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Faßberg „Mister Müden“ zum Schnäppchenpreis
Celler Land Faßberg „Mister Müden“ zum Schnäppchenpreis
13:50 13.06.2010
Die Schnuckenkönigin Naturpark Südheide, Melanie Obermann, und Besitzer Gerhard Oehles präsentieren den Siegerbock Mister Müden 2009.
Die Schnuckenkönigin Naturpark Südheide, Melanie Obermann, und Besitzer Gerhard Oehles präsentieren den Siegerbock Mister Müden 2009. Quelle: Udo Genth
Müden (Örtze)

MÜDEN. Viel Prominenz war zugegen. Nicht nur Landrat Klaus Wiswe war schon zeitig dabei, sondern zum anschließenden Mittagessen kam Umweltminister Hans-Heinrich Sander und zeigte sich in einem Grußwort sehr angetan von den heimischen Schnucken. Das waren die rund 500 Zuschauer, die sich rund um die Pferche auf dem Parkplatz am Müdener Heidesee drängten, ebenfalls. Das große Medieninteresse konnte an den Kamerateams von drei Fernsehsendern abgelesen werden, dazu kamen viele Abgesandte der regionalen Presse. Letztlich gab sich ihre Majestät, die „Schnuckenkönigin Naturpark Südheide“ – bürgerlich Melanie Obermann – die Ehre.

Zunächst wurden die insgesamt 37 Schnuckenböcke von Fachleuten begutachtet. Dabei spielten Begriffe wie „Rahmen“ und „Typ“, „Fellzeichnung“ oder „stark bemuskelt“ eine entscheidende Rolle. Anschließend musste sich die Prüfungskommission zwischen zwei nahezu gleichwertigen Böcken entscheiden. Bester Schnuckenbock diese Jahres und damit „Mister Müden“ wurde letztlich Bock 18 aus dem Hof von Gerhard Oehles aus Lauenbrück.

Nach einer kurzen Pause begann Dieter Brockhoff die Auktion. Er trieb die Gebote, die generell bei 300 Euro einsetzten, durch seinen scheinbar nie versiegenden Redestrom immer höher. Siegerbock „Mister Müden“ wechselte schließlich für 1550 Euro den Besitzer, für seinen Rivalen um den Titel wurden lediglich 1000 Euro geboten. Generell fiel auf, dass die Spitzengebote niedriger als im Vorjahr lagen. Allein beim diesjährigen Siegerbock zum Erlös von „Mister Müden“ des Vorjahres klaffte eine Distanz von fast 1000 Euro. Dennoch zeigte sich Züchter Carl Wilhelm Kuhlmann aus Niederohe vom veranstaltenden Verband Lüneburger Heidschnuckenzüchter zufrieden. Es komme nicht nur auf die Spitzenwerte an, vielmehr ist das Durchschnittsergebnis zu bewerten.

Unlängst war im „Spiegel“ zu lesen, Forscher hätten festgestellt, dass der Klimawandel in Schottland die dortigen Schafe kleiner werden lasse. Kreisveterinär Dr. Heiko Wessel, Mitglied der Bock-Prüfungskommission, meinte dazu: „Ähnliches haben wir hier nicht beobachtet“, und fuhr fort: „Unsere Schnucken haben eher die Tendenz nach oben“.

Von Udo Genth