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Hambühren Brasilianisches Feuer in nordischer Mitsommernacht
Celler Land Hambühren Brasilianisches Feuer in nordischer Mitsommernacht
18:07 27.06.2010
Oldau

Sie ließen sich verzaubern von den Klängen der Gitarre und erlebten einen Abend bei Flamenco-, Samba- und Blues. Auf der akustischen Gitarre präsentierte Griggs auch Werke von Cole Porter und Baden Powell. Mit dem ihm eigenen Humor verriet er die Inhalte der Instrumentalstücke und fesselte die Zuhörer mit seiner gelungenen Mischung aus Eigen-Kompositionen und Interpretationen bekannter Flamenco- und Rumba-Rhythmen.

Als Komponist und Gitarrist wurde Griggs von vielen Musikrichtungen beeinflusst: „von mittelalterlicher Musik, von Bach, dem Flamenco, vom Impressionismus eines Debussy und Ravel, vom Jazz á la Porter, Gershwin oder Miles Davis, modernen Klängen des 20. Jahrhunderts, von asiatischer und nicht zuletzt brasilianischer Musik“, wie er sagt. Vermutlich sei es ihm ergangen wie vielen Nicht-Brasilianern seiner Generation: das Hören von „The girl from Ipanema“ in den 60er Jahren war der erste Kontakt mit der Musik. „Erst in den 80er Jahren, als die südamerikanische Musik in den Clubs in New York Einzug fand, hatte ich die Gelegenheit brasilianische Bands öfter zu hören. Ich begann, mich für Stücke von Antonio Carlos Jobim zu interessieren.“ Auch von Elis Regina, Joao Gilberto, Caetano Velosa und Gilberto Gill. „Ich war sofort gefangen von der Lässigkeit und dem Understatement des Bossa Nova Sounds, seinen flüsternden, fast gehauchten Stimmen und geheimnisvollen Tönen“, so Griggs. Später befreundete er sich mit brasilianischen Musikern, besuchte mehrmals Rio de Janeiro. Er bekam Spaß an der Idee, populäre brasilianische Stücke von Jobim, Baden Powell und Luiz Bonfa für die klassische Gitarre umzusetzen und sie mit den für Jazzmusiker üblichen Improvisationen zu unterlegen. Seine respektvollen Interpretationen sind keine simplen Remakes. „Sie hören hier die Interpretationen von einem Jazz-Musiker, der glücklich in die brasilianische Musik verliebt ist“, beteuerte Griggs. Das konnten die Gäste hören. Ihre Kommentare: „Wir sind tief berührt von seinem sensiblen Gitarrenstil“. „Schade, dass Gitarrenmusik immer mit lauten E-Gitarrenaufführungen und Hard-Rock in Verbindung gebracht wird“. „Leider wird diese Art Gitarrenmusik in der Schule nur selten vermittelt.“ Ein erholsamer, leidenschaftlicher Abend.

Von Aneka Schult