Mensch und Maschine

Alles, was das Pferd begehrt

Sein Wagen ist seine Werkstatt. Und mit der ist Rolf Zimmermann jeden Tag woanders. Der mobile Hufschmied zeigt, was er alles fr die Arbeit in Celle braucht.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 26. Jan. 2021 | 17:04 Uhr
  • 10. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 26. Jan. 2021 | 17:04 Uhr
  • 10. Juni 2022
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Slze.

Von auen lsst sich nicht erkennen, dass in dem roten Kleintransporter von Rolf Zimmermann eine ganze Werkstatt enthalten ist. Eine Werkstatt, die immer dort gerade Halt macht, wo sie gebraucht wird. Zimmermann ist mobiler Hufschmied und alles, was er fr die Pferde braucht, ist mit an Bord.

Passende Hufeisen fr jedes Pferd

Seit 2002 ist Zimmermann selbststndig und fhrt von Slze aus zu seinen Kunden im Landkreis Celle oder auch knapp darber hinaus, beispielsweise bis nach Hannover. 2018 hat er sich einen Neuwagen zugelegt. Der sollte dann hoffentlich auch bis zur Rente halten, sagt der Hufschmied schmunzelnd. Im Wagen ist alles verstaut, was er gebrauchen knnte. Dazu zhlen auch Hufeisen und Ngel unterschiedlichster Gren, da Ponys zum Beispiel viel kleinere Hufe haben als Kaltblter. So ist Zimmermann auf alle Tiere vorbereitet. Nicht jeder Hufschmied beschlgt jede Pferderasse. Einige Kollegen ziehen daher nur mit einem Pkw-Anhnger los zur Arbeit. In dieser Branche gibt es die unterschiedlichsten Fahrzeuggren, die dafr genutzt werden, sagt Zimmermann.

Kleiner Ofen mit 1000 Grad

Fr den 57-Jhrigen ist sein roter Sprinter genau passend. Ich brauche mein Handwerkszeug, also Hammer, Zange oder Schneidewerkzeug, um die Hufe zu bearbeiten, erklrt er. Denn nicht jedes Pferd wird auch beschlagen. Mit Absprache der Besitzer wird entschieden, was das Beste ist und ob ein Pferd barhuf laufen kann. Werden doch neue Hufeisen angebracht, fhrt Zimmermann seinen kleinen Ofen mit einem Schwenkarm aus der seitlichen Wagentr heraus. Der rostfarbene Kessel heizt sich auf 1000 Grad auf, sodass der Stahl sich spter gut verbiegen lsst.

Fester Untergrund ist wichtig

Einige Hufschmiede arbeiten noch mit einer Esse, also einer offenen Feuerstelle mit Abzug. In einem Transporter ist ein geschlossener Ofen aber natrlich viel sicherer. Betrieben wird er mit Propangas. Die Flasche ist im Wagen festgeschraubt, genauso wie die Schrnke und Regale. Auch Sicherheitsbekleidung, wie eine Schrze oder Handschuhe sind mit an Bord. Den Amboss kann Zimmermann drauen aufstellen, um dort die Eisen zurecht zu formen. Fr den Beschlagplatz bentigt der Hufschmied einen festen Untergrund sowie Strom und Wasser. Wenn ein Dach noch dabei ist, ist das nicht schlecht. Dann steht man nicht bei Wind und Wetter drauen, meint Zimmermann lachend. Fr kleinere Arbeiten kann er sich aber auch in seinen Wagen zurckziehen.

Im Kleintransporter befindet sich auch eine Bohrmaschine, falls fr Springpferde Lcher in die Hufeisen gebohrt werden mssen. Dort knnen dann Schrauben eingesetzt werden, die bei den Tieren wie Spikes wirken und so beim Springen fr einen besseren Halt sorgen. Ab und zu muss Zimmermann auch noch weitere Sonderbeschlge basteln vor allem bei verletzten Tieren. Wenn sich ein Pferd zum Beispiel vertreten und eine Sehnenverletzung hat, kann man noch einen Steg unten drunter setzen, erklrt Zimmermann. Damit kann der Schwerpunkt verlagert werden.

"Wichtig, zu den Kunden hinzufahren"

Der Beruf wird nie langweilig, betont der Hufschmied. Er findet es spannend, nicht an einen festen Arbeitsplatz gebunden zu sein. Man trifft viele Menschen und Pferde mit vllig verschiedenen Charakteren, sagt Zimmermann, der auf einem landwirtschaftlichen Betrieb gro wurde und dort seine Liebe zur Arbeit mit Pferden entdeckt hatte. Seine Stammkundschaft freut sich, dass Zimmermann mit seiner Ausrstung direkt zu ihnen kommen kann. Es ist wichtig, zu den Kunden hinzufahren, da es auf den Drfern keine Schmieden mehr gibt, zu denen die Leute mit ihren Pferden hinkommen knnen, erklrt der Hufschmied, der daher seit Jahren selbst zu den Vierbeinern fhrt.

Von Lisa Brautmeier

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