Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Eschede Bei Dalle: Stabiler Wald von morgen entsteht
Celler Land Eschede

Neue Pflanzmethode soll bei Dalle stabilen Wald von morgen entstehen lassen

11:27 27.03.2020
Pflanzer und Baggerfahrer müssen bei dieser Pflanzmethode eng zusammenarbeiten. Quelle: Jonas Haber
Anzeige
Dalle

In dieser Pflanzsaison erprobt das Forstamt Unterlüß ein neues Pflanzverfahren: Ein Bagger mit speziellem Pflanzspaten unterstützt die Pflanzung der schon recht großen Jungpflanzen. Gepflanzt werden hier Stieleichen. Sie sind 80 bis 120 Zentimeter groß.

Eichenbagger-Pflanzung auf halbem Hektar

Diese sogenannte Eichenbagger-Pflanzung führten die Niedersächsischen Landesforsten Anfang März im Forstort Papenberg durch. Aus der Historie des Waldortes geht hervor, dass es sich hier früher um einen geschlossenen Eichenwald handelte. Auf einer etwa einen halben Hektar großen Fläche der Revierförsterei Dalle wurden 2700 Eichen mit Hilfe eines Sechs-Tonnen-Baggers gepflanzt. Dieses Verfahren bietet sich für Jungpflanzen mit üppigem Wurzelsystem und ab einer Größe von 80 Zentimeter an. Der Bagger sticht mit dem speziellen Anbau-Pflanzspaten in den Boden ein, öffnet damit das Pflanzloch und ein Pflanzer schwingt die Pflanze in das geöffnete Loch, welches der Bagger dann sofort durch leichtes Andrücken schließt. Entscheidend für die Wahl dieses Pflanzverfahrens ist, dass die Wurzeln nicht beschnitten werden müssen, was bei diesen Bäumen bei einer Handpflanzung nötig gewesen wäre. Die Pfahlwurzel der Stieleiche bleibt so erhalten. Dadurch wachsen die Pflanzen besser an, können sich schneller entwickeln und das Wurzelsystem sorgt für eine dauerhafte Standfestigkeit der Bäume. Der stabile Wald von morgen entsteht.

Anzeige

Insgesamt bei Dalle schon 48.000 Eichen gepflanzt

Insgesamt entwickelten die Landesforsten in den letzten Jahren im Forstort Papenberg den Wald auf einer Fläche von sechs Hektar Größe von einem Nadelmisch- zu einem Laubmischwald – die Förster sprechen hierbei vom „Waldumbau“. Dazu ernteten sie in den vergangenen Jahren Kiefern und Fichten und schufen so Platz für die Pflanzung von etwa 48.000 Eichen. Einige Waldinnenränder sind mit der heimischen Eibe und Wildobstgehölzen bepflanzt worden. Dadurch entstehen künftig wichtige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Neben der Stieleiche, dem Wildapfel und der Eibe werden sich künftig noch weitere Baumarten auf diesen Flächen natürlich ansamen und so die Artenvielfalt weiter erhöhen. Einige alte Kiefern verbleiben als Schattenspender für die jungen Pflanzen und als sogenannte Habitatbäume, damit zahlreiche Tierarten in diesen alten Bäumen noch dauerhaft Unterschlupf finden.

Klimawandel hat Wälder geschädigt

Aufgrund des Klimawandels und der daraus resultierenden Schäden am Wald sind landesweit viele Freiflächen in den Wäldern entstanden. Besonders der Harz und der Solling sind davon betroffen. Die Niedersächsischen Landesforsten haben Schwerpunkte gebildet, um die besonders vom Borkenkäfer und Windwurf betroffenen Gebiete schnell wieder aufzuforsten. Im Forstamt Unterlüß werden daher in diesem Jahr nur 110.000 junge Bäume gepflanzt. In normalen Jahren werden hier durchschnittlich 320.000 Pflanzen in die Erde gebracht.

4,5 Millionen Bäume werden bei Ostern gepflanzt

In den Landesforsten werden bis Ostern ungefähr 4,5 Millionen Bäume gepflanzt, damit auf den geschädigten Waldflächen ein stabiler, standort- und klimaangepasster Wald von morgen heranwachsen kann.

Von cz

Carsten Richter 26.03.2020
25.03.2020
Carsten Richter 24.03.2020