Umzug nach Hambühren

So verlief die große Hölty-Debatte im Kreistag

Es war eine leidenschaftliche Debatte im Celler Kreistag. Am Ende steht fest: Das Hölty zieht nach Hambühren.

  • Von Simon Ziegler
  • 21. Jan. 2020 | 18:30 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 21. Jan. 2020 | 18:30 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Hambühren.

Die Schullandschaft im Kreis Celle wird sich ab Sommer erheblich verändern. Der Kreistag hat am Dienstagnachmittag mehrheitlich beschlossen, dass das Hölty-Gymnasium von Celle nach Hambühren zieht. Das Votum ist endgültig. Somit wird das Hölty an der Versonstraße in Ovelgönne das neue Westkreis-Gymnasium. Die Gemeinde Winsen hat sich mit ihrem Wunsch nach einem Neubau im Raum Winsen nicht durchsetzen können.

Bewunderung für Hölty-Mut

Im Kreistag lieferten sich Befürworter und Gegner des Hölty-Umzugs nach Hambühren einen leidenschaftlichen Schlagabtausch. "Wir wollen eine wirtschaftliche Lösung", gab CDU-Fraktionschef Torsten Harms die Linie seiner Partei vor. "Ich bewundere den Mut des Hölty, einen neuen Weg im Westkreis zu bestreiten", sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Mathias Pauls.

"Entscheidung im Schweinsgalopp"

Auch am Dienstag gab es allerdings wieder etliche kritische Stimmen. Er könne die "Entscheidung im Schweinsgalopp" nicht nachvollziehen, sagte Albrecht Hoppenstedt (WG). Beschlüsse würden mit "abenteuerlicher Geschwindigkeit" getroffen, warf Anatoli Trenkenschu (AfD) ein. Das wiederum ließ Charles Sievers nicht gelten. "Anstatt die Chance zu ergreifen, ein Westkreis-Gymnasium zu schaffen, werden Ausreden gesucht, um nicht entscheiden zu müssen. Wir brauchen nicht noch ein halbes Jahr darüber zu diskutieren", so der FDP-Politiker. "Es spricht vieles für den Standort an der Versonstraße, das sage ich nicht als Hambührener", positionierte sich Thomas Adasch (CDU).

Winser üben Kritik

Zudem meldeten sich diverse Politiker aus Winsen zu Wort. "Ich halte die Entscheidung für einen Schnellschuss erster Güte. Ein wesentlicher Faktor ist nicht berücksichtigt, nämlich der Elternwille", monierte Maximilian Schmidt (SPD). "Mir fehlen ein Gesamtkonzept und belegbare Planzahlen", kritisierte Susanne Rotermund (AfD). "Millionen in einen Standort zu investieren, den die Eltern nicht wollen, halte ich für falsch. Das über Schulbezirke zu erzwingen, ist auch falsch", erklärte Christian Ehlers (Grüne). Und Hans-Günter Grunke (CDU) warb abermals für einen Standort zwischen Südwinsen und Oldau, um dort einen Neubau zu errichten. In Winsen hatte man sich für eine moderne Energie-Plus-Schule ausgesprochen.

Drei Abstimmungen

Um auch den Hambühren-Kritikern die Möglichkeit zu geben, für ein Westkreis-Gymnasium zu stimmen, wurde die Abstimmung geteilt. Der Kreistag sprach sich schließlich einstimmig für ein Gymnasium im Westkreis aus. 36 Abgeordnete votierten dann bei der entscheidenden Abstimmung für den Hölty-Umzug nach Hambühren. 13 waren dagegen, 5 enthielten sich. Schließlich gab es eine dritte Abstimmung über die Schulbezirke. Der Kreistag beschloss mit großer Mehrheit, einen Schulbezirk für das neue Hölty einzurichten. Im Klartext: Wer aus Hambühren, Wietze oder Winsen kommt und auf ein Gymnasium gehen will, hat keine Wahl. Er muss dann aufs Hölty nach Hambühren. Das Konstrukt gilt als Starthilfe für das neue Gymnasium. Eine Ausnahme gibt es für Kinder aus Wolthausen und Stedden. Sie haben die Wahl zwischen Celle und Hambühren.

Nur noch drei Gymnasien in Celle

Mit dem Beschluss des Kreistages wird es künftig in der Stadt Celle nur noch drei Gymnasien – KAV, HBG und Ernestinum – plus die neue IGS-Oberstufe geben. Dafür bekommt der einwohnerstarke und prosperierende Westkreis ein Gymnasium. Ein nötiger Anbau in Hambühren samt Sporthalle und Sportplatz soll nach Angaben der Kreisverwaltung rund 27 Millionen Euro kosten.

Im Sommer geht es los

Das neue Gymnasium in Ovelgönne wird schon zum kommenden Schuljahr mit den fünften Klassen an den Start gehen. Die Schüler, die bereits am Hölty-Stammhaus in der Heese unterrichtet werden, müssen die Schule nicht wechseln, sondern können am alten Hölty Abitur machen. Das alte Gymnasium wird auslaufend beschult.