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Hambühren Klima, Krise und Hoffnung auf Schlachthof
Celler Land Hambühren Klima, Krise und Hoffnung auf Schlachthof
13:13 13.06.2010
Von Simon Ziegler
Begrüßung: Hans-Günter Siewerin Vorsitzender der CDU Hambühren - Grußwort: Karl-Heinrich Langspecht, MdL Vorsitzender des - CDU-Kreisverbandes Celle - Grußwort: Thomas Adasch, MdL Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Celle - Neujahrsansprache: Landesminister Lutz Stratmann, MdL
Begrüßung: Hans-Günter Siewerin Vorsitzender der CDU Hambühren - Grußwort: Karl-Heinrich Langspecht, MdL Vorsitzender des - CDU-Kreisverbandes Celle - Grußwort: Thomas Adasch, MdL Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Celle - Neujahrsansprache: Landesminister Lutz Stratmann, MdL Quelle: Peter Müller
Hambühren

OVELGÖNNE. Es war der ganz große Bogen, den Lutz Stratmann im Hambührener Rathaus spannte. Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur sprach über Exit-Strategien aus der Wirtschaftskrise, das Verschwinden der Wattenmeere und das „schwerste Jahrhundert der Menschheitsgeschichte“.

Mit seinen Worten traf der CDU-Landesminister den Ton der rund 100 Gäste, die trotz des angekündigten Tiefs „Daisy“ den Weg zum CDU-Neujahsempfang ins Rathaus gefunden hatten. Neben zahlreichen Vertretern heimischer Vereine waren die beiden CDU-Landtagsabgeordneten Karl-Heinrich Langspecht und Thomas Adasch sowie der Wietzer Bürgermeister Wolfgang Klußmann und der Celler Stadtrat-Fraktionsvorsitzende Heiko Gevers der Einladung der Hambührener Union gefolgt.

Das Land Niedersachsen sei vergleichsweise gut durch die schwere Wirtschaftskrise gekommen, sagte Stratmann. „Das hat auch damit zu tun, dass wir Rücklagen gebildet hatten. Wenn die Krise nicht dazwischen gekommen wäre, wären wir 2010 erstmals in der Lage gewesen, den Schuldenberg zu reduzieren“, so der Minister. Zudem habe Niedersachsen die beste Landesbank Deutschlands. „Die NordLB ist mit der WestLB oder der BayernLB nicht zu vergleichen“, sagte Stratmann. Der Wissenschaftsminister schwörte die Zuhörer schließlich auf das „schwerste „Jahrhundert der Menschheitsgeschichte“ ein und meinte vor allem den Klima-Wandel. Der Meeresspiegel werde bis zum Ende des Jahrhunderts um einen Meter steigen. „Das Wattenmeer gibt es schon in 50 Jahren nicht mehr“, prophezeite Stratmann.

Langspecht rückte die großen Celler Themen in den Vordergrund. Er erwähnte den Forschungsverbund für Hochleistungstechnologie und Geothermie in Celle, „der vielleicht einmal die Basis für eine Universität sein könnte“. Langspecht verwies auf den geplanten Geflügelschlachthof in Wietze. „Wir freuen uns, dass sich die Firma Rothkötter aller Wahrscheinlichkeit nach hier ansiedelt. Wir rechnen im günstigsten Fall mit 800 bis 1000 Arbeitsplätzen“, so Langspecht, der schließlich auf die Celler Ostumgehung zu sprechen kam. Der zweite Abschnitt werde voraussichtlich im Herbst 2011 fertig sein, gegenwärtig würden Finanzierungsmöglichkeiten für den dritten Abschnitt gesucht.

Der Hambührener Adasch, der jahrelang den dortigen CDU-Ortsverband geführt hatte, nutzte sein Heimspiel, um auf den Beginn der Munitionsaltlasten-Räumung zu verweisen. Ende des vergangenen Jahres hatten die Arbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Lufthauptmunitionsanstalt (Muna) begonnen. „Wir hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass es endlich losgeht“, blickte Adasch auf den jahrzehntealten Streit über die Finanzierung zurück. Ziel müsse es aber sein, dass Hambühren irgendwann komplett munitionsfrei sei.

In seiner Begrüßungsrede hob der Hambührener CDU-Vorsitzende Hans-Günther Siewerin die schweren Konsequenzen der Wirtschaftskrise für die Kommunen hervor. „Wir rechnen 2010 mit einem Haushaltsdefizit von zwei Millionen Euro. Die Gesamtschulden Hambührens werden auf sieben Millionen Euro steigen.“ Das war schon Ende des vergangenen Jahres klar – das Geraune im Publikum zeigte aber, dass vielen Gästen erst jetzt das Ausmaß der Krise deutlich wurde.