Nachnutzung gefordert

Leerstehende Häuser in Hasselhorst verfallen

Rund 20 Häuser der BImA in Hasselhorst stehen mittlerweile leer. Laut Anwohnern wird seit Jahren über eine Nachnutzung gesprochen - bis jetzt ohne Ergebnis.

  • Von Jana Wollenberg
  • 28. Mai 2022 | 12:52 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Jana Wollenberg
  • 28. Mai 2022 | 12:52 Uhr
  • 14. Juni 2022
Anzeige
Hasselhorst.

Nicht alle der unbewohnten Häuser in Hasselhorst sind bei einem Spaziergang durch den Ort auf den ersten Blick zu erkennen. Einige stehen erst seit wenigen Wochen oder Monaten leer, erzählt Sebastian Prengemann, der das Problem – ebenso wie Bekannte und Nachbarn – schon seit Jahren verfolgt. Vor allem das länger werdende Gras verrät, dass dort niemand mehr lebt. An anderer Stelle zeigen beschädigte Fassaden, zugewachsene Hauseingänge und Höfe sowie vereinzelt mit Brettern verdeckte Fenster: Die letzten Bewohner sind hier schon vor Jahren ausgezogen.

Rund 20 Häuser und Haushälften sind betroffen, schätzen Prengemann und der frühere Vorsitzende der Einwohnervertretung Jens Gadomski – gemessen an der Größe des Ortes westlich von Bergen eine ganze Menge. Ende 2018 hatte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) den Plänen der Einwohnervertretung eine Absage erteilt, neue Bauplätze in der Ortschaft auszuweisen.

Junge Familien suchen Wohnraum

Etwa zum gleichen Zeitpunkt wurde der Verkauf von Häusern, die sich im Besitz der Bundesanstalt befinden, gestoppt, erzählt Gadomski. "Dabei ist der Bedarf da", sagt er, "Anfragen gibt es genug." Die kämen vor allem von jungen Menschen, die in Hasselhorst aufgewachsen sind und sich dort nun mit ihrer Familie niederlassen wollen. Viele hätten inzwischen Alternativen finden müssen, erzählt Prengemann, und das geringe Angebot treibe die Preise für die wenigen Immobilien, die von privat verkauft würden, in die Höhe.

Das Problem: "Es wird auch außen nichts gemacht", sagt Prengemann. Die Grundstücke wachsen zu, die Gebäude verfallen und das Ortsbild verkommt zunehmend. Was frühere Mieter in den Gärten zurücklassen, bleibe einfach liegen. "Der Garten hier war früher top gepflegt", sagt er über ein Haus nur wenige Meter von seinem eigenen entfernt. Inzwischen ist das Gras kniehoch und das Gelände mit Sträuchern überwuchert. Inzwischen sind die früheren Mieter verstorben.

Vorschlag: Mieter könnten selbst sanieren

Seit das Haus nicht mehr beheizt wird, haben die Nachbarn Probleme mit Feuchtigkeit und Schimmel, erzählt der Hasselhorster, die Nässe zieht über die geteilte Wand in die bewohnte Hälfte. Auch er macht sich Sorgen, dass auf ihn ähnliche Probleme zukommen könnten, falls das Nachbarhaus irgendwann leer stehen sollte.

Die Anwohner wünschen sich, dass die Häuser im Ort wieder nutzbar gemacht werden – entweder als Kauf- oder als Mietobjekte. "Es wird seit Jahren geredet, aber nichts getan", klagt Gadomski. Wenn die BImA die Sanierung der Objekte nicht selbst in die Hand nehmen möchte, könnten zukünftige Mieter das in die Hand nehmen, schlägt er vor, und als Anreiz entweder das nötige Material oder eine zeitlich begrenzte Mietminderung erhalten.

Eine Nachfrage unserer Redaktion, wie es mit den leerstehenden Häusern in Hasselhorst weitergehen soll, hat die BImA zunächst unbeantwortet gelassen, es seien Informationen aus der zuständigen Fachabteilung angefragt worden. Darüber, ob es konkrete Pläne für eine Nachnutzung gibt, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt berichten.