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Faßberg Schulische „Verödung“ befürchtet
Celler Land Faßberg Schulische „Verödung“ befürchtet
12:53 13.06.2010
Eindrücke vom Infoabend. Der saal war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Eindrücke vom Infoabend. Der saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Quelle: Björn Schlüter
Faßberg

„Dass wir Politiker hier heute Abend sind hat den einen Grund, dass wir Ihre Argumente hören wollen“, sagte Edmund Riggers, FDP-Fraktionsvorsitzender im Kreistag. Er war nur einer von vielen Entscheidungsträgern, die den Weg nach Faßberg angetreten hatten, um der Informationsveranstaltung der Initiative zum Erhalt des Schulstandortes Faßberg beizuwohnen.

Anschaulich wurde den über 200 Besuchern ein Bild über die derzeitige Lage gezeichnet, wonach die Kreisverwaltung eine Lösung favorisiert, bei der Schüler aus Faßberg, Unterlüß und Hermannsburg in Zukunft zentral in Hermannsburg weiterführende Schulen besuchen sollen.

„Wenn die Schulen hier jetzt weggehen, dann bekommen wir sie nie wieder“, sagte Frank Bröhl aus dem Schulvorstand der Grund-, Haupt- und Realschule Faßberg. „Der Ort würde langfristig veröden, so viel steht fest.“ Faßbergs Bürgermeister Hans-Werner Schlitte mahnte gar, ein Wegfall weiterführender Schulangebote im Ort könnte die Bundeswehr langfristig zum Überdenken ihres Standortes animieren und werde kurzfristig in jedem Fall junge Soldatenfamilien bei der Wahl ihres Wohnortes beeinflussen.

Jörg-Gerhard Schuster, Faßbergs Abgeordneter im Kreistag (CDU-Fraktion) rief zur Besonnenheit auf. „Ich möchte alle Beteiligten bitten, dass wir eine Lösung finden, die für unsere Schüler am besten geeignet ist.“ Rüdiger von Borcke, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD im Kreistag deutete bereits an, dass mit der SPD das derzeit vorgeschlagene Modell der Verwaltung nicht durchzusetzen sei. „Wir haben uns intern bereits dafür ausgesprochen, den Realschulstandort Faßberg zu erhalten. Hermannsburg hätte weiter sein Gymnasium und Unterlüß behielte die Hauptschule.“ In einem waren sich alle Politiker einig: Leicht werde sich die Entscheidung niemand machen in den kommenden Sitzungen.

Auch Unterlüß präsentiert gute Argumente für den Erhalt seines Schulstandortes

Auch Unterlüß wirbt weiter für eine Hauptschule im Ort. Elke Meyer, Vorsitzende des Ortsverbandes der CDU stützt sich auf eine ganz ähnliche Argumentation, wie sie die Faßberger vorgetragen haben.

„Die vom Landkreis dargestellten Argumente sind schwer nachvollziehbar“, so Meyer. „Insbesondere scheint unverständlich, warum der Landkreis Investitionsaufwendungen bei einer Zentralisierung der Hauptschulen in Unterlüß in Höhe von 1,6 Millionen Euro verlangt, obwohl genügend Fachunterrichtsräume zur Verfügung stehen.“

Ein Ausbau der Schule, wie er in Hermannsburg nötig würde, sei in Unterlüß nicht erforderlich. Der Untersuchungsbericht der Hauptschul- und Realschulstandorte im Landkreis Celle, der durch den Landkreis erstellt wurde, weise alternative Vorschläge auf, die Hauptschulen des Nordkreises in Unterlüß oder Hermannsburg zu zentralisieren, „wobei sich die Kreisverwaltung gegen Unterlüß entschieden hat“, so Meyer.

In seinem Gutachten bezeichne der Landkreis die Hauptschule als sogenannte „Restschule. „Wir in Unterlüß achten unsere Hauptschüler sehr und bieten ihnen eine sehr gute, pädagogische und berufsorientierte Ausbildung mit der Möglichkeit, den Realschulabschluss zu erwerben“, so Meyer. „Entgegen der Auffassung des Kreises, diese Schulform würde von Eltern nicht angenommen, besuchen tatsächlich auch viele Escheder und Faßberger Schüler schon heute unsere Hauptschule. Unsere Hauptschule ist schon längst da, wo andere Schulen erst hin wollen.“

Von Björn Schlüter