Überflieger-Burger

Start-up aus Hambühren setzt auf Freilandenten

Tierwohl und Produktion vor Ort: Drei Junglandwirte halten Freilandenten bei Hambühren I. Auf Weihnachtsmärkten soll es Pulled-Duck-Burger geben.

  • Von Simon Ziegler
  • 15. Nov. 2021 | 11:01 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Simon Ziegler
  • 15. Nov. 2021 | 11:01 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Hambühren.

Start-Up aus dem Celler Land: Drei Junglandwirte wollen mit Pulled-Duck-Burgern auf Weihnachtsmärkten durchstarten. Es handelt sich um eine echte Familienbande: Die beiden Brüder Hans-Frederik (29) und Tilman Berg (27) haben das junge Unternehmen mit ihrem Cousin Christoph Wedde (30) ins Leben gerufen. Sie nennen sich die Wedde-Berger Genusshandwerker. Ihr Produkt: Freilandenten aus Hambühren.

Eigentlich kommen die drei aus dem Harzvorland. Weil Christoph Wedde mit Karolin Meine liiert ist, war der Kontakt nach Hambühren hergestellt. Denn ihre Eltern Antje und Hermann bewirtschaften den Rehms Hof in Hambühren I. Früher hatten sie Milchkühe, heute setzen sie auf Biogas.

Tagsüber auf grüner Wiese, nachts im Strohstall

Vor allem haben die Meines Platz. Platz für mehr als 600 Enten, die jetzt im einstigen Kuhstall gehalten werden. Die meiste Zeit sind die Tiere draußen. Ihnen steht eine Wiese von rund einem Hektar zur Verfügung. Es ist eine naturnahe Aufzucht. Die Enten sind tagsüber auf der grünen Wiese und nachts im Strohstall. Gefüttert werden sie mit einem Getreide-Mix aus eigenem Anbau sowie Gras und Wasser.

„Die Idee kam uns während des gemeinsamen Agrarstudiums in Göttingen“, sagt Christoph Wedde. Die drei kommen also vom Fach. „Wir wollen klassische Festtagsgerichte aus Wild und Ente in einem hochwertigen To-Go-Produkt anbieten“, sagt Wedde. „Unser Pulled-Duck-Burger ‚Überflieger‘ passt perfekt in die Adventszeit rein. Unsere eigene Entenaufzucht und die Zubereitung machen ihn einzigartig“, meint Hans-Frederik Berg. Denn der Burger wird mit Rotkohl, filetierten Orangen und Preiselbeeren serviert. In den kommenden Wochen wird das Start-Up auf Weihnachtsmärkten in Wolfsburg und in Hannover vertreten sein. Gerne hätten sie ihre Enten-Burger auch auf dem Celler Weihnachtsmarkt verkauft. Das ließ sich aber nicht realisieren. Vielleicht klappt es im kommenden Jahr.

Geschlachtet wird in Uelzen

Ihr gesamtes Konzept sieht nach Bio aus, ist es aber nicht. Das Futter entspricht zum Beispiel nicht ökologischen Kriterien. Es sei nicht so einfach, von heute auf morgen einen Bio-Betrieb zu gründen. Das brauche teilweise mehrere Jahre Vorlauf, so die drei Junglandwirte. „Das Wohl der Enten steht bei uns an erster Stelle. Wir legen aus Überzeugung viel Wert auf tiergerechte und transparente Haltung, unabhängig von Verbandszertifikaten“, sagt Tilman Berg.

Merkmal ihrer Enten-Produktion ist neben Tierwohl das Thema Regionalität. Geschlachtet wird zum Beispiel bei einem Betrieb in Uelzen. Morgen zum Beispiel wieder. Wer will, kann bei ihnen das ganze Tier bestellen. Viel frischer geht es kaum. Die hohen Ansprüche an die Haltung und die streng regionale Ausrichtung haben ihren Preis, das Kilo kostet 14 Euro. Zum Vergleich: Im Supermarkt gibt es ein Kilogramm teilweise für deutlich unter 10 Euro.

Mehr Infos unter www.weddeberger-genusshandwerker.de.