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Bergen Stadt Bergen schafft Brenntage ab
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bergen schafft Brenntage ab
15:19 13.06.2010
Bergen Stadt

„Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass eine Abschaffung der Brenntage offenbar durch einen Großteil der Bevölkerung gewünscht wird“, sagt das Berger CDU-Ratsmitglied Adolf Krause. In der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses gab es deshalb auch kaum noch Widerspruch zum Vorschlag der Verwaltung, die Brenntage abzuschaffen.

Bauamtsleiter Manfred Baltzer hatte zuvor erläutert, dass es bei den letzten Brenntagen im März dieses Jahres zu Beschwerden bei der Polizei gekommen war. „Die Witterung war eigentlich auch nicht zum Brennen geeignet“, sagt Baltzer. Nach seinen Worten wurden zwei Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die Verwaltung wolle deshalb die bisher festgelegten Brenntage an den Sonnabenden im Oktober und März abschaffen. An dessen Stelle sollen Einzelgenehmigungen treten, die von der Verwaltung auf Antrag von Gartenbesitzern erteilt werden, wenn die Voraussetzungen für das Brennen gegeben sind. Das bedeutet, wie bisher üblich, dass die Witterung stimmt und die Abstände auf dem Grundstück zu den angrenzenden Nachbarn und Gebäuden ausreichen. Außerdem darf nur Grünschnitt verbrannt werden.

Die SPD war nicht ganz zufrieden mit dem Vorschlag. „Wir hätten es lieber gesehen, dass man eine geteilte Lösung für die Stadt und die Ortsteile gefunden hätte“, sagte Rüdiger von Borcke. Die ist aber laut Baltzer nicht möglich, weil die Gemeinde nur eine einheitliche Satzung erlassen kann. Letztlich stimmten die Sozialdemokraten für die Abschaffung, regten aber gleich an, dass man über eine Möglichkeit für das Abholen von Grünschnitt nachdenken sollte. Laut Helmut Saur kann die Stadt das sogar einigermaßen kostenneutral gestalten. „Äste und Zweige sind ein Rohstoff, den man gut verkaufen kann“, sagte Saur.

Für diesen Vorschlag konnte sich auch Günther Lange von der WG Fraktion erwärmen. „Wir hätten nämlich sonst befürchtet, dass sich die Wälder rund um Bergen demnächst mit Strauchschnitt füllen würden“, sagte Lange. Wenn die Abgabe aber geregelt werde, sehe die WG keine Probleme.

Noch ist die Entscheidung nicht amtlich, denn beschließen muss die Abschaffung der generellen Brenntage der Rat. Angesichts der klaren Mehrheit – nur die FDP enthielt sich der Stimme – ist das aber wohl nur noch eine Formsache.

Die Entscheidung aus Bergen dürfte auch Einfluss auf Hermannsburg haben. Dort wird ebenfalls seit einigen Monaten über die Abschaffung der Brenntage nachgedacht. Die Verwaltung ist gerade beauftragt worden, ein Konzept zu erstellen.

Dass es eine belastbare Regelung für die Entsorgung der Gartenabfälle geben muss, macht das Beispiel aus Uelzen deutlich. Wie die Uelzener Zeitung berichtet, wird dort wieder über die Einführung von Brenntagen nachgedacht. Es sei eine Reaktion auf die Nöte von Gartenbesitzern, heißt es dort.

Von Tore Harmening