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Faßberg 2011 soll „Haus Gerhus“ fertig sein
Celler Land Faßberg 2011 soll „Haus Gerhus“ fertig sein
13:35 13.06.2010
Brigitte Friedrich stellt ihre Pläne für das Landhotel Gerhus vor. Teilweise bietet sich im Inneren des Gebäudes ein Bild der Verwüstung
Brigitte Friedrich stellt ihre Pläne für das Landhotel Gerhus vor. Teilweise bietet sich im Inneren des Gebäudes ein Bild der Verwüstung Quelle: Björn Schlüter
Gerdehaus

„Wenn es nichts Erhaltenswertes gäbe, hätte ich mich hier nicht engagiert“, sagt Brigitte Friedrich, während sie durch die leer stehenden Räume des ehemaligen Landhotels Gerhus geht. Teils sind Türen aufgebrochen, Unrat liegt herum und Wasserschäden an Wänden sind sichtbar – und doch haben die Tatsachen kaum noch Bedeutung, wenn Friedrich in den zugigen Räumen über ihre Zukunftspläne spricht.

Seit über zwanzig Jahren ist sie als geschäftsführende Gesellschafterin und Inhaberin mehrerer sozialer Einrichtungen im Landkreis Celle tätig. Seit 1993 gehört auch das „Haus in der Heide“ in Weyhausen dazu, eine Einrichtung zur Versorgung und Betreuung von Alkoholikern. Nun wird in Gerdehaus eine Einrichtung mit ähnlichem Konzept entstehen, die bei der Wiedereingliederung von seelisch behinderten Menschen helfen soll.

Nur wenig wird vom alten Landhotel übrig bleiben. Der alte Teil wird komplett abgerissen. „Der neuere Trakt ist aber für unsere Zwecke wirklich ideal“, so Friedrich. „Die Räume im unteren Bereich sind ideal nutzbar als Wäscherei, Küche aber auch als Werkstätten.“ So soll beispielsweise das alte Hallenbad zugeschüttet werden und der so entstehende Raum zu Werkstatt und Aufenthaltsraum umgebaut werden.

Zunächst wird aber noch das Mobiliar sondiert, eventuell Brauchbares wird aussortiert. Anfang Februar könnte mit den Abrissarbeiten an den alten Gebäudeteilen begonnen werden. „Wenn wir die Heizung bis dahin zum Laufen bringen, können parallel vielleicht sogar schon im neu gebauten Trakt die Renovierungsarbeiten aufgenommen werden“, sagt Friedrich. „Für die Arbeiten dort planen wir zunächst ein halbes Jahr Dauer.“ Danach böte das Gebäude zunächst 29 Bewohnern Wohnmöglichkeiten .

Möglichst bis Ende 2011 soll das gesamte Gebäude fertig sein. Dann könnte die Einrichtung bis zu 70 Bewohner aufnehmen, untergebracht in 46 Einzelzimmern und 12 Doppelzimmern. „Insgesamt bin ich froh, wenn wir mit einer Investitionssumme von 4,5 Millionen Euro für Renovierung, Abriss und Umbau auskommen, aber es bleibt natürlich abzuwarten, wie sich die Kosten entwickeln“, so die Investorin.

Besonderes Augenmerk legt sie neben der Immobilie auch auf das Grundstück. „Die Anlage hier ist so weitläufig und an jeder Ecke hat man praktisch gleich mehrere Ideen, was sich dort umsetzen ließe“, so Friedrich. „Auf jeden Fall werden wir später auch Tiere halten. Die Erfahrung zeigt, dass Bewohnern auch über den Kontakt zu Tieren geholfen werden kann. In jedem Fall werden wir eine ansprechende und moderne Einrichtung schaffen, die in enger Kooperation mit dem Haus in der Heide stehen wird.“

Von Björn Schlüter