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Faßberg Akten nach Riegers Tod verschwunden
Celler Land Faßberg Akten nach Riegers Tod verschwunden
14:12 13.06.2010
Gerdehaus

Nach den Angaben sollen sich die Akten jetzt im Einflussbereich der rechtsextremen Szene befinden. Das Brisante daran: Die in London registrierte Firma ist als formale Eigentümerin diverser Rieger-Immobilien in den Grundbüchern eingetragen. Dazu gehören der „Heisenhof“ im Landkreis Verden und der„Schützenhof“ im thüringischen Pößneck. Außerdem wollte Rieger im Namen dieser Firma am 16. Dezember in Celle das Landhaus Gerhus bei Faßberg ersteigern.

Die „Wilhelm Tietjen Stiftung Ltd.“ ist eine Firma britischen Rechts, die Rieger ganz bewusst als Stiftung bezeichnete, um ihr den Ruf der gemeinnützigen Tätigkeit zu verleihen. Er hatte sie 2001 mit der Hinterlassenschaft eines Bremer Altnazis gegründet, der Rieger als Erben und Testamentsvollstrecker eingesetzt hatte. Unter anderem mit diesem Geld hatte der Anwalt nach Angaben von NDR-Info seine Immobiliengeschäfte betrieben.

Seit dem Tod des Neonazis versuchen die Behörden, diese Immobilien dem Einfluss der rechten Szene dauerhaft zu entziehen. Die Türen des Schützenhofes in Pößneck wurden deshalb am vergangenen Freitag versiegelt. Dem „Heisenhof“ droht der Abrissbagger, nachdem das Verwaltungsgericht in Stade eine entsprechende Verfügung des Landkreises abgesegnet hatte. Gegen dieses Urteil hatte Rieger Rechtsmittel eingelegt.

Die Akten gelten als Schlüsseldokument für alle weiteren juristischen Auseinandersetzungen um die Firma. Ohne die Akten der Firma „Tietjen-Stiftung“ dürfte es den Behörden schwer fallen, die Eigentumsverhältnisse des Neonazis aufzuklären. Fraglich bleibt, ob Rieger in diesen Akten zu Lebzeiten einen Bevollmächtigten ernannt hatte, der seine Geschäfte fortführen könnte. Fraglich ist laut NDR-Info zudem, ob am Ende Riegers Familie das Vermögen der Firma erben wird oder ob es der britischen Krone zufällt.

Von Joachim Gries