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Faßberg Gemeinde Faßberg erwägt Kauf von Edeka in Müden
Celler Land Faßberg Gemeinde Faßberg erwägt Kauf von Edeka in Müden
13:38 30.12.2015
Müden (Örtze)

MÜDEN. Kurz vor dem Ende der Haushaltsberatungen in Faßberg rutschte noch ein Titel mit in das Zahlenwerk, der Bewegung in den derzeit nicht vorhandenen Einzelhandel in Müden bringen könnte. „Erwerb eines Geschäftsgrundstückes mit Vermögen“, lautet der und ist mit 105.000 Euro unterlegt.

Diese Summe würde laut Michael Hoffmann, Sprecher des Vorstandes des Verkehrsvereins in Müden, inzwischen reichen, um das Gebäude des ehemaligen Edeka-Marktes zu kaufen. Wie Faßbergs Bürgermeister Frank Bröhl bestätigte, ist der Kauf durch die Gemeinde „eine Option. Klar ist, dass es um die Grundversorgung der Menschen in Müden geht, und wir wollen den Titel Erholungsort erhalten.“

Den würde Müden nämlich in absehbarer Zeit verlieren, wenn es keine Nahversorgung mehr gibt. Wie Hoffmann sagte, besteht die Interessengemeinschaft für den Erhalt dieses Angebotes weiter. Nicht mehr Gesprächspartner der Runde sei hingegen Regina Braun, die frühere Inhaberin des Marktes. Es werde jetzt direkt mit den Gläubigern verhandelt. Hoffmann bat um ein wenig Geduld: „Es ist eine zähe Geschichte, weil doch viele Fragen bedacht werden müssen.“

Sollte sich die Gemeinde zum Kauf entscheiden, wäre das aber auf jeden Fall ein Schritt nach vorne, denn die Forderungen der bisherigen Eigentümerin waren bisher immer ein Hinderungsgrund. Die Interessengruppe plant nach dem letzten öffentlich bekannten Stand eine Art Genossenschaftsmodell mit Belieferung durch eine größere Supermarktkette. Bisher gibt es aber noch keine spruchreife Lösung. Bürgermeister Frank Bröhl geht aber davon aus, dass es Anfang des kommenden Jahres weitergeht.

Die Politik kann sich den Kauf auch vorstellen, wenn denn die Voraussetzungen stimmen. „Wir brauchen ein schlüssiges Konzept, das nachhaltig und tragfähig ist. Dann kann man über einen solchen Schritt nachdenken“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Nickel, der zugleich Ortsvorsteher in Müden ist. Momentan ist der Posten im Haushalt nur ein Platzhalter, der die Politik in die Lage versetzt, zu handeln und auch Fördergelder einzutreiben. Damit ein Kauf stattfinden könne, seien aber auch Investoren nötig, die sich bei dem Projekt engagieren wollen. Zu der Frage, ob ein Genossenschaftsmodell weiterhin favorisiert werde oder auch eine andere Struktur infrage komme, wollte sich Nickel zunächst nicht äußern. „Über diese Frage kann erst abschließend etwas gesagt werden, wenn das Konzept steht“, so Nickel.

Michael Bogmaier von der SPD/WGF-Gruppe im Faßberger Rat sieht das ähnlich wie Nickel. „Wir brauchen ein tragfähiges Konzept. Vorher können wird die Option eines Kaufes auch nicht prüfen“, so Bogmaier.

Von Tore Harmening