Bergen Stadt

Streit um Baumschutz in Bergen

Mit einer Mehrheit hat der Berger Rat die Einfhrung einer Baumschutzsatzung abgelehnt. Zuvor hatte es - eine intensive Debatte gegeben,bei der sich aber letztlich die Nein-Sager durchsetzten.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 25. Sept. 2015 | 16:52 Uhr
  • 10. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 25. Sept. 2015 | 16:52 Uhr
  • 10. Juni 2022
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Bergen Stadt.

Braucht Bergen eine spezielle Baumschutzsatzung? Im Stadtrat gingen die Meinungen darber erheblich auseinander. Anlass fr die Debatte war ein Antrag der SPD. Die Sozialdemokraten argumentierten, dass erhaltenswerte Bume seit Jahren gefhrdet seien. Wie in der Stadt Celle sollten deshalb knftig Einzelbume durch Ratsbeschluss unter Schutz gestellt werden. Es geht dabei nicht um den Schutz aller, sondern lediglich einzelner Bume, betonte der SPD-Fraktionsvorsitzende Rdiger von Borcke. Er rechnete mit 50 bis 100 Bumen, die fr diese Satzung infrage kmen.

Die Verwaltung ist allerdings skeptisch. Eine solche Satzung sei mit hohen Kosten verbunden. So trage die Stadt Celle in ihrer Satzung 50 Prozent der Kosten fr die Pflege der Bume. Auch die Erstellung wrde Personal bentigen. Deswegen empfahl die Stadt die Ablehnung.

CDU und WG waren der gleichen Ansicht. Ein Baum hat eine begrenzte Lebenszeit. Wir sind eher dafr, dass neue Bume gepflanzt werden, sagt Peter Rabe (WG). Die CDU-Fraktionsvorsitzende Claudia Dettmar-Mller fhrte auch das Kostenargument an. Gleichzeitig kndigte sie an, im kommenden Haushalt 5000 Euro fr das Pflanzen neuer Bume im Haushalt zu beantragen.

Das wiederum brachte Annette von Pogrell (SPD) auf die Palme. Diese Ankndigung ist selbstentlarvend. Es geht um einzelne Bume. Die Erfassung kostet bestimmt weniger als 5000 Euro im Jahr. Man habe in Eversen gesehen, was passiert, wenn Bume nicht geschtzt sein. Ortsbildprgende Eichen seien einfach abgeholzt worden. hnlich sah es der Eversener Ortsbrgermeister Gerd Friedrich (CDU), der sich bei dieser Abstimmung gegen seine Partei stellte.

Am Ende wurde der Vorschlag zwar mit den anderen Stimmen der CDU und der WG abgelehnt, allerdings will die Politik jetzt versuchen, die Kosten auf den Kreis abzuschieben. Dort gibt es nmlich eine Satzung zur Sicherung von Naturdenkmlern. Werden da Bume aufgenommen, kmmert sich auch der Kreis.

Laut dem Ersten Kreisrat Michael Cordioli gibt es in dem Verzeichnis 77 Naturdenkmale, wobei ein Teil inzwischen schon nicht mehr existiert, weil die Bume aus Sicherheitsgrnden entfernt werden mussten. Beispiele fr diese Naturdenkmler sind Hillge Eeke in Mden, eine Eiche sdlich von Wieckenberg an der Wietze und eine Eiche auf einer Anhhe in der Ortslage von Metzingen.

In dieses Kataster 50 bis 100 Bume aus Bergen zu bekommen, drfte nicht ganz einfach werden. Die Voraussetzungen sind eher strikt. So muss das Naturdenkmal laut Cordioli aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Grnden oder wegen seiner Seltenheit, Eigenart oder Schnheit besonderen Schutz erfordern.

Dass das bei so vielen Bumen aus Bergen gegeben ist, bezweifelte bereits von Borcke im Stadtentwicklungsausschuss. Der Vorschlag ist gut, aber nicht praktikabel. Der Kreis wird das ablehnen.

Von Tore Harmening

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