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Bergen Stadt Bergen plant Zukunft der Feuerwehren
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Stadt Bergen plant Zukunft der Feuerwehren
18:01 04.12.2015
Bergen Stadt

In der Nacht kommt die Feuerwehr später, weil erstmal alle aufstehen müssen. Wer das denkt, liegt zumindest in Bergen falsch. „Wir haben nachts und am Wochenende überhaupt keine Probleme. Schwierig wird es eher an einem normalen Arbeitstag“, sagt Frank Heins, Fachbereichsleiter Bürgerservice.

Denn tagsüber arbeiten viele nicht mehr in der unmittelbaren Umgebung des Feuerwehrhauses. Vor 30 Jahren drückte man auf den Sirenenknopf und „kurze Zeit später war der Wagen voll, weil viele noch auf den Höfen gearbeitet haben. Diese Zeit ist vorbei“, sagt Heins. Wenn heute die Alarmierung kommt, müssen die Einsatzkräfte zunächst mal von der Arbeit nach Hause und zu den Feuerwehrgerätehäusern fahren. Dabei geht wertvolle Zeit verloren.

Unter anderem über dieses Problem machen sich derzeit Politik und Feuerwehr in zwei Arbeitsgruppen in Bergen Gedanken. Es geht um eine Bedarfsanalyse und die Neuausrichtung der Berger Feuerwehren in der Zukunft.

In den vergangenen Monaten wurden sowohl die Feuerwehrhäuser und der Personalbestand unter die Lupe genommen. Außerdem wurden die Einsätze der vergangenen fünf Jahre ausgewertet. „Das ist ein ziemlicher Wust von Daten, der da angeschaut werden musste“, so Heins.

Doch inzwischen haben sich die Mitglieder durchgearbeitet. Im ersten Halbjahr 2016 soll ein Konzept vorliegen. Dabei geht es auch um eine Bedarfsanalyse bei den Feuerwehrhäusern. „Bei manchen kann man zum Beispiel die Dienstkleidung nicht lagern. In der Folge müssen die Feuerwehrkameraden erst nach Hause fahren, um sich dort umzuziehen. Das kostet natürlich Zeit“, sagt Heins.

Die Länge der Anfahrtswege in der Stadt Bergen ist eine weitere Herausforderung, die bewältigt werden muss. „In Winsen liegt die Anordnung sehr gut mit Winsen in der Mitte, Bergen hat hingegen von Nord nach Süd eine Ausdehnung von 22 Kilometern, von Ost nach West sind es aber nur acht Kilometer. Gerade an den äußersten Rändern aber befinden sich mit der Bundesstraße zwei Unfallschwerpunkte, die im Bedarfsfall auch sehr schnell angefahren werden müssen. „Hier werden wir uns auch noch verstärkt Gedanken machen müssen“, sagt Heins.

Insgesamt sieht er die Feuerwehren aber gut aufgestellt. „Bergen ist die mitgliederstärkste Feuerwehr im Landkreis. Von Maßnahmen wie Zwangsrekrutierungen sind wir sehr weit entfernt“, so Heins. Die Ergebnisse der Studie sollen im kommenden Jahr den politischen Gremien vorgelegt werden.

Von Tore Harmening