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Aus dem Landkreis Wild findet unter dem Schnee genug Nahrung
Celler Land Aus dem Landkreis Wild findet unter dem Schnee genug Nahrung
13:32 13.06.2010
Landkreis Celle

Gefüttert wird nicht. „Wir haben keine verharschte Schneedecke, der Boden darunter ist kaum gefroren.“ Konrad Ebeling, Leiter des Forstamtes in Unterlüß, macht klar, dass das Wild zurzeit kein Problem hat, genügend Nahrung zu finden. Probleme gäbe es erst, wenn nach Niederschlägen eine Harschschicht den Schnee überzieht. „Dann würden wir Heideflächen frei schieben, damit das Wild an Heide- und Beerkraut kommt“, sagte Ebeling.

Das Schwarzwild habe im Herbst von Eicheln und Bucheckern profitiert und sei gut in den Winter gekommen. Jetzt würden die Wildschweine unter den Eichen den Boden aufbrechen um an die Früchte zu kommen. „Fünf bis zehn Grad minus sind für das Wild kein Problem, sagt der Forstamtsleiter.

Für den Wald sei der Winter absolut gut. Zu viel Schnee auf den Zweigen könne im Einzelfall zum Abbrechen führen. „Wenn wir mehr Nassschnee bekommen, wird das ein Problem. Erst bei strengem Frost von 20 bis 25 Grad könne es passieren, dass die Bäume platzen. Den Holzschädlingen wiederum mache die trockne Kälte nichts aus, die würden im Winter eher durch feucht-warme Witterung geschädigt, so Ebeling.

Auch bei der jetzigen Schneelage geht die Arbeit im Wald weiter. Dazu werden die Hauptwege sowie Verbindungen zu den Arbeitsstätten geschoben. Die Forstwirte sind nach Angaben des Forstamtsleiters zurzeit mit dem Fällen starker Kiefern beschäftigt. Holz wird das ganze Jahr über geerntet, der Schwerpunkt liegt aber im Winter. „Was wir jetzt nicht fertig kriegen, müssen wir später im Jahr machen.“

Der Wolf ist immer noch an der Kreisgrenze zu Uelzen auf

Beobachtungen weisen darauf hin, dass sich nach wie vor ein Wolf in der Heide aufhält. Nachdem er bereits zwischen Weihnachten und Neujahr im südlichen Landkreis Uelzen gesehen worden war, tauchte er am 2. Januar gleich zweimal. Nach Angaben von Rheinmetall-Forstamtsleiter Theo Grüntjens sah ihn ein Autofahrer bei Breitenhees – und konnte ihm kaum ausweichen. Am gleichen Tag wurde sechs Kilometern entfernt eine Wolfsspur gefunden.

Grüntjens nennt den Beobachter einen qualifizierten Jäger, der einen Wolf von einem Hund unterscheiden kann. Er habe den Wolf als relativ dunkles Tier geschildert.

Auch Wölfe laufen gern bequem, die Tiere meiden den hohen Schnee und laufen lieber auf geräumten Wegen. Das bezeichnet der Förster als große Gefahr. Der Wolf hält sich an der Kreisgrenze zwischen Celle und Uelzen auf.

Katzen müssen ein geschütztes Plätzchen haben

Hunden kann das Streusalz an den Pfoten zusetzen, Katzen macht mehr die Temperatur zu schaffen. „Hauskatzen, die ans Drinsein gewöhnt sind, entwickeln nicht so ein dickes Felle, die bekommen bei diesen Temperaturen ein Problem“, sagt Roman Thönies, Leiter des Celler Tierheims.

Katzen, die grundsätzlich draußen leben, sollten bei winterlichen Temperaturen wenigstens ein geschütztes Plätzchen haben, wo sie sich etwa ins Stroh kuscheln können. Für die Tiere ist es nach Thönies Angaben anstrengend, durch den hohen Schnee zu laufen.

Von Joachim Gries