Diskussion um Haushalt

Darum sind die Personalkosten in Bergen so hoch

Die Verwaltung msse erstmal bei sich sparen, bevor sie ans Portmonee der Brger geht, fordert die CDU in Bergen. Doch warum sind die Personalkosten so hoch?

  • Von Christopher Menge
  • 04. Juni 2020 | 18:36 Uhr
  • 10. Juni 2022
  • Von Christopher Menge
  • 04. Juni 2020 | 18:36 Uhr
  • 10. Juni 2022
Anzeige
Bergen.

9,5 Millionen Euro muss die Stadt Bergen jhrlich fr Personalkosten veranschlagen. Das macht im Haushalt 40 Prozent aus. Zu viel meinten CDU und Grne im Stadtrat und lehnten das Zahlenwerk fr 2020 und das Haushaltssicherungskonzept ab . Die Haltung der CDU ist nach wie vor, dass die Verwaltung zuerst bei sich selber sparen muss, bevor sie Leistungen bei den Brgern krzt und sie zustzlich mit einer drastischen Steuererhhung belohnt, sagt der Pressesprecher der CDU-Fraktion Christian Bker. Wir mssen uns endlich der Realitt stellen. 40 Prozent Personalquote halten keinem regionalen Vergleich stand. Wir brauchen ein Konzept, wie der Personalkrper nachhaltig aber sozialvertrglich verschlankt werden kann.

Personalquote in Bergen liegt bei ber 40 Prozent

Jrgen Patzelt (Grne) hatte bereits im Februar einen Vergleich von Nachbargemeinden und Nachbarstdten hnlicher Gre aufgestellt. Demnach belastet das Personal keinen Haushalt so sehr wie in Bergen. Patzelt war im Februar von einer Quote von 39 Prozent ausgegangen, genau liegt die Zahl laut Kmmerer Frank Juchert bei 40,35 Prozent. Whrend die Gemeinde Winsen (37 Prozent) eine hnlich hohe Personalquote hat, fhrt Patzelt die Sdheide (24), Hambhren (29) und Walsrode (26) als Kommunen auf, die prozentual deutlich weniger fr ihr Personal im Haushalt einstellen.

Walsrode als Vorbild fr Bergen?

In ihrem Flyer greift die CDU den Vergleich mit Walsrode auf. Bei theoretisch gleicher Quote knnte Bergen jhrlich mindestens 2,5 Millionen Euro einsparen, heit es da. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug in Bergen 1240,34 Euro, in Walsrode 527,46 Euro. Walsrode habe Leistungen ausgelagert: mehr Kitas in freier Trgerschaft, Auslagerung des Bauhofes, Mitglied in der Bdergesellschaft Bhmetal.

Kitas in Sdheide in freier Trgerschaft

Auch in der Gemeinde Sdheide sind zum Beispiel alle Kitas in freier Trgerschaft. Dafr zahlt die Gemeinde Sdheide gut 1,7 Millionen Euro an Zuschssen an die Betreiber. Wenn man diesen Betrag auch wenn er nicht nur Personalkosten abdeckt zu den Personalkosten addiert, wrde man im Haushalt der Gemeinde Sdheide bei einer Personalquote von etwa 33 Prozent landen.

Stadt Bergen betreibt fnf Kitas

Die Stadt Bergen betreibt dagegen fnf Kindertagessttten (zwei in Bergen und je eine in Eversen, Slze und Offen). Fr das Kita-Personal werden im Haushalt 3,2 Millionen Euro zur Verfgung gestellt. Wenn man den Betrag rausnehmen wrde, htten wir eine Personalquote von 27 Prozent, rechnet Kmmerer Frank Juchert vor. Ob man die Kitas selbst betreibe oder in freie Trgerschaft abgebe, sei mehr eine Glaubensfrage.

Brgermeisterin will Kita-Gruppen nicht vergrern

Wenn die Kitas in freier Trgerschaft sind, hat man als Stadt weniger Einfluss auf die Qualitt, sagt Bergens Brgermeisterin Claudia Dettmar-Mller, die es fr den falschen Ansatz hlt, die Gruppen zu vergrern. Die Belastung der Mitarbeiter ist jetzt schon enorm, sagt die Verwaltungschefin. Als Zweitkraft in einer Kita-Gruppe knnte man statt einer Erzieherin eine sozialpdagogische Assistentin einsetzen. Fr den Krippenbereich beabsichtigt das Land, dass eine Drittkraft erst ab 2025 verpflichtend ist. Sollte man die Stelle bis dahin nicht besetzen?

Dettmar-Mller will keine Kndigungen aussprechen

Es gibt Mglichkeiten, beim Personal einzusparen, sagt Dettmar-Mller. Das ist eine politische Entscheidung. Wenn dann msse es sozialvertrglich geschehen. Kndigungen werde ich nicht aussprechen, betont die Brgermeisterin.