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Eisenbahner aus Celle mit Herz: erixx-Zugbegleiterinnen helfen Vierjährigem

14:00 24.02.2021
Von Christopher Menge
Daniela Oestreich (rechts) und Bianca Schönhaber sind beim Wettbewerb "Eisenbahner mit Herz" nominiert.
Daniela Oestreich (rechts) und Bianca Schönhaber sind beim Wettbewerb "Eisenbahner mit Herz" nominiert. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Bergen

Ein vierjähriger Junge büxt unbemerkt vom Spielplatz aus, läuft zum Bahnhof in Walsrode und steigt dort allein in einen erixx-Zug ein. Als der Zug Richtung Hannover fährt, wird aus der Abenteuerlust des Kindes schnell Angst. Zum Glück haben an diesem Tag im September aber Daniela Oestreich und Bianca Schönhuber Dienst. Die beiden Zugbegleiterinnen aus Bergen kümmern sich um den Vierjährigen. Soviel Einsatz verdient eine Auszeichnung. Die beiden Frauen sind für den Wettbewerb „Eisenbahner mit Herz“ von Allianz pro Schiene nominiert worden. Hier kann man für die beiden abstimmen.

Kinderfahrkarte von erixx-Zugbegleiterin

„Der Junge war total ängstlich“, erinnert sich Daniela Oestreich. Die 37-Jährige ist selbst fünffache Mutter. „Seinen Namen wollte der Junge nicht verraten.“ Als ihm die Zugbegleiterinnen aber eine Kinderfahrkarte und einen Kugelschreiber besorgten, baute der Vierjährige ein bisschen Vertrauen auf. Auch, weil er die Schuhe von Daniela Oestreich, die leuchteten, cool fand. „Solche Schuhe hätte ich auch gerne“, sagte er, als ihn die Zugbegleiterinnen mit in die erste Klasse nahmen.

Vierjähriger vermisst: Eltern wenden sich an Polizei

Währenddessen hatten die Eltern des Vierjährigen die Polizei eingeschaltet und bei Facebook um Mithilfe gebeten. „Die Familie kommt aus Bad Fallingbostel und war bei den Großeltern in Walsrode zu Besuch“, berichtet Oestreich. „Er hat sich mit einer Schulgruppe in den Zug reingeschummelt.“ Während sich die beiden Bergerinnen um den kleinen Jungen kümmerten, informierte ihr Vorgesetzter die Bundespolizei. „Wir wussten ja, wo er eingestiegen ist“, sagt Oestreich.

Dass sie sich um Kinder im Zug kümmert, kommt öfter vor. Doch meistens seien die jungen Fahrgäste dann zumindest sieben oder acht Jahre alt und die Eltern hätten vorher alles abgesprochen. Dass ein Vierjähriger alleine Zug fährt, hatten die beiden noch nicht erlebt. Bianca Schönhuber (45) hatte gerade einmal zehn Wochen vorher ihre Ausbildung als Fahrgastbetreuerin begonnen.

Fahrgastbetreuer benötigen viele Fähigkeiten

„Die beiden sind sensibel mit dem Jungen umgegangen, lieb und freundlich“, lobt ihr Vorgesetzter Jörg Hanert. Als Fahrgastbetreuer müsse man eine Menge mitbringen. „Jede Schicht verläuft anders“, sagt er. Manchmal habe man mit verwirrten Fahrgästen zu tun, an anderen Tagen mit betrunkenen oder aggressiven Mitfahrern. Da müsse man oft auch Psychologe und Seelsorger sein.

Happyend für Vierjährigen

Für den kleinen Jungen ging die Sache gut aus. Die beiden Zugbegleiterinnen aus Bergen brachten den Vierjährigen in Hannover zur Bundespolizei. Wenig später konnte er seine Eltern wieder in den Arm nehmen. „Zur Familie hatten wir danach keinen Kontakt“, sagt Oestreich. „Über die Nominierung freuen wir uns aber sehr.“ Das sei ein positives Feedback und auch eine Wertschätzung für die Kollegen. Ihr Chef spricht vom „Oskar des Bahnbetriebs“ im Sozialverhalten.

Wer beim Wettbewerb „Eisenbahner mit Herz“ einen Preis bekommt, bestimmt eine Jury. Bei Facebook wird zudem der „Social Media Hero“ gekürt. Ab 15. Februar kann unter https://www.facebook.com/EisenbahnerMitHerz
abgestimmt werden.

Christopher Menge 14.02.2021
Andreas Babel 13.02.2021
11.02.2021