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Faßberg Ärger um Schwimmbad in Faßberger Lerchenschule
Celler Land Faßberg Ärger um Schwimmbad in Faßberger Lerchenschule
13:09 23.12.2015
Faßberg

Es ist lediglich ein Prüfauftrag, den die CDU in den Faßberger Rat einbrachte. Aber schon der reichte, um etliche Bürger auf die oberste Zinne des Rathauses zu bringen.

Die Christdemokraten wollen die Verwaltung beauftragen, zu prüfen, ob das Hallenbad in der Lerchenschule nicht über die Sommermonate geschlossen werden kann, um Geld zu sparen. „Wir wissen, dass das kein einfacher Antrag ist, aber angesichts der desolaten Haushaltssituation müssen alle Dinge auf den Prüfstand“, argumentierte der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Nickel. Er bezifferte die Kosten auf 80.000 Euro.

Diese Zahl führte zu Irritationen auf den Besucherstühlen. „Diese Zahl ist für das Schwimmbad nicht ordentlich recherchiert“, sagte die ehemalige Rektorin der Schule, Angelika Hauser. Nach ihrer Aussage betragen die Aufwendungen für die gesamte Schule 55.000 Euro. Im Haushalt stehen als Gesamtaufwendung 80.000 Euro.

Die Kosten sind für Hauser aber ohnehin nur das eine. Sie betonte vor allem die soziale Komponente, die mit der Schließung verloren gehen würde. Zum einen sei die Schule mit die einzige im Landkreis, die ein solches Schwimmbecken habe. „Als Folge gehen unsere Viertklässler alle als Schwimmer von der Schule weg“, so Hauser mit Blick auf Berichte, dass immer weniger Kinder schwimmen können. Dafür würden aber zwei Halbjahre benötigt. Das Bad werde aber auch durch andere Gruppen, wie die Wassergymnastik und die DLRG genutzt.

Außerdem, so ergänzte eine weitere Besucherin der Ratssitzung, sei es einigermaßen unsinnig, das Bad in den Sommermonaten zu schließen, weil es dann nämlich nicht beheizt würde. Das bedeutet, dass dann wohl die geringsten Kosten anfallen.

Bürgermeister Frank Bröhl reagierte zurückhaltend auf den Antrag der CDU. „Letztlich ist es richtig, dass wir jedes Sparpotenzial prüfen. Wir müssen als Gemeinde schauen, was uns das eigentlich kostet“, so der Bürgermeister. Grundsätzlich sei es sicher besser, ein großes Bad für mehr Menschen zu erhalten, als nur ein kleines Bad, wenn man sich entscheiden müsste. Neben den reinen Zahlen würde aber in der Betrachtung auch die soziale Komponente eine Rolle spielen. Erst dann könne man ein abschließendes Urteil fällen.

Das Thema ist insofern heikel, als die Gemeinde derzeit Überlegungen anstellt, die Grundschule in die ehemalige Peter-Härtling-Schule zu verlegen. Dagegen gibt es massiven Widerstand aus der Schule und der Elternschaft. Das Gutachten, das zunächst die Machbarkeit eines solchen Umzuges überprüfen soll, wird voraussichtlich Anfang des Jahres vorliegen.

Von Tore Harmening