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Aus dem Landkreis Celler Land bei Gründergeist nur mittelprächtig
Celler Land Aus dem Landkreis

Zahl der Unternehmensgründungen im Landkreis Celle unter Bundesdurchschnitt

18:10 06.01.2022
Neue Geschäfte sorgen für neue Beschäftigungsverhältnisse.
Neue Geschäfte sorgen für neue Beschäftigungsverhältnisse. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert (Archiv)
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Celle

Beim Gründergeist zeigte sich Deutschland schon vor Corona recht unterschiedlich – und im Landkreis Celle liegt er nach Zahlen von Ende 2019 mit 69,1 Punkten unter dem Bundesdurchschnitt von 75,5. Aktuell reicht‘s damit in der Gründergeist-Bundesliga nur für Platz 219 von 404. Spitzenreiter ist der Landkreis München mit 149 Punkten, der Kyffhäuserkreis in Thüringen kommt mit nur 33,8 Punkten auf den letzten Platz.

Rekordwert im Jahr 2015

Gemessen wird der Gründergeist von den Statistikern als Wert der Gewerbeanmeldungen pro 10.000 Einwohner. Im Bundesdurchschnitt markierte das Jahr 2015 mit 80,1 Punkten einen Rekordwert; im Landkreis Celle wurden damals 70,3 Punkte ermittelt. Über 62,4 Punkte im Jahr 2016, 64,4 Punkte 2017 und 68,5 Punkte 2018 wurde 2019 im Celler Land zuletzt ein Gründungsanteil von 69,1 Punkten erreicht.

Woran liegt diese Zurückhaltung in Sachen Gründergeist? Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bilanziert in ihrem Gründungsmonitor: „Seit etwa 15 Jahren drückt der gut laufende Arbeitsmarkt auf die Gründungstätigkeit in Deutschland. Durch das Abflauen des Rekordbooms nimmt die Absorptionskraft des Arbeitsmarkts jedoch ab, was der Gründungstätigkeit zugutekommt.“ Immerhin sei die Zahl der Existenzgründungen 2019 auf 605.000 gestiegen – 58.000 Personen mehr als im Jahr zuvor. Der Anstieg sei jedoch allein auf Nebenerwerbsgründungen zurückzuführen.

Nicht alle Ideen haben Erfolg

Kurz: Wer im Job gut verdient, geht seltener ins Risiko. Immerhin: „Innovative Gründungen und Wachstumsgründungen sind bei den Existenzgründungen 2019 etwas häufiger zu finden als im Vorjahr. Deutlich zugelegt haben internetbasierte und digitale Gründungen – vor allem im Vollerwerb“, teilt die KfW mit Blick auf die bundesweite Entwicklung mit.

Nicht alle Ideen haben Erfolg. „Im Lauf von drei Geschäftsjahren beenden rund 30 Prozent der Gründer ihre Existenzgründung wieder‘‘, stellt die KfW auf Basis ihres Datenmaterials fest. Im Kreis Celle mussten 82,4 Unternehmen pro 10.000 im Jahr 2015 Insolvenz anmelden. 2019 lag dieser Wert bei 70,0 – und damit 1,2-mal so hoch wie der bundesweite Durchschnitt von 57,0. Und wer ist risikobereiter, Frauen oder Männer? Bundesweit gilt laut KfW, die Gründungstätigkeit sei zuletzt „auf mehr Existenzgründungen durch Männer zurückzuführen. Die Zahl der Gründerinnen stagnierte dagegen.“

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