Rauchmelder

Wenn ein Piepen Leben rettet

Ein Viertel aller Wohnungen haben keine Rauchmelder - dabei sind diese Pflicht. Fr Uta und Bernd Kruse aus Eschede wurde dieser zum Lebensretter.

  • Von Lisa Brautmeier
  • 25. Okt. 2021 | 09:00 Uhr
  • 10. Juni 2022
  • Von Lisa Brautmeier
  • 25. Okt. 2021 | 09:00 Uhr
  • 10. Juni 2022
Anzeige
Eschede.

Htte Uta Kruse vor vier Jahren nicht das Piepen des Rauchmelders gehrt und dann ihren Mann Bernd geweckt, wre wohl alles zu spt gewesen. Kurz vor Heiligabend war 2017 in ihrem Haus in Eschede ein Brand ausgebrochen. Beide konnten in der Nacht nur noch gerade so ins Freie entkommen. Der Qualm kam schon unter den Tren hindurch, wenig spter schlugen Flammen aus Fenstern und Giebel, das Gebude wurde vllig zerstrt. Aber das Ehepaar kam mit dem Leben davon.

Rauch schon nach zwei Atemzgen gefhrlich

"Ohne den Rauchmelder wrden wir jetzt nicht mehr hier sein", sind sich die Kruses sicher. Sie waren damals im Schlafzimmer im ersten Stock, als gegen 4 Uhr im Erdgeschoss ein Netzteil eines Fernsehers in Brand geriet. Vor allem der aufsteigende Qualm htte fr die beiden sehr gefhrlich werden knnen. "Bei der Inhalation von Brandrauch reichen zwei bis vier tiefe Atemzge, um das Bewusstsein zu verlieren", erklrt Olaf Rebmann, Sprecher der Kreisfeuerwehr Celle. Nach wenigen weiteren Atemzgen sorgt der Rauch fr Schden im Krper, die bis zum Tod fhren knnen.

Ein Viertel der Haushalte ohne Rauchmelder

Obwohl seit Jahren eine Rauchmelderpflicht besteht, fehlen diese noch in vielen Haushalten. Laut einer Erhebung des Landesinnungsverbandes des Schornsteinfegerhandwerks sind in Niedersachsen nur 13 Prozent der Haushalte optimal mit Rauchmeldern ausgestattet, 45 Prozent erfllten nur den Mindestschutz. In 16 Prozent der Wohnungen waren Rauchmelder jedoch falsch installiert und in 26 Prozent der untersuchten Haushalte waren gar keine vorhanden.

"Rauchwarnmelder sind in allen Wohn- und Lagerrumen, sowie Kellern und Dachbden sinnvoll", sagt Rebmann. Ein guter Platz ist immer in der Mitte der Rume, da sich der Qualm zuerst an der Decke sammelt und somit schnell von jedem Bereich des Zimmers dort ankommt. In Kchen sollten die Warnmelder aber nur mit Bedacht angebracht werden, da diese beim Kochen eventuell Alarm schlagen knnten.

Rauchmelder als Lebensretter im Landkreis Celle

In den vergangenen Jahren kam es im Landkreis Celle immer wieder zu Fllen, bei denen Rauchmelder dabei halfen, auf ein Feuer aufmerksam zu machen und so eventuell Leben zu retten. Nicht nur das Ehepaar Kruse aus Eschede hatte Glck. 2019 stand ein Einfamilienhaus in Bargfeld in Flammen. Mutter und Tochter wurden durch einen Rauchmelder vor der Gefahr gewarnt und konnten mit den Haustieren das Gebude verlassen. Im selben Jahr hatten die Bewohner eines Hauses in Oldau Glck: Sie wurden nachts vom Rauchmelder geweckt und konnten die Feuerwehr rufen, die sie befreite. Fluchtwege aus dem ersten Stock waren bereits versperrt. Auch in Westercelle wurde es 2020 brenzlig. In der Wohnung einer damals 81-jhrigen Frau geriet ein Blumengesteck durch eine brennende Kerze in Brand. Nachbarn wurden vom Alarm geweckt und konnten das Feuer lschen.

Neues Haus auf altem Grund

Uta und Bernd Kruse haben inzwischen auf ihrem Grundstck ein neues Haus gebaut. Sie hatten bei dem Brand alles verloren und mussten komplett von vorne anfangen. "Aber das Wichtigste ist, dass wir leben, und die Hilfsbereitschaft hat uns viel Mut gemacht", sagt Uta Kruse. Die Untersttzung von Familie, Freunden und Nachbarn war gro. Mittlerweile fhlen sie sich in ihrem neuen Haus heimisch. Rauchmelder haben sie dort auch wieder in mehreren Rumen und Fluren installiert. Diese sind jetzt per Funk untereinander vernetzt. Schlgt einer Alarm, gehen auch alle anderen im Haus los. "Natrlich kann das auch Nachteile haben", sagt Bernd Kruse. So knnte es bei einem Fehlalarm ein wenig dauern, den zuerst ausgelsten Warnmelder ausfindig zu machen. Aber trotzdem berwiegen fr das Paar klar die Vorteile dieser Vernetzung.

Wartung nur ein geringer Aufwand

Nachvollziehen knnen es die beiden nicht, wenn andere ihre Rauchmelder in Schubladen liegen haben oder die Batterien nicht austauschen. Eine regelmige Wartung ist wichtig, damit diese im Notfall auch funktionstchtig sind. "Bei den meisten Rauchwarnmeldern besteht die Wartung aus dem Austausch der Batterien nach dem angegebenen Zeitraum. Dieser variiert je nach Hersteller zwischen einem und zehn Jahren", erklrt Olaf Rebmann. Das ist ein geringer Aufwand, finden die Kruses. Vor allem, da sie selbst erfahren haben, wie effizient und lebenswichtig so ein Rauchmelder im Ernstfall sein kann.

Rauchmelder sind Pflicht

In Niedersachsen sind Rauchmelder seit dem 1. Januar 2016 in allen Wohnungen vorgeschrieben. Diese mssen in Schlafrumen, Kinderzimmern und Fluren, ber die Rettungswege ins Treppenhaus oder ins Freie fhren, angebracht werden. Der Eigentrmer muss die Rauchmelder installieren. Fr die Wartung in Mietwohnungen sind die Bewohner zustndig. Der Vermieter ist dennoch immer in der Pflicht, die installierten Melder betriebsbereit zu halten.