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Faßberg Heideflieger helfen in der Not
Celler Land Faßberg Heideflieger helfen in der Not
14:21 13.06.2010
Helfer bringen den Inkubator zur Bell UH 1D auf dem Faßberger Fliegerhorst
Helfer bringen den Inkubator zur Bell UH 1D auf dem Faßberger Fliegerhorst Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Faßberg

Vincent ist noch nicht mal 14 Tag alt, aber hat schon mehr als mancher 20-Jähriger erlebt. Mit einem Rettungshubschrauber sollte der Junge, der an einem Herzfehler litt, kurz nach der Geburt von Rostock nach Bad Oeyenhausen transportiert werden, um im dortigen Herzzentrum operiert zu werden. Doch auf dem Flug gibt es Komplikationen.

Der Rettungshubschrauber, der das Kind in Rostock aufgenommen hatte, bekommt technische Probleme. Es ist kurz nach Mittag als auf dem Gefechtsstand des Transporthubschrauberregimentes 10 in Faßberg die Alarmglocke ertönt. Der Pilot des Rettungshubschraubers meldet sich vier Minuten nördlich des Faßberger Kontrollturms mit einer Luftnotlage wie es in der Fachsprache der Heideflieger heißt. Der Pilot bittet um Landeerlaubnis.

In sekundenschnelle löst der Fluglotse vom Tower aus Alarm aus. Die vielen Übungen, in denen die Soldaten oft den Notfall geprobt haben, zahlen sich jetzt aus. Noch bevor der Hubschrauber die Betonpiste anfliegt, stehen die Rettungskräfte bereit. Doch alles geht gut. Sicher kann der Pilot die Maschine aufsetzen. „Damit, so erzählt Flugsicherheitsstabsoffizier Bernd Müller-Keil, „war die Sache für uns eigentlich erledigt“.

Doch das war es dann noch lange nicht. Denn der Hubschrauber war sicher gelandet, aber der kleine Patient, der im Innenraum in einem Inkubator lag, musste noch eine ganze Ecke weiter, um in das Herzzentrum in Bad Oeyenhausen zu kommen. Für den normalen Rettungshubschrauber aus Hannover ist der Inkubator zu groß, ein Transport auf der Straße kommt nicht in Frage, denn durch die Erschütterungen wird der Kopf des Neugeborenen zu sehr durchgeschüttelt. Kommandeur Martin Weißenfels bietet gleich Hilfe an und so wird eine Bell UH-1D der Heideflieger zum Rettungshubschrauber umfunktioniert.

Doch auch das fordert viele Helfer und gute Ideen. Denn ein Inkubator ist ein sensibles technisches Gerät, das während des Fluges versorgt bleiben muss. Der strömenden Regen erschwerte das ganz Unterfangen zusätzlich. „Alle haben mitgemacht und jeder sich eingebracht. Das war wirklich toll“, sagt Bernd Müller-Keil.

Mit Abdeckungen wurde der Inkubator vor dem Regen geschützt und zunächst in einer benachbarten Halle untergebracht. Dort laden die Helfer alle Akkus richtig voll. Die Piloten des Transporthubschrauberregimentes setzen ihre Bell UH 1D dann so dicht wie möglich neben der Halle auf. Mit gemeinsamer Anstrengung wird der kleine Patient in seinem Inkubator in den Innenraum des Transporthubschraubers gehievt. Dabei müssen die Helfer immer aufpassen, denn das zarte Köpfchen von Vincent verträgt keine Erschütterungen.

„Der Flug selber verlief dann völlig ohne Probleme“, erzählt Flugsicherheitsstabsoffizier Müller-Keil. Gut eine Stunde später setzte die Maschine sicher in Bad Oeyenhausen auf. In der Zwischenzeit ist der kleine Vincent auch operiert. Alles ist gut verlaufen und der Junge schon wieder im heimischen Rostock.

Jetzt muss es schnell gehen: Der kleine Patient wird bei strömenden Regen in die Bell UH-1D des Transporthubschrauberregiments umgeladen.

Hilfsaktion

für kleines Baby

Von Tore Harmening