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Faßberg Metaphern für eigenes Empfinden
Celler Land Faßberg Metaphern für eigenes Empfinden
14:21 13.06.2010
Anna Janders Bild "Figueroa"
Anna Janders Bild "Figueroa" Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Müden (Örtze)

MÜDEN. Was auf ihren Exponaten aus der Entfernung pittoresk erscheint, gewinnt mit zunehmender Annäherung an das Gemälde an Abstraktion. Plötzlich verlieren sich die Konturen der Gebäudekomplexe und Straßenzüge. Stattdessen entsteht eine geradezu kaleidoskopische Komposition von Farbflächen, die den Blick des Betrachters ins Wanken geraten lässt. Blöcke von sich gleichenden Fassaden reihen sich in ständiger Wiederholung aneinander und verbergen das individuelle Leben, das sich hinter ihnen abspielt – man ist in ihnen eingebettet und doch isoliert. Und gerade wenn man den Bruchteil einer Information ausfindig gemacht hat, mit der man das Dargestellte identifizieren könnte, löst es sich ins Undefinierbare auf und zwingt den Betrachter, die gemalte Stadtlandschaft erneut mit Abstand und als Ganzes anzuschauen und in sich aufzunehmen, um sich neu zu orientieren. Denn Janders Landschaften scheinen mystisch, surreal, zeigen eine eher fremde Welt und Zeit. Tatsächlich aber präsentieren sie eine Erinnerung von außerordentlicher Tiefe. Und gerade diese kunstvoll erzeugte Tiefe und Nähe lässt den Betrachter zu ihrem Begleiter auf einer Entdeckungsreise werden, die überdeutlich an eine Grenze führt und auf das Dahinter verweist. Bemerkenswert.

●Öffnungszeiten: Die Ausstellung in der Historischen Wassermühle Müden ist bis zum 30. April zu sehen. Sie ist geöffnet montags bis freitags von 9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr.

Von Rolf-Dieter Diehl