Halloween in Ovelgönne

Wie aus einem Wohnhaus ein Gruselkabinett wird

Ein bisschen verrückt sein muss man schon: Zu Halloween wird ein Wohnhaus in Ovelgönne zur Geisterbahn. Ein Blick hinter die Kulissen des Gruselhauses.

  • Von Benjamin Behrens
  • 31. Okt. 2021 | 18:59 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Benjamin Behrens
  • 31. Okt. 2021 | 18:59 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Ovelgönne.

Aufblasbare Kürbisse, aus denen Gespenster entfleuchen, und schwarz-lila Drachen im Vorgarten. Dazu bewacht ein steinerner Sensenmann die Pforte. "Angefangen haben wir damit vor vier oder fünf Jahren", erinnert sich Heide Vogelsberg. Damals zog sie gemeinsam mit Partner Sven Keuneke aus Hannover nach Ovelgönne, in das Haus eines ehemaligen Zahnarztes in Hambühren.

Anstelle der Stadtwohnung hatten sie plötzlich 500 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Platz zum Austoben: "Das war das Jahr, in dem wir angefangen haben, ein bisschen zu dekorieren. 'Hey, man hat ein eigenes Grundstück und man kann dekorieren'", erinnert sich Keuneke.

Halloween-Artikel bekommen eigenen Raum im Haus

Von da an begannen die Halloween-Fans zu sammeln – wie viele Artikel es heute sind, können sie gar nicht genau sagen. Aber der Fundus hat inzwischen einen eigenen Raum. "Durchgeknallt in Sachen Deko sind wir. Man muss definitiv einen an der Murmel haben, und das haben wir", sagt Keuneke.

In Ovelgönne zieht Gartenschmuck Neugierige an

Der neue Gartenschmuck zog damals schnell Neugierige an. "Vor allem die Kinder haben geguckt – es ist halt was anderes, vor allem auf dem Dorf", so Keuneke. Nur außen zu schmücken, war keine Dauerlösung. "Die erste Deko im Haus war der Thron", erinnert sich Vogelsberg und deutet auf einen überdimensionalen weißen Stuhl mit eingearbeiteten Horrormotiven, der am Kopf des Esstisches steht. Etwas Extravaganz darf es auch im Wohnzimmer sein: ein runder Whirlpool, mitten im Raum, daneben fletscht ein Werwolf die Zähne. Auf dem Fußboden liegt ein Malervlies – hier schnitzt Heide Vogelsberg aktuell an Kürbislaternen.

Gruselhaus wächst jedes Jahr weiter

"Im zweiten Jahr haben wir auch drinnen aufgemacht. Da war das Staunen bei den Kindern groß", sagt Sven Keuneke. "Die Kinder fanden es natürlich toll. Die leuchtenden Augen, das ist das Beste", ergänzt seine Freundin. Im Keller hat sie sich eine Werkstatt eingerichtet, in der mit Modelliermasse, Farbe und kreativen Ideen Neues entsteht.

Spezialitäten für Halloween aus den USA exportiert

Nicht alle Horror- und Gruselartikel lassen sich einfach so selbst machen oder im Internet kaufen – die richtigen Spezialitäten haben die Halloween-Fans aus den USA importiert.

Livedarsteller helfen Sven Keuneke und Heide Vogelsberg

2018 verkleideten sich das Paar und ihr Mitbewohner und bester Freund Olaf Heinzel zum ersten Mal und verkürzten den Wartenden als Erschrecker die Zeit. "Da war es schon so, dass die Menschen Schlange gestanden haben. Da habe ich gesagt, wir müssen einen Break hereinbringen und brauchen Einlasskontrollen", erinnert sich Keuneke. Mittlerweile sind 15 Livedarsteller aus dem Freundes- und Bekanntenkreis dabei und managen die Besucherströme. Eintritt wird nicht genommen, das "Ticket-Haus" dient der Besuchersteuerung und als Spendenstelle. "In diesem Jahr sammeln wir für das Hospizhaus in Celle", sagt Keuneke.

Besucher werden coronakonform geführt

Coronakonform geht es nur per Einbahnstraße durch das Haus, auch vorbei am ehemaligen Behandlungszimmer des Zahnarztes, das noch nicht fertig ist: Ein grüner Gummibär steht mitten im Raum, im Nachbarraum noch ein kopfloser Osterhase. "Der Kopf liegt in der Sauna", sagt Keuneke. Sätze, die dringend einen Kontext brauchen. Aber wie gesagt: Einen an der Murmel muss man schon haben ...