Offensiveres Vorgehen

Rechtsextreme versuchen Gegner einzuschchtern

Die NPD reagiert darauf, dass ihre Gegner sie am Hof Nahtz in Eschede besuchen - und kommen in den Ort. So ordnet ein Experte das Vorgehen ein.

  • Von Carsten Richter
  • 13. Juli 2021 | 17:59 Uhr
  • 10. Juni 2022
  • Von Carsten Richter
  • 13. Juli 2021 | 17:59 Uhr
  • 10. Juni 2022
Anzeige
Eschede.

Es ist lngst zur Gewohnheit geworden: Wenn am frheren Hof Nahtz Demonstranten ihrem rger ber die Aktivitten der NPD Luft machen, schauen die Neonazis ber den Zaun und lichten ihre Gegner ab. Teilweise gengt ihnen eine Handy-Kamera, teilweise kommen riesige Teleobjektive zum Einsatz. Vermehrt drehen die Rechtsextremen nun den Spie um: Sie warten nicht darauf, dass sie zu den Sonnenwendfeiern "Besuch" bekommen, sondern suchen ihrerseits Gegenveranstaltungen auf so auch am vergangenen Samstag.

Neonazi vom NPD-Hof fotografiert Gegner

Whrend des Auftritts des Hamburger Kunsthauses am Schberg an der Kreuzung zum Finkenberg in Eschede kam ein Neonazi vom nahegelegenen NPD-Hof und hielt seine Handy-Kamera auf die Knstler und deren Untersttzer von den brgerlichen Bndnissen. Der Mann stieg von seinem Mofa und ging ein paar Minuten umher, machte Aufnahmen und fuhr wieder weg es ist nicht das erste Mal.

Auch Journalistin Andrea Rpke haben die Neonazis im Blick

Vor einer Veranstaltung mit der Journalistin und Rechtsextremismus-Expertin Andrea Rpke am 30. Juni in der Glockenkolkhalle gab es einen hnlichen Vorfall: Wie Wilfried Manneke, Sprecher des Netzwerks Sdheide gegen Rechtsextremismus, bekannt gab, htten vor der Halle drei Neonazis gestanden, die dort die Besucher fotografierten. Rpke htten sie gezielt mit Namen angesprochen und ihr Eintreffen ebenfalls per Bild festgehalten. Nach der Veranstaltung seien die Neonazis verschwunden gewesen. "In unseren Augen handelte es sich schlichtweg um Einschchterungsversuche."

Experte Ruben Obenhaus ordnet Geschehen ein

Manneke vermutet hinter den Auftritten der Neonazis eine "neue Taktik, unsere Veranstaltungen durch ihre Prsenz zu stren". Dem Experten Ruben Obenhaus, Projektleiter der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Niedersachsen, ist das Vorgehen nicht unbekannt. "Wir beobachten das seit Jahren in Braunschweig. Teilweise werden Demonstranten auf offener Strae bedrngt. Ein offensiveres Auftreten der NPD ist das, wovor wir immer gewarnt haben", sagt Obenhaus auf CZ-Anfrage. Bislang seien die Neonazis nach dem Motto verfahren: "Wenn ihr nichts macht, halten wir die Fe still."

Darum hat die NPD ihr Verhalten gendert

Seit Herbst 2010 drfen sich die NPD-Gegner bis auf 150 Meter dem Hof nhern das rgert die Rechtsextremen. Obenhaus findet das Vorgehen der Demonstranten am Samstag richtig. Einige Teilnehmer haben versucht, sich dem Neonazi in den Weg zu stellen, und ihn ebenfalls fotografiert. "Sich nicht einschchtern lassen und Beweise sichern ist gut." Die NPD wisse, wann sie den rechtlichen Rahmen berschreite. Diese Form der Bedrohung sei nicht strafbar.