Umzug nach Hambühren?

Hölty-Entscheidung steht bevor

Jetzt geht es in Sachen Hölty-Umzug schnell: Am kommenden Mittwoch tagt der Schulausschuss, wenige Tage später der Kreistag.

  • Von Simon Ziegler
  • 09. Jan. 2020 | 16:12 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 09. Jan. 2020 | 16:12 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Hambühren.

Die Celler Gymnasiallandschaft steht vor großen Veränderungen. Schon in wenigen Tagen soll die Entscheidung fallen, ob das Hölty-Gymnasium von Celle nach Hambühren zieht. Zunächst berät am Mittwoch, 15. Januar, der Schulausschuss des Kreistages über die Pläne (14.30 Uhr, Trift 26). Die endgültige Entscheidung steht dann in einer Sondersitzung des Kreistages am 21. Januar an.

Landkreis legt Zahlen vor

Inzwischen hat die Landkreisverwaltung konkrete Zahlen vorgelegt. Demnach würde ein Anbau an das bestehende Gebäude an der Versonstraße in Ovelgönne 21,4 Millionen Euro kosten. Dazu käme eine neue Zweifeld-Halle sowie ein Sportplatz für 6 Millionen Euro. In Summe kalkuliert der Landkreis mit 27,4 Millionen Euro. Übergangsweise müssten in Ovelgönne Container aufgestellt werden.

Neubau kostet 10 Millionen Euro mehr

Der Schulträger hatte sich bereits Ende des vergangenen Jahres klar für die Hambühren-Lösung ausgesprochen. Ein Neubau in Winsen würde nach Kreisangaben etwa 36,6 Millionen Euro kosten, also knapp 10 Millionen Euro mehr. Für den Landkreis spricht viel für Hambühren: nicht nur der Westkreis bekäme endlich sein Gymnasium, auch die Platzprobleme für die Oberschule an der Welfenallee wären durch den Hölty-Auszug gelöst. In Hambühren gäbe es zudem eine Nachnutzung der leerstehenden Gebäude. Würde das Hölty hingegen in einem Neubau in Winsen untergebracht, stünden laut Landkreis zwei Umzüge an: erst nach Hambühren, dann nach Winsen. Denn der Landkreis braucht nach eigenen Angaben zwingend ab dem Schuljahr 2020/21 die Außenstelle in Hambühren.

Widerstand aus Winsen

"Ich hoffe auf eine breite Mehrheit im Kreistag", sagt Schuldezernent Frank Reimchen über die Landkreis-Pläne, wohlwissend, dass es Widerstand aus Winsen gibt. Der Winser Rat fordert einen Neubau im Raum Winsen und hat dafür eine moderne Plus-Energie-Schule ins Spiel gebracht.

Das sagen CDU und SPD

Viel wird im Kreistag auf die großen Parteien CDU und SPD ankommen. Beide Fraktionen tagen aber erst am Montag. Wie sie letztlich abstimmen, bleibt abzuwarten. "Ich pesönlich halte Hambühren für einen vernünftigen Vorschlag", sagt SPD-Fraktionschef Mathias Pauls. Ähnlich sieht es Torsten Harms, Fraktionsvorsitzender der CDU. "Aus meiner Sicht spricht viel für den Standort Hambühren. Das Hölty will selbst dort hin. Außerdem ist ein Neubau teurer. Ich gehe davon aus, dass sich der Schulausschuss hinter Hambühren stellen wird", so Harms.

Das sagt der Elternrat

Am Hölty selbst hatte sich eine Gesamtkonferenz für einen Umzug nach Hambühren ausgesprochen – "mit breiter Mehrheit", wie es hieß. Während viele Lehrer vor allem die Chancen sehen, sei das Bild bei den Eltern nicht einheitlich, berichtet der Schulelternratsvorsitzende Stefan Schmid. Eltern, deren Kinder die oberen Jahrgänge besuchen, seien die Umzugspläne relativ egal. Anders sieht es bei Eltern von Fünft-, Sechst- und Siebtklässlern aus. "Die Jahrgänge fünf bis sieben sind die Leidtragenden", sagt er. Hintergrund: Das Gymnasium soll auslaufen, kein Schüler soll die Schule verlassen müssen. Die jetzigen Fünftklässler würden demnach die letzten sein, die am bisherigen Standort ihr Abitur machen. Sie werden also an einer immer kleiner werdenden Schule unterrichtet. Dass große Zweifel aufkommen, ob die schulische Qualität und ein vernünftiges Schulleben dann aufrecht erhalten werden können, scheint klar.

"Es gibt Leute, denen gefällt der Umzug nicht"

"Es gibt Leute, denen gefällt der Umzug nicht. Eine offene Opposition gibt es unter Hölty-Eltern aber nicht", fasst Schmid zusammen, der mit einer Entscheidung pro Hambühren rechnet. Der Schulelternrat will sich jetzt in erster Linie darauf konzentrieren, dass die Versprechen des Schulträgers eingehalten werden. Das betrifft den Schülerverkehr zwischen den beiden Häusern. Und die bauliche und räumliche Ausstattung in Hambühren.