Geplante Streckenführung

So soll neue Bahntrasse durch Bergen verlaufen

Eine schnelle Bahnverbindung von Hamburg nach Hannover ist das Ziel. Hier soll die neue Bahnstrecke durch die Stadt Bergen führen.

  • Von Christopher Menge
  • 28. Mai 2022 | 15:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Christopher Menge
  • 28. Mai 2022 | 15:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Bergen.

Wenn ein ICE mit 300 Stundenkilometern durch die Heide brettere, sei das kein Klimaschutz mehr. Christian Böker, Mitglied des Projektbeirates Alpha E, hat im CZ-Gespräch noch einmal deutliche Worte zu den Plänen der Deutschen Bahn (DB), eine neue Bahnstrecke durch den Landkreis Celle zu bauen , gefunden. Besonders betroffen von den neuen Gleisen, auf denen die ICE-Züge möglichst schnell von Hamburg nach Hannover fahren sollen, wäre der Bereich der Stadt Bergen. Wenn dieser Streckenverlauf den Zuschlag erhält, würden die Züge von Hamburg kommend westlich an Becklingen und Wardböhmen vorbeifahren, ehe sie die B3 vor Bleckmar kreuzen. Der weitere Streckenverlauf führt zwischen Lohheide und Bergen und dann direkt an der Erinnerungsstätte "Rampe" bei Belsen vorbei. Hinter Offen kreuzt die Strecke erneut die B3.

Jan-Hendrik Hohls kritisiert Vorgehen der Deutschen Bahn

Seinen Unmut über das Vorgehen der Deutschen Bahn äußert auch das Berger CDU-Kreistagsmitglied Jan-Hendrik Hohls. "Es war schon bei der Veranstaltung der DB in Bergen erkennbar, dass es ein deutlich größeres Interesse der Bahn an einer Neubaustrecke als an der Umsetzung unseres Alpha-E-Beschlusses gibt", sagt Hohls. Der Becklinger gibt sich kämpferisch: "Diese Strecken würden unsere Heidelandschaft und die Dörfer entlang der Strecken massiv zerschneiden, weshalb wir sie jetzt genau wie 2015 ablehnen. Gegen den erklärten Bürgerwillen wird es bei uns keine Neubautrasse geben!"

Christian Böker: Deutschlandtakt braucht keine 300 Studenkilometer

Doch was tun, wenn man eine schnellere Bahnverbindung zwischen Hamburg und Hannover haben will? "Der Deutschlandtakt muss nicht 300 Stundenkilometer als Vorgabe haben", sagt Böker. "Die Vieregg-Studie zeigt, dass der Deutschlandtakt auch auf der Bestandsstrecke funktioniert." Für die Region der Neubaustrecke blieben nur Flächenverlust und Immissionen mit Personenverkehr tagsüber und Güterverkehr nachts ohne irgendeinen Nutzen. "Auf dieser Grundlage hat die Bahn errechnet, dass die A7-Trasse die günstigste Variante sei", kritisiert das Projektbeirat-Mitglied. "Kein Wunder, wenn man den teureren Lärmschutz eben einfach nicht macht und die hohen Geschwindigkeitsgewinne und Kapazitäten einer Neubaustrecke positiv rechnet." Die Bestandsstrecke werde so schlecht wie möglich gerechnet, die Neubaustrecke so günstig wie möglich. "Das ist kein Vergleich von Äpfeln und Birnen mehr, sondern von Äpfeln und Gurken", schimpft Böker.