menschen wurden nicht verletzt. Insgesamt entstand ein Sachschaden in vierstelliger Höhe.

Zäune und Gärten von Anwohnern in Ovelgönne zerstört

Der Zaun einer Anwohnerin an der Straße "Teilstiegen" ist ebenfalls Opfer der Wildschweinrotte geworden. "Ich war gegen Mittag einkaufen, als plötzlich mein Handy ging", erzählt die Betroffene. "Es war meine Nachbarin, die mir sagte, dass Wildschweine in meinem Garten seien." Als sie zu Hause ankam, durfte sie ihr Grundstück zunächst nicht betreten. "Die Polizei musste erst kontrollieren, ob sich noch ein Tier auf dem Grundstück versteckt. Zum Glück war das aber nicht der Fall."

Wildschweine sind kein Fall für die Versicherung

Vorbei ist die Sache für die Ovelgönnerin jedoch noch nicht. Die Versicherung wird nicht für den Schaden aufkommen. Wildschwein-Angelegenheiten seien Privatvergnügen, teilte ihr ihre Versicherung mit. Jetzt will die Anwohnerin versuchen zu ermitteln, ob an dem Tag Jagd war. "Dann würde eventuell jemand anderes für die Reparatur des Zauns aufkommen müssen", sagt sie. Sie kann nicht verstehen, warum die Tiere überhaupt bis zu ihrem Grundstück gekommen sind: "Irgendwo müssen sie aufgescheucht worden sein. Die kommen nicht einfach so in die Gebiete."

Von Katharina Jäger und Marie Nehrenberg-Leppin

Von