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Faßberg Förderverein für die Erinnerungsstätte Luftbrücke wählte neuen Vorsitzenden
Celler Land Faßberg Förderverein für die Erinnerungsstätte Luftbrücke wählte neuen Vorsitzenden
13:49 13.06.2010
Faßberg

„Das ich nicht mehr für den Vorsitz und auch nicht für einen Sitz im Vorstand kandidiere hat nichts mit Zorn oder Frust zu tun. Es ist an der Zeit, einen rechtzeitigen Wechsel vorzunehmen und die Verantwortung an jüngere Mitglieder abzugeben“, so Kruppik, der im Anschluss an die Rechenschaftsberichte und dem weiteren Sitzungsverlauf anschließend Paul Hicks zum neu gewählten Vorsitzenden gratulieren konnte. Neben vielen Vereinsmitgliedern waren auch der Kommandeur der Technischen Schule der Luftwaffe 3, Oberst Ulrich Stamm und der Kommandeur des Transporthubschrauberregiments 10 ‚Lüneburger Heide’, Oberst Uwe Seeburg anwesend. Als besonderen Gast konnte Rainer Kruppik den Amtschef des Luftwaffenamtes, Generalmajor Winfried Gräber, begrüßen, der maßgeblich dazu beigetragen hatte, die Erinnerungsstätte formal als Militärgeschichtliche Sammlung der TSLw 3 zu unterstellen. Seit 2006 ist auch General Gräber Mitglied des Fördervereins. Sozusagen als Ehrengast war in diesem Jahr Mercedes Wild aus Berlin anwesend, die als junges Mädchen die Luftbrücke miterlebt hat und durch Ihr Buch „Mercedes and the Chocolate Pilot“ über die Grenzen Deutschlands bekannt geworden ist. Die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin in Faßberg hat sich als kulturelle Institution in der Gemeinde und im Landkreise Celle fest etabliert und ist aus den touristischen Angeboten nicht mehr weg zu denken. Aber auch für die politische Bildung für die Verbände und Dienststellen des Fliegerhorstes spielt die Erinnerungsstätte eine tragende Rolle. Mittlerweile kann das Museum im Nordkreis auf rund 10.000 Besucher pro Saison verweisen, die aus Nah und Fern anreisen, um einen der wichtigsten Eckpfeiler der Luftbrücke, den Fliegerhorst Faßberg zu besuchen. So wurde von der damaligen Royal Airforce Station Faßberg die Versorgung Berlins mit Kohle sichergestellt. Insgesamt 539.112 Tonnen davon flogen britische und amerikanische Flugzeuge in das blockierte Berlin und Statistiken zählten bis zu 450 Starts und Landungen pro Tag. In drei Nissenhütten und zwei geschlossenen Eisenbahnwaggons veranschaulichen Originalunterlagen und -ausstellungsobjekte, wie das alliierte Räderwerk funktionierte. Komplettiert wird die Ausstellung zudem durch den ‚FASSBERG-FLYER’ eine C-47 der US-Air Force, die in Faßberg zum Einsatz kam. Dokumentiert wird schließlich auch das Zusammenwirken der Alliierten mit den deutschen Angehörigen der German Civil Labour Organisation (GCLO), die für die Verladung der Kohle verantwortlich waren. Darüber und über den persönlichen Alltag der Menschen berichtet die Erinnerungsstätte. Mit der Einrichtung der Militärgeschichtlichen Sammlung über ‚Ausbildung und Einsatz am Standort Faßberg’ wurde die Gesamtausstellung komplettiert. „Mit dem neuen Vorstand habe ich professionelle Menschen an meiner Seite, die mich bei den bevorstehenden Aufgaben unterstützen werden. Es ist unser vorrangiges Ziel, neben der Finanzierung eines Schutzdachs für den Faßberg Flyer auch die Mitgliederzahlen von derzeit 120 zu erhöhen und vor allem jüngere Menschen für dieses Thema zu begeistern“, so Paul Hicks in seiner ersten Rede als neuer Vorsitzender. Anschließend wurde Rainer Kruppik, der dem Verein als Kurator weiter fachlich zur Seite steht, zum Ehrenmitglied ernannt. Darüber hinaus wurde Jens-Uwe Müller zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Gerhard Källner wurde als Schatzmeister im Amt bestätigt. Zu Beisitzern wurden Sabine Bornheber und Ludger Osterkamp gewählt.

Von Fremdfotos / Texte Eingesandt