Mädchen brutal getötet

Mutmaßlicher Mörder von Frederike festgenommen

Frederike von Möhlmann aus Hambühren war erst 17 Jahre alt, als sie 1981 vergewaltigt und brutal ermordet wurde. Jetzt wurde der mutmaßliche Täter verhaftet - obwohl Ismet H. wegen der Tat schon einmal freigesprochen worden war. Wie er reagiert hat und wie es weitergeht.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 25. Feb 2022 | 19:02 Uhr
  • 12. Jun 2022
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  • 25. Feb 2022 | 19:02 Uhr
  • 12. Jun 2022
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Hambühren.

Die Erleichterung von Hans von Möhlmann dürfte kaum in Worte zu fassen sein. Der mutmaßliche Mörder seiner Tochter Frederike, Ismet H., ist am Freitag überraschend festgenommen worden. Er soll die damals 17 Jahre alte Schülerin aus Hambühren brutal vergewaltigt und ermordet haben. Zuerst hatte dieHannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) auf ihrer Internetseite über die Festnahme am Vormittag berichtet.

Anwalt von Hans von Möhlmann bestätigt Festnahme

Gegenüber der HAZ bestätigte der Anwalt von Ismet H. die Festnahme. „Damit kommt es nun doch zu einem Prozess“, sagte Matthias Waldraff der Zeitung. Es wäre eine juristische Premiere in Deutschland, nachdem Ismet H. in einem ersten Prozess schon einmal freigesprochen worden war - aus Mangel an Beweisen.

Juristische Premiere in Deutschland

Der Fall sorgte in der Vergangenheit immer wieder für Debatten – auch weil der Vater Hans von Möhlmann auf Gerechtigkeit drängt. Seine damals 17 Jahre alte Tochter Frederike von Möhlmann trampte 1981 von Celle nach Oldau. Ein Unbekannter nahm sie mit, vergewaltigte und tötete sie. Der seinerzeit tatverdächtige Ismet H. wurde 1983 freigesprochen.

Ismet H. zunächst aus Mangel an Beweisen freigesprochen

Doch über 30 Jahre nach der Tat untersuchten die Ermittler auf Druck von Frederikes Vater die Beweismittel im Jahr 2012 erneut. Dabei fanden sie DNS von Ismet H. Nur: Der schweigt. Damit war eine Wiederaufnahme des Prozesses nach damaliger Rechtslage ausgeschlossen. Nach dem Freispruch wäre ein neuer Prozess nur möglich, sofern der Mann die Tat gesteht. Nur eine von Gesetzesreform könnte das ändern.

Der Anwalt der Familie, Wolfram Schädler, zeigte sich mit Blick auf die angestrebte Reform im Juni 2021 vorsichtig optimistisch: "Diese unendliche Geschichte nimmt offenbar ein gutes Ende", sagte er. Vater Hans von Möhlmann sagte damals: "Bevor ich sterbe, möchte ich, dass Frederikes Mörder bestraft wird."

Gesetzesreform zunächst umstritten

Die Große Koalition hatte kurz vor ihrem Ende ein Gesetz beschlossen, das die Wiederaufnahme von Strafverfahren bei Kapitalverbrechen wie Mord möglich macht. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sah das Gesetz aus verfassungsrechtlichen Gründen kritisch. Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) schloss sich dem im Dezember an. Passiert ist seitdem nichts.

Staatsanwaltschaft Verden erlässt Haftbefehl

Umso überraschender jetzt die Festnahme von Ismet H.. Wie die HAZ meldet, hatte das Landgericht Verden Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Mörder von Frederike von Möhlmann erlassen. „Mein Mandant wurde um 11.40 Uhr auf der Straße verhaftet und zum Amtsgericht Gifhorn gebracht“, berichtet Waldraff der HAZ. Wie die Zeitung weiter berichtet, wurde H. offenbar von Polizisten observiert. Bei seiner Festnahme soll er keinen Widerstand geleistet haben. „Im Haftbefehl steht, das Landgericht hat den Antrag der Staatsanwaltschaft Verden auf Wiederaufnahme des Verfahrens für zulässig erklärt und Untersuchungshaft angeordnet“, so der Anwalt aus Hannover gegenüber der HAZ.

Wie die Zeitung weiter schreibt, soll H. nicht überrascht gewesen sein. „Ich hatte ihn und seine Familie auf diese Situation vorbereitet“, so Waldraff. Wolfram Schädler reagierte laut HAZ überrascht auf die Mitteilung. „Sie überrascht mich freudig“, sagte der ehemalige Bundesanwalt der Zeitung.

„Er wird nun in U-Haft gebracht“, sagte Sara Teufel, Sprecherin des Gerichts, der HAZ. „Ein Prozess muss nun innerhalb eines halben Jahres beginnen. „Aber ich gehe davon aus, dass dies relativ schnell geht, da die Anklageschrift bereits vorliegt.“ Laut Waldraff will Ismet H. „ auf alle Fälle eine Verfassungsbeschwerde geben“.

Von cz

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