Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Hambühren Für Oldauer Störche ziehen alle an einem Strang
Celler Land Hambühren

Neues Nest für Oldauer Störche

14:58 01.01.2021
Von Simon Ziegler
Einsatz in luftiger Höhe: Im Herbst wurde das alte Storchennest abgetragen. Es wog 450 Kilogramm.  Quelle: Christine Schäfer
Anzeige
Oldau

Die Oldauer Störche bekommen ein neues Nest. Wie Christine Schäfer vom Vorstand des Naturschutzbundes (Nabu) in Hambühren mitteilte, wird der Schornstein, auf dem das Nest angebracht ist, erneuert. Bevor die Störche im Frühjahr zurückkehren, soll alles fertig sein.

Nest auf Grundstück von Familie Spohr/Hoek

Störche sind seit 2009 wieder regelmäßig Gäste auf dem Grundstück der Familie Spohr/Hoek in Oldau. Der Schornstein, auf dem das Nest gebaut wurde, stammt aus Zeiten der früheren Bäckerei Stahl in den 60er Jahren. Adolf Spohr hatte nach der Schließung der Bäckerei dafür gesorgt, dass dort ein Storchennest errichtet wurde.

Anzeige

Erfolgreiche Jahre

Die erfolgreiche Brut 2018 mit einem Jungstorch und 2020 mit zwei Jungstörchen gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich die Störche trotz des derzeit eingeschränkten Nahrungsangebots wieder regelmäßig in Oldau zum erfolgreichen Brutgeschäft niederlassen, sagte Schäfer. Für die Jungstörche werden anfangs von den Eltern vorverdaute Würmer, Larven und Heuschrecken gefüttert. Aufgrund des trockenen Sommers standen aber weniger Regenwürmer, Frösche, Fische und andere Reptilien auf dem Speiseplan, sondern eher Kleinsäuger, Heuschrecken und besonders Feldmäuse, die es in diesem Jahr reichlich gab.

Der Schornstein muss erneuert werden.  Quelle: Christine Schäfer

Am Schornstein, der außer Betrieb und nur noch für das Storchennest von Bedeutung ist, nagte nun der Zahn der Zeit. "Er drohte aufgrund seiner leichten Schieflage einzustürzen", so Schäfer. Die Eigentümerin Lisa Hoek trat an den Nabu Hambühren heran, machte auf den maroden Zustand aufmerksam und sprach sich ausdrücklich für den Erhalt des Storchennests aus. Auch der Weißstorchbeauftragte des Landkreises Celle, Gerhard Papenburg, der regelmäßig das Storchenleben in Oldau beobachtet, machte sich einen Eindruck vom Zustand des Schornsteins. Gemeinsam war beschlossen worden, im Oktober zunächst das alte, 450 Kilogramm schwere Nest abzutragen. Anfang 2021 soll der Schornstein etwas eingekürzt und neu aufgemauert werden, um dann im Frühjahr ein komplett neues Nest zu installieren.

Viele Helfer packten beim Storchen-Einsatz mit an. Quelle: Christine Schäfer

Neben Gerhard Papenburg kam auch Unterstützung vom Team der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch. Die OAB hat im Laufe der Jahre rund 285 Storchennester gebaut und stellt auch das neue Nest für die Oldauer Störche her. Als Grundlage werden auf Eichenbohlen eine Platte und eine Holzkonstruktion aufgeschraubt, worauf das aus geflochtenen Weidenruten, Reisig und Schilf gearbeitete Nest befestigt wird. Das ganze Nest hat einen Durchmesser von 1,40 Meter und ein Gewicht von 90 Kilogramm.

Um Spenden wird gebeten

Die Kosten für den Abbau des alten Storchennests trägt der Nabu Hambühren. Die Maurerarbeiten, die mit mehreren Tausend Euro ins Gewicht fallen, übernimmt zum Teil Eigentümerin Lisa Hoek. Sie wünscht sich aber, dass sich am Erhalt des Storchennests interessierte Bürger mit einer Spende auf ihr Konto beteiligen; DE96 2519 0001 0558 2059 00 – Stichwort Sanierung Storchennest Oldau.

Christian Link 31.12.2020
Simon Ziegler 27.12.2020
Mitmenschen in Not - Geburt wird zum Albtraum
22.12.2020