Fnf Menschen im Haus

Mann legt Feuer am Haus von Familie der Ex

Bei der Brandstiftung sind zwei Erwachsene und drei Kinder in dem Haus in Hfer. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zunchst nicht wegen versuchten Totschlags.

  • Von Svenja Inken Gajek
  • 16. Sept. 2021 | 12:01 Uhr
  • 10. Juni 2022
  • Von Svenja Inken Gajek
  • 16. Sept. 2021 | 12:01 Uhr
  • 10. Juni 2022
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Hfer.

Die Grten sind mit Figuren geschmckt. Hier und da steht ein Vogelhuschen und eine Zierlaterne. Manchmal luft eine Katze Richtung Aschau. Diese drfliche Idylle in Hfer wurde am Abend des 5. Septembers gestrt: Ein 22-jhriger Mann legte Feuer an einem Einfamilienhaus. Zwar konnte es schnell unter Kontrolle gebracht werden, aber es bleiben einige offene Fragen.

Mutmalicher Tter ruft Polizei

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Lneburg soll der Mann gegen 20.45 Uhr vor der Nebeneingangstr eines Hauses zunchst Kraftstoff verschttet und dann eine Fumatte sowie einige dort abgestellte Schuhe angezndet haben. Kurze Zeit spter informierte der mutmaliche Tter selbst die Polizei.

Mieter konnten Feuer selbst lschen

Ersten Erkenntnissen zufolge hielten sich in dem Haus die beiden Mieter ein 46 Jahre alter Mann und eine 44 Jahre alte Frau sowie deren Kinder im Alter von fnf, elf und fnfzehn Jahren auf. Bei dem Mann soll es sich um den Onkel der frheren Lebensgefhrtin des Tatverdchtigen handeln. Die Freiwillige Feuerwehr von Hfer rckte an, doch die Mieter hatten das Feuer bereits bemerkt und konnten es selbst lschen. Der Tatverdchtige hatte eine Angehrige der Mieter benachrichtigt, die wiederum schnell bei der Familie angerufen hatte.

Mann ist vorbestraft

Die Polizei nahm den 22-Jhrigen am gleichen Abend in der Nhe des Brandortes vorlufig fest. Gegenber den Beamten rumte er die Tat ein. Der Tatverdchtige wurde jedoch schon am nchsten Tag aus dem Polizeigewahrsam entlassen, weil aus Sicht der Staatsanwaltschaft zu diesem Zeitpunkt die Voraussetzungen fr die Beantragung eines Untersuchungshaftbefehls nicht vorlagen. "Dem Umstand, dass der 22-Jhrige selbst die Polizei ber den Brand informiert hatte, kommt besondere rechtliche Bedeutung zu", erklrt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. In den vergangenen fnf Jahren sei der Mann bereits mehrmals wegen anderer, nicht einschlgiger Delikte verurteilt worden.

Staatsanwaltschaft ermittelt "ergebnisoffen"

Der Laie wundert sich: Hat der Tter durch die Brandstiftung nicht zumindest billigend in Kauf genommen, dass bei dem Feuer jemand sterben knnte? Warum wird nicht wegen versuchten Totschlags ermittelt? "Die Staatsanwaltschaft ermittelt grundstzlich ergebnisoffen. Sollten sich im Verlauf der Ermittlungen belastbare Anhaltspunkte dafr ergeben, dass der Tatverdchtige mit Ttungsvorsatz gehandelt hat, so wird dies selbstverstndlich bercksichtigt werden. Eine pauschale Feststellung, dass der Tatverdchtige durch die Brandlegung auch automatisch den Tod von Menschen in Kauf genommen haben muss, kann indes nicht getroffen werden", heit es dazu von der Staatsanwaltschaft.

Kaum Kontakt zu Nachbarn

Die Bewohner des Hauses haben offenbar kaum Kontakt zu den anderen Anwohnern. "Ich kenne die Leute kaum", sagt ein Nachbar. "Wir wnschen uns einen guten Tag und einen guten Weg. Das war es dann schon." Ein anderer Nachbar besttigt diesen Eindruck.

So hoch ist der Sachschaden

Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Inwiefern Lebensgefahr fr die Bewohner des Hauses bestand, mssen die Ermittlungen zeigen. Von entscheidender Bedeutung wird laut Staatsanwaltschaft deshalb ein von einem Sachverstndigen zu erstellendes Brandgutachten sein, das aber noch nicht vorliegt. Nach vorlufiger Schtzung ist ein Sachschaden in Hhe von rund 5000 Euro entstanden.

Was ist das Motiv?

Es ist zu klren, ob es sich hier um einen Racheakt aus Liebeskummer handelt, und falls dem so ist, warum der mutmaliche Tter ausgerechnet das Haus, in dem die Familie des Onkels seiner Ex-Freundin wohnt, angezndet hat.