Biohof Stvesandt

Hier wchst der Heide-Ingwer

In Hagen im Landkreis Celle werden ganz besondere Kulturen angebaut. Skartoffeln, Ingwer und Kurkuma wachsen dort zur Zeit. Und es gibt weitere Ideen.

  • Von Christopher Menge
  • 07. Sept. 2020 | 14:09 Uhr
  • 10. Juni 2022
  • Von Christopher Menge
  • 07. Sept. 2020 | 14:09 Uhr
  • 10. Juni 2022
Anzeige
Hagen.

Die Landwirtschaft werde sich in der Zukunft wandeln. "Und das ist auch gut so", sagt Hermann Reinecke vom Biohof Stvesandt. Eine so starke Vernderung wie in Hagen wird es aber wohl anderorts nicht geben. Denn whrend sein Vater unter anderem Kartoffeln, Zuckerrben sowie Mais anbaut und sich seine Mutter um die Milchkhe kmmert, baut der junge Landwirt Pflanzen an, von denen man eigentlich dachte, dass sie in der Lneburger Heide nicht wachsen. Doch der 30-Jhrige sieht im Anbau von Skartoffeln, Ingwer und neuerdings Kurkuma die Zukunft des Hofes, der bereits seit dem 16. Jahrhundert im Familienbesitz ist.

Seit 2016 Biohof Stvesandt

"Bis vor ein paar Jahren haben meine Eltern konventionell angebaut", sagt Reinecke. 2016 hat die Familie dann den Hof auf Bewirtschaftung nach den Bioland-Richtlinien umgestellt. "Das ist viel Handarbeit", sagt der Landwirt. Insbesondere sei es eine Herausforderung, das Unkraut fernzuhalten und die Muse.

In Hagen werden Skartoffeln angebaut

"Im ersten Jahr wurden die Stecklinge stark abgefressen", sagt Reinecke. Doch das war nicht der einzige Grund, warum der komplette Skartoffelanbau einging. "Es war auch zu hei beim Pflanzen und es war das falsche Pflanzengut", berichtet der Landwirt. Zudem wurden die Skartoffeln zu wenig bewssert. "Bis zum dritten Jahr haben wir viel probiert", erzhlt Reinecke. Doch nun im fnften Jahr ist der Hagener berzeugt, dass Skartoffeln auch gut im Gebiet der Stadt Bergen wachsen. "Solange die Nachfrage da ist, werden wir sie im Sortiment lassen", sagt der Landwirt. Der nchste Schritt sei es, die Skartoffeln fr den Handel zu optimieren. Anfang/Mitte Oktober steht die nchste Ernte an. Vor dem Frost mssen sie aus den Boden.

Ingwer aus der Lneburger Heide

Whrend die Skartoffeln auf dem Acker wachsen, gedeiht der Ingwer in mehreren Tunneln, die gegenber aufgebaut worden sind. 90 bis 100 Prozent Luftfeuchtigkeit und 30 Grad Celsius sind die Bedingungen, die den Heide-Ingwer wachsen lassen. "Der sieht anders aus als im Laden, ist aber auch viel spritziger", sagt Reinecke. Bewssert wird der Ingwer genauso wie die Skartoffel nmlich ber Trpfchenschluche im Damm.

Kurkuma in Tunneln angebaut

Aber nicht in allen Tunneln baut Reinecke Ingwer an. Die neuste Kultur, die er ausprobiert, ist Kurkuma. 2,5 Hektar hat der Landwirt in diesem Jahr angebaut. "Die Bltter sehen ein bisschen wie bei Bananen aus", sagt der 30-Jhrige. Man knne sie zu Tee machen. Was an Ingwer und Kurkuma nicht verkauft werde, werde sonst zu Saft gemacht. "Am Anfang waren die Pflanzen sehr klein", berichtet der Landwirt. "Es gibt Verbesserungspotenzial, aber inzwischen bin ich zufrieden, wie der Kurkuma wchst." Die grte Aufgabe sei es auch hier, das Unkraut zu unterdrcken.

Landwirt aus Hagen will Chilli anbauen

Um noch mehr ber das Pflanzgut zu erfahren, will der experimentierfreudige Landwirt in die Lnder reisen, wo Ingwer und Co. wachsen. Und frs nchste Jahr hat er auch schon eine neue Idee. "Dann will ich mal Chilli probieren", sagt Reinecke. Die Familientradition in Hagen soll schlielich weitergefhrt. Wenn auch mit ganz anderen Kulturen als in den vergangenen Jahrhunderten.