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Aus dem Landkreis Pendler aus Tierliebe
Celler Land Aus dem Landkreis

Vier Pfoten zum Glück: Darum wird Hannoveraner Pendler aus Tierliebe

16:19 11.12.2020
Von Audrey-Lynn Struck
Wolfgang Peil hat die beiden Hunde Barri und Terry aus dem Celler Tierheim geholt und das seitdem keinen einzigen Tag bereut.
Wolfgang Peil hat die beiden Hunde Barri und Terry aus dem Celler Tierheim geholt und das seitdem keinen einzigen Tag bereut. Quelle: Audrey-Lynn Struck
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Hannover

Für 15 Minuten höchstens geht Wolfgang Peil ins Haus. Als er wieder in den Garten kommt, ist seine Hündin Barri verschwunden. An diesen Tag wird sich der Steuerfachangestellte noch lange erinnern. Es ist Anfang November. Erst am vorherigen Morgen hatte er die Hündin aus dem Celler Tierheim geholt. Zu wenig Zeit, als dass der Vierbeiner sich schon an die neue Umgebung gewöhnt hat. Alleine würde sie nie wieder zurückfinden. Aufgelöst ruft Peil bei den umliegenden Tierheimen an, sucht in der Nachbarschaft nach seiner Barri. Ohne Erfolg. "Sie ist ja auch so zutraulich und rennt zu jedem hin.

Terry (links) und Barri kommen prima miteinander klar. Quelle: Audrey-Lynn Struck

Sie könnte bei jedem sein", erinnert er sich. Auch einen Anruf bei der Polizei zieht er in Erwägung. Ein Tag des bangen Wartens vergeht, dann die Erlösung: Sie ist wieder aufgetaucht. In einem Tierheim in Hannover wurde sie bereits am Tag zuvor abgegeben. Und Peil atmet erleichtert auf.

Tierheimhund Mano stirbt im Oktober

Es wäre der zweite traurige Verlust innerhalb von wenigen Wochen gewesen. Erst Mitte Oktober war sein Hund "Mano" gestorben. Das Haus war plötzlich viel stiller als sonst und auch die Katzen vermissten vielleicht zumindest ein klein wenig die Gesellschaft eines Hundes. Seine Lebensgefährtin wollte schnellstmöglich wieder einen Vierbeiner. Peil durfte aussuchen. Für ihn stand von vorneherein fest: Ein Tierheimhund sollte es sein, der sonst niemanden hat und außerdem schon etwas älter ist. "Mit Mitte 60 hole ich mir keinen jungen Hund mehr ins Haus. Man weiß ja nie, was mit einem selbst in zehn Jahren ist."

Quelle: Audrey-Lynn Struck

Schicksal von Barri aus Polen bewegt Peil

Unter der Rubrik "Senioren für Senioren" auf der Internetseite des Celler Tierheims wurde das Paar, das vorwiegend in Hannover lebt, schnell fündig. Die einäugige Hündin Barra – Spitzname Barri – sprang Peil sofort ins Auge, ihr Schicksal bewegte ihn. Sie hatte acht Jahre lang in einem Tierheim in Polen gelebt, ehe sie nach Celle kam. Auch der aufgeweckte Hund Terry war dem gebürtigen Wietzer schnell sympathisch. "Ich habe sofort gedacht: Den Verrückten kriegst du auch noch klein", scherzt Peil.

Lange Gassirunden mehrmals die Woche

Dann begann die Kennlernphase. Mehrmals die Woche fuhr der Steuerfachangestellte nach Celle und ging mit den beiden Gassi – manchmal stundenlang. "Die im Tierheim haben schon gedacht: Der kommt nicht mehr wieder", erzählt Peil lachend. Rund 1500 Kilometer fuhr er für die Hunde. Doch erst im neuen Zuhause zeigten die Vierbeiner langsam ihren wahren Charakter. "Barri war im Tierheim am Anfang super hektisch und Terry war auch total durch den Wind." Nach nur zwei Wochen in Hannover waren sie jedoch wie ausgewechselt. Ruhig, ausgeglichen und sehr gelehrig.

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Hunde lernen auf Spaziergängen Kommandos

Ab und zu geht Peil mit den Hunden einzeln, um ihnen noch besser Kommandos beizubringen. Sitz und Platz klappt schon tadellos, und auch während des Spaziergangs gehen die Hunde brav an seiner Seite. "Ich würde jedem empfehlen, ein Tier aus dem Tierheim zu nehmen. Vielleicht nicht immer als Ersthund, denn einige sind etwas kompliziert", gibt Peil zu und spielt damit auch auf das Erlebnis an, als Barri verschwand.

Quelle: Audrey-Lynn Struck

Nur ein paar Tage später errichtete er einen hohen Zaun um das Grundstück. Er reicht bis in die Erde, damit auch Terry nicht auf die Idee kommt, sich unter dem Zaun durchzubuddeln. Seitdem sind die Hunde nie wieder abgehauen. Aber warum auch? Sie haben schließlich endlich ein neues Zuhause gefunden.

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