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Aus dem Landkreis Urlauber kehren zurück ins Celler Land
Celler Land Aus dem Landkreis

Urlauber-Ansturm zu Pfingsten: Touristen zieht es wieder in den Landkreis Celle

10:56 25.05.2021
Von Christian Link
Foto: Kanutouren, Reiturlaub und Gastro-Besuche sind im Landkreis Celle wieder möglich. Der Tourismus lebt seit Pfingsten wieder auf.
 Kanutouren, Reiturlaub und Gastro-Besuche sind im Landkreis Celle wieder möglich. Der Tourismus lebt seit Pfingsten wieder auf. Quelle: Christian Link
Celle

So viele Urlauber hat die Südheide lange nicht gesehen: Übers verlängerte Pfingstwochenende hat das Touristenaufkommen den bisherigen Jahreshöhepunkt erreicht. Vor allem die Campingplätze waren beliebt, aber auch einige andere Herbergsbetriebe stießen endlich mal wieder an die Kapazitätsobergrenze, die derzeit bei 60 Prozent liegt. Bei den Gastronomen hielt sich die Freude allerdings in Grenzen.

Ostfriesen erkunden die Südheide (von links): Gesa, Jule, Neele und Achim Bruns aus Norden verbringen zusammen mit ihren Isländern Heimalingur (links) und Hrysla über Pfingsten Reitferien auf dem Traumzeithof in Dalle. Quelle: Christian Link

Kurzfristig hatte Familie Bruns aus Norden eine Reit- und Entspannungsurlaub auf dem Traumzeithof Dalle gebucht. „Wir beide sind Fahrrad gefahren, während unsere beiden Mädchen auf diesem traumhaften Gelände ausgeritten sind“, schildert Mutter Gesa Bruns den Samstag, an dem sie zum ersten Mal die Stadt Celle besucht hat. „Man musste fast überall anstehen, weil die Kundenanzahl begrenzt ist, aber das wir nicht schlimm“, meint die Ostfriesin, die die Fachwerkstadt und vor allem das waldreiche Umland gut in Erinnerung behalten wird. „So etwas haben wir zu Hause nicht.“

Ostfriesen von Südheide begeistert

Ehemann Achim ist auch von den vielen Schnelltestzentren überrascht: „Das ist hier wirklich gut organisiert.“ Dadurch sei der Einkaufsbummel in Celle für die vier Nordener leicht gewesen und auch der lange geplante Besuch im Wildpark Müden sei trotz Corona-Beschränkungen toll gewesen. „Wir hatten schon Anfang des Jahres einen Unterstützergutschein gebucht“, sagt Gesa Bruns.

Verbringen über Pfingsten einen Zelt- und Kanuurlaub im Landkreis Celle: Nore, Hanne, Klara, Adele und Michael (links von vorne) sowie Joscha, Mirco und Peter (rechts von vorne) aus Detmold. Quelle: Christian Link

Die Familien Roppel und Eckert aus Detmold änderten ebenfalls kurz vor Pfingsten ihre Urlaubspläne. Der gemeinsame Zelt- und Kanuurlaub hat zwar schon lange Tradition. „Wir machen das seit 25 Jahren“, sagt Michael Eckert. Doch auf den Campingplatz Alvern verschlug es die Ostwestfalen zum ersten Mal und eher zufällig. „Wir wollten eigentlich wild zelten, aber wegen des Wetters hat das nicht geklappt“, verrät Hanne (10 Jahre).

Touristen können wieder Kanufahren und Zelten

Höhepunkt des gemeinsamen Urlaubs war eine Kanutour von Baven nach Eversen am Pfingstmontag. „Auf dem Campingplatz gibt es einen See. Da haben wir mit den Booten geübt, damit wir fürs Kentern bereit sind“, sagt die neunjährige Nore. Auf der Örtze sei aber keiner von ihnen nass geworden, dafür haben die Kinder im Teich des Campingplatzes gebadet. „Das Wasser war sehr angenehm“, sagt Adele, die mit ihren zwölf Jahren schon eine geübte Paddlerin ist. „Seit ich vier bin, saß ich schon im Kanu“, sagt sie. Und auch Nore hat beim Schwimmen nicht gefroren. Wie das? „Ich hatte einen Neoprenanzug und darunter noch einen Badeanzug an.“

Von Meyerhöms Bauernstube zurück nach Berlin

Greta Burkhardt aus Berlin besuchte übers Pfingstwochenende ihren Freund Oliver Hoffmann im Celler Nordkreis, der eigentlich auch aus der Hauptstadt kommt, aber in Faßberg bei der Bundeswehr arbeitet. „Es ist hier entschleunigend, erholsam und es gibt gute, frische Luft“, lobt die Hauptstädterin die Südheide. „Es ist wunderbar. Man trifft unterwegs keinen Menschen.“

Steffi Utecht (Mitte) hat am Pfingstmontag zwei Berliner zu Gast: Greta Burkhardt feiert zusammen mit Oliver Hoffmann ihren 33. Geburtstag im Biergarten von Meyerhöms Bauernstube in Beckedorf. Quelle: Christian Link

Zu Burkhardts 33. Geburtstag am gestrigen Pfingstmontag mischten sich die beiden Berliner aber unter die Leute. Den letzten gemeinsamen Nachmittag verbrachten die beiden im Biergarten von Meyerhöms Bauernstube. „Danach geht es nach Unterlüß zum Zug. Ich muss morgen wieder arbeiten“, bedauert das Geburtstagskind.

Gastronomin Steffi Utecht hätte gerne mehr Gäste wie diese beiden, doch die Branche steckt weiter in der Coronakrise. „Es ist nicht nur das Wetter, das die Leute abschreckt, sondern auch die Testpflicht“, sagt Utecht. Den Biergarten will sie deswegen bis zur nächsten Corona-Verordnung wieder schließen und nur Außer-Haus-Verkauf anbieten. Utecht: „Es macht keinen Sinn den Biergarten zu öffnen, wenn man nicht die Option hat, bei schlechtem Wetter reinzugehen. Außerdem mache ich den ganzen Tag nichts anderes als die Einlasskontrolle.“

Christopher Menge 25.05.2021
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