Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Eschede Artenvielfalt und Klimaschutz im Fokus
Celler Land Eschede

Artenvielfalt und Klimaschutz bei Grünen-Wahlkampf in Habighorst im Fokus

17:58 01.09.2021
Von Oliver Gatz
Diskutierten über Umwelt- und Klimaschutz: (von links) Markus Jordan, Marlies Petersen, Julia Verlinden und Norbert Echterhoff.
Diskutierten über Umwelt- und Klimaschutz: (von links) Markus Jordan, Marlies Petersen, Julia Verlinden und Norbert Echterhoff. Quelle: Marlies Petersen
Anzeige
Habighorst

Im Naturgarten des Garten- und Landschaftsbauers Norbert Echterhoff in Habighorst haben sich 22 Interessierte rund um die Escheder Grünen zum Thema “Artenvielfalt und Klimaschutz” getroffen. Echterhoff erklärte die Zusammenhänge der Ökosysteme und dass auch kleine Eingriffe eine Veränderung bewirken.

22 Interessierte bei Grünen-Treffen in Habighorst

Die Bundestagsabgeordnete der Grünen, Julia Verlinden, ergänzte die Zusammenhänge von Bauen, Naturgestaltung und Klimaentwicklung. Jedes Zehntel Grad Erderwärmung sei zu vermeiden. Beim Erreichen des Kipppunktes werde der Klimawandel nicht aufzuhalten sein. Vielfalt in der Natur und ein extensives Wirtschaften im Bereich Land- und Waldwirtschaft schütze Artenvielfalt, Natur und Klima. Auch das Thema des Wassermanagements wurde wieder aufgegriffen. Durch wachsende Humusschichten und Vernässung der Moore kann Kohlendioxid sogar gespeichert werden.

Positive Wirkung von Bepflanzungen in Städten

Markus Jordan, Bundestagsdirektkandidat und Bio-Ingenieur für Umwelttechnik, berichtet von den Möglichkeiten des Bodenschutzes und der positiven Wirkung von Bepflanzungen im urbanen Raum. Die Städte müssen durch Bepflanzung und das Freihalten von Flächen in den Städten, in den kühlere Luftströme fließen, gekühlt werden.

Verwaltung und Bürgermeisterkandidatin Marlies Petersen gefordert

Im Gespräch mit den Bürgern wurde mehr Beratung, Vorbild und Schulung für eine artengerechte umweltschonende Klimapolitik angemahnt. Dazu forderten die anwesenden Bürger die Unterstützung der Verwaltung beziehungsweise die der Bürgermeisterkandidatin Marlies Petersen. Sie sollen sich darum kümmern, die innerdörfliche Verdichtung beziehungsweise den Verkauf von leerstehenden Häusern am Markt attraktiv zu gestalten, statt die Ausweisung von Baugebieten als unumgänglich zu betrachten.

Grüne gegen Schottergärten und für Verdichtung

Wenn Schottergärten verboten sind, sollte ordnungsrechtlich dagegen vorgegangen werden, fordern Anwesende. Aber auch hier ist Vorbild und Beratung, so die Gäste, oberstes Ziel. “Mir hat das Treffen wieder deutlich gemacht: Nicht überall wird gefordert, dass neue Baugebiete das wichtigste Ziel für eine wachsende Bevölkerung sind. Wir Grünen sehen uns in unseren Zielen der vorrangigen innerdörflichen Verdichtung bestätigt. Die Menschen sorgen sich um die Zukunft unserer Welt. Hier muss auch in Eschede die Verantwortung durch Rat und Verwaltung dafür übernommen werden. Der schonende Umgang mit der Natur hat höchste Priorität”, so Petersen.

Landwirte diskutieren über Wassermanagement

Junge Landwirte diskutierten zusammen mit Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, über die Konsequenzen des Wassermanagements im Zeichen des Klimawandels.

Miriam Staudte, agrarpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion (links), und Eschedes Bürgermeisterkandidatin Marlies Petersen. Quelle: Marlies Petersen

Industriebetrieben werden bei der Verwendung von aufbereitetem Grauwasser (gebrauchtes Wasser außerhalb der Toilettennutzung) viele Steine in den Weg gelegt. Einfache Baugenehmigungen für hauseigene Kläranlagen werden somit aus Sicht der Grünen zukünftig notwendig. Dabei sei jeder gefordert, ressourcenschonend mit Wasser umzugehen.

Bauern berichten in Habighorst über Beregnung

Neben fünf konventionellen Landwirten waren auch Biobauern dabei. Diese berichteten darüber, dass deren größere Humusschichten nicht nur eine gute Bodenqualität und eine reichhaltige Ernte sichern, sondern auch dass das Wasser länger festgehalten wird. Sie benötigen weniger Wasser, aber in trockenen Jahren sind auch sie auf Beregnung angewiesen.

Hilfen für neue Bewässerungssysteme gefordert

Alle Landwirte forderten den Erhalt – und dort, wo es möglich ist – die Wiedervernässung von Mooren. Dies ist, wie auch die größere Humusschicht, ein CO2-Speicher. Das Beregnungswasser soll gezielter direkt an die Pflanzen gegeben werden. Neue Bewässerungssysteme sind jedoch teuer. Hier werden Hilfen benötigt.

Ordnungsbehörde soll Wasserentnahme kontrollieren

Diskutiert wurde auch ein anderes Ordnungsrecht. Die Kontrollen und vor allem die Feststellung von zu großen Entnahmen des Wassers durch einzelne Landwirte sollte nicht durch die selbstverwalteten Beregnungsverbände verfolgt werden, sondern von der Ordnungsbehörde. Immer wieder wird von allen nach Beratung gefragt. Wo bleibt diese, die im Niedersächsischen Weg enthalten ist? Dieser Passus war einer der Gründe, warum die Grünen im Landtag dem Gesetz zustimmten.

Fruchtbare Diskussion zwischen Biobauern und konventionellen Landwirten

Zwischen Biobauern und konventionelle Landwirten gab es eine fruchtbare Auseinandersetzung mit viel Einigkeit darüber, dass die Natur geschützt werden muss und Lebensmittel einen höheren Wert erhalten müssen, finanziell und ethisch. Ein ungewöhnliches harmonisches Miteinander, dass hoffen lässt, dass die Kämpfe während des Volksbegehrens mit all den gegenseitigen Unterstellungen beendet wurden.

Die Runde der zehn Landwirte wurde ergänzt durch zwölf weitere Gäste, die sich ein Bild darüber machen konnten, mit welchen Problemen die Landwirtschaft vor Ort zu kämpfen hat.

Svenja Gajek 31.08.2021
Oliver Gatz 31.08.2021
Eschede CZ-Wahlpodium in Eschede - Jan Thomas gewinnt Probeabstimmung
Carsten Richter 30.08.2021