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Eschede Schon mehr als 30.000 Unterschriften gegen NPD
Celler Land Eschede

Gegen NPD in Eschede: Schon mehr als 30.000 Unterschriften im Internet

15:38 02.11.2020
Von Carsten Richter
Besuch im Dezember? Innenminister Boris Pistorius hat eine Einladung aus Eschede bekommen.  Quelle: Simon Ziegler/Oliver Knoblich
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Eschede

Breite Front gegen Neonazis: Die vor rund vier Wochen gestartete Petition für eine Schließung des NPD-Hofs in Eschede stößt auf große Unterstützung. Bis Montagnachmittag haben bereits rund 31.700 Menschen im Internet unterschrieben. Die Initiatoren wollen die Unterschriften Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius gerne persönlich überreichen. Wilfried Manneke, Sprecher des Netzwerks Südheide gegen Rechtsextremismus, hat dafür bereits einen Termin im Auge: Am Samstag, 19. Dezember, wird die NPD auf ihrem Gelände am Finkenberg ihre rechtsextreme Wintersonnwendfeier veranstalten. Zeitgleich wollen die Gegendemonstranten vor dem Hof erneut ihren Unmut zum Ausdruck bringen. Diesmal mit Unterstützung durch den Minister? Mannekes Idee: "Wir könnten ihm vor dem NPD-Zentrum die bis dahin gesammelten Unterschriften unserer Petition überreichen."

Pistorius verschiebt Besuch in Eschede

Noch ist nicht klar, ob Pistorius' Terminplan einen Besuch in Eschede zulässt. Unterdessen wurde das für Montag in dem Ort vorgesehene Treffen mit dem Innenminister verschoben – alleiniger Grund ist die Corona-Pandemie. In dem Gespräch mit Vertretern des Netzwerks Südheide gegen Rechtsextremismus, des Bündnisses gegen Rechtsextremismus Eschede und des Celler Forums gegen Gewalt und Rechtsextremismus sowie mit Bürgermeister Günter Berg wollte Pistorius erläutern, welche Möglichkeiten es gebe, das NPD-Zentrum zu schließen. "Der Minister versicherte mir am Telefon, dass sein Ministerium dies prüfe", teilte Manneke mit. Das Treffen solle sofort nachgeholt werden, sobald es die Pandemie wieder zulasse.

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Wilfried Manneke vom Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus würde dem Minister gerne persönlich die gesammelten Unterschriften überreichen.  Quelle: Oliver Knoblich

Hof der NPD ist nicht so einfach zu schließen

Dass der Hof nicht so einfach geschlossen werden könne, hatte das Innenministerium der CZ bereits kürzlich auf Anfrage mitgeteilt. Das Gelände ist im Eigentum des NPD-Landesverbandes. Zwei Versuche, die Partei zu verbieten, waren gescheitert.

Diese bekannten Politiker haben unterschrieben

Derweil sind allein am vergangenen Wochenende im Internet noch einmal rund 10.000 Unterschriften für eine Schließung eingegangen. Zu den Unterstützern gehören nach Mannekes Angaben auch die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Julia Willie Hamburg, Celles früherer Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende und die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken.

Aktion endet am 31. Dezember

Neben ihrer Unterschrift machen einige Unterstützer auch mit Kommentaren ihre Position deutlich. "Der braune Sumpf muss endlich trocken gelegt werden", lautet eine Meinung. "Nazis und alle radikale Gruppen dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben", schreibt ein anderer Nutzer. Die Aktion endet am 31. Dezember.

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