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Lohheide Zwischen Funktionswald und Zielvereinbarung
Celler Land Bergen und Lohheide Lohheide Zwischen Funktionswald und Zielvereinbarung
13:34 13.06.2010
Quelle: Tore Harmening
Lohheide

Der Leiter der Hauptstelle Bundesforst Siebensteinhäuser in Lohheide ist eher Manager eines mittelständischen Unternehmens mit 50 Mitarbeitern, das jedes Jahr mehr als 1,5 Millionen Euro auf dem Truppenübungsplatz erwirtschaftet.

Für 16000 des 29000 Hektar großen Areals im Nordkreis sind die Forstmitarbeiter verantwortlich. Neben der Holzwirtschaft ist eine wichtige Säule der Jagdbetrieb, der Einnahmen von rund 400000 Euro bringt. Der Wirtschaftsplan läuft über Zielvereinbarungen. Würden die nicht eingehalten, gäbe es unangenehme Fragen im Rapport bei der vorgesetzten Behörde in Bonn. Doch bisher musste Bühler diese Reise nie antreten.

„Unsere Hauptaufgabe ist aber nicht, die Einnahmen zu maximieren. Wir müssen den Truppenübungsplatz eher zusammen mit der Kommandantur und dem Bundeswehrdienstleistungszentrum so ökonomisch wie möglich bearbeiten damit optimale Voraussetzungen für die Streitkräfte gegeben sind“, sagt Bühler. Die Forst pflegt die Landschaft und lotet aus, wie weit Umweltbestimmungen eingehalten werden müssen wenn zum Beispiel eine neue Schießbahn eingerichtet würde. Denn die Vorschriften für den Betrieb des Übungsplatzes sind mit den Jahren immer komplexer geworden und die Umsetzung deswegen ein wichtiger Teil der Tätigkeit der Förster.

Derzeit arbeitet die Hauptstelle zum Beispiel in den Randbereichen den Waldbestand so um, dass die neuen Lärmschutzrichtlinien eingehalten werden. Dafür pflanzen die Forstmitarbeiter nach System Tannen und Laubbäume, mischen unterschiedliche Jahrgänge um den besten Schutz der Anwohner zu erzielen. „In den kommenden Jahren wird auch die Umsetzung von FFH-Gebieten und den Flächen für Natura 2000 ein Schwerpunkt unserer Arbeit sein“, sagt Bühler.

Denn der Truppenübungsplatz ist durch die wenigen Menschen, die dort hinkommen, mit der Zeit Heimat für seltene Tierarten geworden. „Wir haben hier zum Beispiel Birkwild, Raubwürger sowie See- und Fischadler“, sagt Bühler. Sie können sich in der Abgeschiedenheit ihre Nischen suchen. Und die Brände, die durch die Schießübungen verursacht werden, nützen der Umwelt dort nach seinen Worten eher. Denn durch das Abbrennen entstehe die Natur jedesmal neu und schaffe so eine einzigartige Landschaft.

Von Tore Harmening