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Hambühren Claas Oppermann macht Dressurpferde reif für Turniere
Celler Land Hambühren Claas Oppermann macht Dressurpferde reif für Turniere
13:01 13.06.2010
Von Karin Dröse
Hambühren

„Den habe ich extra dort verteilt“, sagt Oppermann. „Die Tiere benutzen ihn als eine Art Peeling.“ Der 49-Jährige ist gelernter Pferdewirtschaftsmeister und hat im Sommer den Hof mit Weide und Koppel in Hambühren-Schönhop erworben. Im kommenden Jahr möchte er dort einen Pferde-Ausbildungshof eröffnen. Bis zum Frühjahr will er eine Dressurhalle und einen Trainingsplatz nach Turniervorgaben errichten und junge Stuten und Hengste zu Dressurpferden ausbilden.

Den gebürtigen Einbecker verschlug es erst vor gut zehn Jahren in den Landkreis Celle. Bei einem Sylturlaub lernte er 1977 seine heutige Ehefrau Friederike, eine Ärztin aus Celle, kennen. 1998 verlegte sie ihre Praxis wieder in ihre Heimatstadt und nahm ihre Familie mit. Seitdem war Claas Oppermann auf der Suche nach einem geeigneten Objekt mit ausreichend Platz für Mensch und Tier. Der Hof in Schönhop bietet mit acht Hektar Weidefläche und einem kleinen Wald optimale Bedingungen für seine Pläne.

Oppermann hat neben acht eigenen Tieren bereits fünf weitere aus Dänemark, Dortmund und von der Insel Föhr bei sich aufgenommen. „Meine Kunden sind unterschiedlich“, erklärt er. „Für die meisten mache ich die Pferde fit für Dressurturniere, ohne, dass sie viel dafür machen müssen. Denen reicht es, ihre Pferde auf Turnieren zu sehen. Viele verkaufen die Tiere auch weiter, nachdem sie fertig ausgebildet sind. Zusätzlich macht sich der Pferdetrainer auch deutschlandweit auf die Suche nach geeigneten Pferden für seine Kunden. „Eltern, die für ihre Tochter ein Pferd suchen, können an mich herantreten und ihre Wünsche äußern“, sagt er. „Was Alter, Farbe und Charakter angeht, gibt es da meist genaue Vorstellungen und meine Erfahrung hilft da auch weiter. 85 Prozent der Klientel im Pferdesport sind junge Mädchen. Um das Reiten zu lernen, benötigen die natürlich ein Tier, mit dem sie leicht umgehen können.“

Auf den neuen Anlagen seines Hofes tut Oppermann viel für das Wohlergehen der Pferde. „Den Sand werde ich mit so genannten Fließschnitzeln mischen“, erklärt er. „Das sind klein gehäckselte Stoffreste, die den Sand viel elastischer machen. Die Tiere sinken nicht so tief ein, was ihre Gelenke schont. Außerdem werde ich im Stall ein Solarium einrichten, unter dem die Pferde sich aufwärmen können.“

Bevor es los geht, muss jedoch noch viel getan werden. Für den 20 mal 60 Meter großen Dressurplatz rechnet Oppermann mit Kosten von 30000 Euro. Die Halle wird mit circa 130000 Euro veranschlagt. „Klar geht das auch billiger“, sagt er, „doch ich will auch etwas Hübsches haben. In diese ländliche Gegend passt einfach keine Blechhalle.“

Weitere Kosten entstehen durch einen Stallvorbau, einen Schmiedeplatz und eine ordentliche Zufahrt. Wenn der Betrieb läuft, will Oppermann auch zusätzliches Stallpersonal einstellen. „In diesem Beruf muss man 24 Stunden bei der Sache sein“, so Oppermann. „Und man muss wissen, was Pferde brauchen: Licht, Luft und Bewegung. Deshalb habe ich im Stall größere Fenster einbauen lassen und die Tiere bekommen nach dem Training viel Auslauf auf der Koppel. Dort können sie machen was sie wollen und das ist wichtig.“

Im kommenden Jahr wird Claas Oppermann 50 und will mit seinem Hof dann so richtig durchstarten. Auf Urlaub muss er dann erstmal verzichten, denn seine Tiere will er nicht so lange allein lassen.