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Bergen Ortsteile Streit nach Beschlagnahmung von Hunden in Wohlde
Celler Land Bergen und Lohheide Bergen Ortsteile Streit nach Beschlagnahmung von Hunden in Wohlde
10:13 16.12.2015
Einige der Hunde, die sich derzeit in der Obhut des Tierheims befinden. Der Besitzer aus Wohlde will die Tiere zurück haben. 
Einige der Hunde, die sich derzeit in der Obhut des Tierheims befinden. Der Besitzer aus Wohlde will die Tiere zurück haben.  Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Wohlde

ROXHÜLLEN. 85 Hunde hat der Landkreis bei Lucas Demond und seiner Lebensgefährtin in Roxhüllen vor gut drei Wochen beschlagnahmt. Jetzt hat sich der Besitzer bei der CZ gemeldet. Er weist den Vorwurf, er hätte die Tiere vernachlässigt, zurück und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Landkreis und auch das Waldtierheim, im dem einige der Hunde zunächst untergebracht sind.

„Wir sind im August in den Landkreis Celle gezogen und haben von Anfang an mit dem Kreisveterinäramt zusammengearbeitet und alle geforderten Unterlagen eingereicht“, so Demond. Seiner Darstellung gab es zunächst keine Beanstandungen der Haltung durch den Kreis. Probleme habe es mit den von ihm errichteten Zwingern gegeben, die keine Genehmigung bekommen haben. „Als sich hier keine Lösung abzeichnete, haben wir dem Kreisveterinäramt mitgeteilt, dass wir hier keine Zukunft sehen und im Januar wieder weg sind.“ Doch statt bis dahin zu warten, habe die Beschlagnahme der Hunde ohne jegliche Vorwarnung stattgefunden.

Dabei waren der Durchsuchungs- und der Beschlagnahmungsbefehl nur auf den Namen seiner Lebensgefährtin ausgestellt. Es wurden aber auch Hunde vom Demond sowie Pflegetiere mitgenommen. Inzwischen wurden sechs Hunde, davon eine Mutter mit mehreren Welpen, den rechtmäßigen Besitzern wieder gegeben. Demond selber, der nicht Teil der Beschlüsse war, wurde das aber verweigert, obwohl er aus seiner Sicht und der seines Anwaltes eindeutige Eigentumsnachweise vorgelegt hat.

Der Kreis weist die Darstellung Demonds zurück. Wie Kreisrat Michael Cordioli sagte, habe sich erst durch eine Kontrolle nach einer Tierschutzanzeige im August ergeben, dass dort eine gewerbliche Hundezucht geplant ist. Grundlage für die Beschlagnahmung sei ein verfügtes Zucht- und Handelsverbot aus einem anderen Landkreis. Die Wohlder Züchter hätten Unterlagen erst auf mehrfache Nachfrage und dann auch nur teilweise eingereicht.

Die Aussage, dass der Kreis von den Absichten der Wohlder Züchter nichts wusste, kann Demond allerdings widerlegen. So hatte er bereits nachweislich Ende Juni mit dem Veterinäramt per Email Kontakt. Darin bestätigte der zuständige Veterinär ein Telefonat mit Demond und übersandte ihm die Antragsunterlagen für eine gewerbliche Hundezucht. Diese Email liegt der CZ vor. Zum Thema Zuchtverbot gegen die Lebensgefährtin sagt Demond, dass „es sich um ein laufendes Verfahren handelt, gegen das Einspruch eingelegt wurde. Es gibt keinen rechtskräftigen Bescheid.“

Schwere Vorwürfe gibt es von ihm auch in Richtung des Waldtierheims. So soll sich eine Mutter mit ihren Hundewelpen dort mit Giardien, einem hochansteckenden Darmparasiten, infiziert haben. „Ein Welpe ist gestorben, um einen weiteren wird noch gekämpft“, sagt Demond. Heidemarie Welle vom Waldtierheim bestreitet diese Vorwürfe. „Die Tiere haben sich schon vorher mit Giardien angesteckt“, sagt sie. Der Züchter, dem die Hundemutter und die Welpen gehören und der sie inzwischen abgeholt hat, bestätigte allerdings der CZ, dass er kurz vor der Beschlagnahmung Fotos der Mutter bekommen hat, in denen die Hündin und die Welpen gut aussahen. „Als ich sie abholte, waren sie dann in einem schlechten, abgemagerten Zustand“, so der Züchter aus dem Bereich Cloppenburg. Die Papiere von Demond waren nach seiner Einschätzung in Ordnung. Demond führt auch ins Feld, dass nur Tiere aus dem Waldtierheim den Giardienbefall haben. „In den anderen Heimen in Celle und Braunschweig ist das nicht der Fall.“ Er verweist zudem auf einen Facebook-Eintrag des Tierheims Celle, nachdem alle Hunde in einem guten, wohlgenährten Zustand waren.

Er ist entsetzt, dass es Berichte gibt, dass der Landkreis überlegt, die Hunde zu versteigert. Sein Anwalt Michael Rockel hat inzwischen Beschwerde gegen die Beschlagnahmung eingelegt und veranlasst, dass das Amtsgericht zunächst den Besitz der Hunde sicherstellt. Er versteht auch nicht, warum die Hunde nicht an die anderen Besitzer zurückgegeben werden und warnt den Kreis und die Tierheime vor einer Veräußerung: „Ein Käufer würde die Hunde derzeit nicht erwerben, die Tiere müssten zurückgegeben werden.“ Laut dem Kreis ist über die Veräußerung noch nicht entschieden worden.

Von Tore Harmening