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Faßberg Laster parken Friedhof zu
Celler Land Faßberg Laster parken Friedhof zu
13:46 13.06.2010
Faßberg

„Es ist beschämend“, sagt Hans Naujokat. Er bemängelt, dass die Laster nicht nur die Parkplätze blockieren, die seiner Ansicht nach für Friedhofsbesucher angelegt worden sind. Viel gravierender sind die Geräusche, die anspringende Kühlaggregate verursachen und die Totenruhe nachhaltig stören.

Mit dieser Ansicht steht Naujokat nicht allein. Als er im September an den örtlichen Pfarrer schrieb und seine Ansichten vortrug, haben vier weitere Bürger aus seiner Nachbarschaft unterzeichnet. Allerdings – eine Antwort hat Hans Naujokat bis heute nicht erhalten, weder vom evangelischen Pfarrer noch vom katholischen Pfarrbüro, dem er ebenso schrieb. Das Schweigen der Kirchen ist für Naujokat besonders ärgerlich. Er sieht darin eine grobe Unhöflichkeit und sich mit seinen Sorgen „nicht für voll genommen“, wie er sagt. Gleiches unterstellt er der Faßberger Verwaltung.

Im Rathaus versteht man Naujokats Einwände durchaus. „Das ist eine lange Geschichte“, räumt Bürgermeister Hans-Werner Schlitte ein. Schon mehrfach hätten sich die zuständigen Ausschüsse wie auch der Rat mit den parkenden Lkws beschäftigt. Schlitte erläutert den Hintergrund: „Die Fahrer nehmen, wenn sie am Wochenende zu ihrer Familie nach Faßberg zurückkehren, die Lkws mit. Irgendwo müssen sie die Fahrzeuge ja parken. Das Problem liegt darin, dass die Fahrzeuge nicht in Wohngegenden, also direkt im Ort, geparkt werden dürfen. Deshalb gibt es nur zwei Alternativen: am Friedhof oder neben der Volksbank in der Ortsmitte. Das Areal ist dort als Mischgebiet ausgewiesen, also darf dort geparkt werden. Dagegen haben aber die Anwohner nun berechtigte Einwände“. Der saure Apfel, so lässt Schlitte durchblicken, in den die Gemeinde beißen muss, ist das Abstellen am Friedhof. Den Lastwagen kann das Parken schließlich nicht generell verboten werden.

Im Mitteilungsblatt der Gemeinde hat Schlitte seine Ansicht erläutert. „Rat und Verwaltung sind um eine Lösung bemüht“, heißt es dort.

Das klingt wie Hohn in Naujokats Ohren. Er vertraut den Aussagen der Verwaltung nicht mehr. Letztlich hat er eine Alternative bereit: die Lastwagen sollen im Gewerbegebiet Faßberg parken. In der Tat besitzt die Gemeinde an der Müdener Straße am südlichen Ortsausgang Grund und Boden. Der ist zur Zeit mit dichtem Fichtenwald bewachsen. Naujokat schlägt vor, Teile des Waldes zu roden und einen ausreichend großen Parkstreifen anzulegen. Diesen Vorschlag hält man im Rathaus für realitätsfremd. „Wegen seiner prekären Haushaltslage ist die Gemeinde derzeit nicht in der Lage, größere Bauprojekte zu finanzieren“, so Faßbergs Bauamtsleiter Winfried Hoff.

Von Udo Genth