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Faßberg Piloten heben künftig ab im Flugsimulator
Celler Land Faßberg Piloten heben künftig ab im Flugsimulator
13:58 13.06.2010
Flugsimulator in Faßberg
Flugsimulator in Faßberg Quelle: Björn Schlüter
Faßberg

„Die Grundsteinlegung für das Simulatorgebäude war für unsere ländliche Kommune schon ein herausragendes Ereignis, die lang ersehnte Inbetriebnahme stellt nun die Krönung nicht nur für das Transporthubschrauberregiment 10 Lüneburger Heide sondern auch für die Gemeinde Faßberg dar.“ Mit diesen Worten beschrieb Bürgermeister Hans-Werner Schlitte die Bedeutung des nun am Heeresflugplatz in Betrieb genommenen NH90-Simulators.

Das Transporthubschrauberregiment verfügt damit über ein hochmodernes Ausbildungsmittel für seine NH90-Hubschrauberbesatzungen. Die „Heideflieger“ sind der erste Einsatzverband der Heeresflieger mit einem eigenen „Full-Mission-Flugsimulator“ am Standort. „Für uns ist das ein großer Tag auf dem langen Weg zum LH90“, so Oberst Martin Weißenfels. „Gerade dieser Simulator bietet uns Möglichkeiten, von denen wir vor wenigen Jahren nur geträumt haben.“

Das Hightech-Konstrukt werde künftig dazu eingesetzt, Fliegern die Beherrschung des Systems eines LH90-Helikopters zu vermitteln. „Unser Schwerpunkt liegt darin den Piloten in komplizierten taktischen Szenarien ausbilden“, sagt Weißenfels. Konkret heißt das, im Simulator können auf Knopfdruck Bedingungen hergestellt werden, die im realen Flugbetrieb zwar vorkommen können, aufgrund ihrer Gefährlichkeit aber nicht geübt werden.

Flüge bei Tag, bei Nacht, bei grundsätzlich jeder Witterung – ein paar kurze Befehle genügen und der Simulator gaukelt den Piloten ein Gewitter vor. „Um das zu erreichen ist aber weit mehr notwendig als die große Kuppel als klar erkennbarer Simulator“, erklärt Robert Hollensteiner, Geschäftsführer der Helicopter Flight Training Services-GmbH (HFTS), die den Simulator entwickelt, finanziert und gebaut hat. „Insgesamt rund 70 Rechner im gesamten Simulator-Gebäude arbeiten dem System zu, damit die Piloten im Inneren ein möglichst getreues Fluggefühl erhalten.“

Im Vergleich zu klassischen Anschaffungen, bei denen der Bund Eigentum erwirbt und unterhält, fällt diese Aufgabe in Faßberg der HFTS zu. „Die Bundeswehr hat sich ihrerseits verpflichtet über die Projektlaufzeit von 14 Jahren eine definierte Menge an Simulatorstunden abzunehmen“, so Hollensteiner. Bei voller Auslastung bedeutet das, dass der Simulator in einer Fünftagewoche jeden Tag 17 Stunden in Betrieb sein wird.

Oberst Weißenfels ist von dieser Perspektive begeistert: „Real könnten wir niemals so viel fliegen, wie wir in die Ausbildung unserer Piloten stecken müssen. Klar ist: der Simulator ersetzt nicht den realen Flugbetrieb, aber die Ergänzung von Simulator und Fliegerei ist absolut sinnvoll und gewinnbringend.“

Von Björn Schlüter