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Hambühren Festwirt peter Lindemann packt zu:
Celler Land Hambühren Festwirt peter Lindemann packt zu:
15:26 13.06.2010
peter Lindemann - festwirt beim Celler Schützenfest
peter Lindemann - festwirt beim Celler Schützenfest Quelle: Lothar H. Bluhm
Hambühren

Der Versuch, einen Chirurgen während einer Operation zu sprechen, muss fehlschlagen. Umso bemerkenswerter ist es, dass Peter Lindemann Zeit für uns findet. Zeit für ein Gespräch zwischen gelbweißen Zeltplanen und silbernen Alufässern: Bei ihm läuft jetzt das Geschäft auf Hochtouren. Peter Lindemann richtet gerade jetzt 30 Schützenfeste und 30 andere Veranstaltungen aus.

Von Mitte April bis Ende Oktober hat Lindemann Saison mit seiner Festbewirtschaftung und Veranstaltungsgastronomie. In Othfresen und Dedenhausen, in Leer, Lüneburg und Laatzen sowie in Peine und Celle baut er seine Zelte auf. „Ende des Monats steht die Spider-Murphy-Gang in Thören bei uns im Zelt auf der Bühne“, freut sich der Chef des Familienunternehmens schon jetzt auf den Höhepunkt des Jubiläumsschützenfestes im Westkreis. „Das wird ein Riesending!“

Vom Toilettenwagen bis zum Aschenbecher stellt der Hambührener Peter Lindemann alles, wenn gefeiert werden soll. „Bei einer Hochzeit besorge ich aber nicht die Braut …“, umreißt Lindemann seinen Job mit einem Augenzwinkern. „Aber sonst kümmere ich mich um alles.“

Dabei wirkt der gelernte Koch zufrieden, ausgeglichen und entspannt. Und das trotz seiner Anspannung: „Wenn die Feste beginnen, ist die meiste Arbeit bereits erledigt“, meint der 49-jährige Lindemann. Absprachen, Planung und Organisation sind schon im Büro abgehakt. „Wir warten dann nur noch auf das Zeichen ‚Guten Appetit’, dann wird serviert.“ Und diesen Augenblick der Krönung der ganzen Vorbereitungen lässt sich der Chef des über 40 Jahre alten Familienbetriebes nur ungern nehmen. „Es tut immer wieder gut zu sehen, wenn die Menschen zufrieden sind.“

Zuverlässigkeit ist Lindemann ganz wichtig. Man muss sich auf ihn verlassen können. Und er auf seine Leute. 20 Saisonkräfte hat er fest im Personalpool, rund 30 Aushilfen kommen dazu. „Zuverlässigkeit und Flexibilität sind das A und O für uns“, lobt Lindemann dann auch Mitarbeiter wie Renate: „Sie ist schon seit 35 Jahren bei uns.“

Das Ganze gehe aber nicht ohne die Familie, ist Lindemann sicher, und meint damit seine Frau Susanne, Sohn Patrick und seinen Bruder Thomas, die ihm unter die Arme greifen. Susanne kümmert sich um den Fastfood-Bereich, Thomas ist Zeltmeister und Patrick wird 18 und macht gerade seine Führerscheine. „Natürlich macht meine Mutter auch noch freiwillig mit.“

Manchmal überschlagen sich die Ereignisse – auch für den an sich gelassenen Lindemann. Dann hilft ihm ein Blick zum Saisonende: „Kannst ja im Winter wieder schlafen …“

Dabei kümmert sich sein Unternehmen auch um Privatkunden und beliefert sie regelmäßig mit Getränken. „Da bekommen wir sehr viele positive Rückmeldungen.“

Auf positive Rückmeldungen hofft Lindemann auch, wenn er an den Tag der Niedersachsen nächstes Jahr in Celle denkt: „Wir hatten den ersten Tag der Niedersachsen 1981 in Celle mit organisiert und wir wollen natürlich auch beim 30. Tag der Niedersachsen mitmachen.“

Die Wirtschaftskrise spürt Lindemann auf ganz besondere Weise: Wenn viele Leute wegen des Geldes schon nicht in Urlaub fahren, kommen sie dann doch mehr zu Schützenfesten, um ihren Kindern etwas zu bieten, stellt er fest. Er selbst entspannt auch in Hochspannungsphasen beim Skat, wenn er regelmäßig mit Horst, Günther, Edwin und Willy im TuS-Heim reizt. Lothar H. Bluhm

Von Lothar H. Bluhm