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Aus dem Landkreis Die wichtigsten Informationen für Geflüchtete
Celler Land Aus dem Landkreis

Ukrainer in Celle: Die wichtigsten Informationen für Geflüchtete

16:00 24.03.2022
Von Benjamin Behrens
Die Notunterkunft im Hehlentorstift ist die erste Anlaufstelle für Menschen aus der Ukraine im Kreis Celle. 
Die Notunterkunft im Hehlentorstift ist die erste Anlaufstelle für Menschen aus der Ukraine im Kreis Celle.  Quelle: Gunther Meinrenken (Archiv)
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Celle

„Laskavo prosymo do Celle“ – übersetzt „Willkommen in Celle“: Der Landkreis Celle ist zum Zufluchtsort für hunderte Menschen aus der Ukraine geworden. „Derzeit haben wir eine sehr dynamische Lage, daher sind Zahlen, die wir haben schnell wieder veraltet“, sagt Landkreissprecher Tore Harmening. Nach Informationen des Landkreises vom 23. März sind bislang rund 900 Flüchtlinge aus der Ukraine im Landkreis Celle aufgenommen worden.

Hier haben wir die wichtigsten Anlaufstellen, Informationen und Kontaktdaten für Geflüchtete aus der Ukraine zusammengestellt. Auch für alle, die Geflüchtete, aufnehmen, können die Informationen nützlich sein.

Ось українська версія статті.

Erste Station im Landkreis Celle

Von der zentralen Verteilstation auf dem Messegelände Hannover in Laatzen verteilt die zentrale Landesaufnahmebehörde Geflüchtete – auch nach Celle. Die Erstaufnahmerichtung in Celle ist das Hehlentorstift, ein leerstehendes Alten- und Pflegeheim.

Wie lange darf man bleiben?

Als ukrainischer Staatsbürger können Sie für einen Kurzaufenthalt von maximal 90 Tagen visumfrei nach Deutschland einreisen. Auch danach benötigen Sie bis zum 23. Mai 2022 keinen Aufenthaltstitel, um sich rechtmäßig in Deutschland aufzuhalten. Nach Ihrer Einreise können Sie sich also ganz in Ruhe darum kümmern, einen Aufenthaltstitel bei der Ausländerbehörde zu beantragen. Der Schutz gilt für ein Jahr, kann jedoch um insgesamt zwei weitere Jahre verlängert werden.

Telefonieren und das Internet nutzen

Anrufe und SMS von Deutschland in die Ukraine sind bei den Mobilfunkanbietern Telekom, Vodafone und O2 gratis. Für Geflüchtete aus der Ukraine sind ab sofort auch in den Telekom-Shops kostenlose SIM-Karten erhältlich. Pro Flüchtling wird eine Karte ausgegeben. Zwecks Legitimation ist die Vorlage von gültigen ukrainischen Ausweisdokumenten Voraussetzung. Der Grund: In Deutschland dürfen SIM-Karten aufgrund gesetzlicher Vorschriften nur personalisiert zur Verfügung gestellt werden.

Die Aktivierung der Karten erfolgt binnen 24 Stunden nach der Ausgabe. Die SIM-Karten ermöglichen unbegrenzte Telefonie, auch die Datennutzung ist nicht limitiert. Alle weiteren Informationen können die Nutzer einem Flyer entnehmen, der in den Shops in ukrainischer, deutscher und englischer Sprache ausliegt.

O2 Telefónica stellt 10.000 Prepaid-SIM-Karten und 2.000 WLAN-Router für mobile Internetverbindungen, Vodafone stellt ebenfalls 10.000 SIM-Karten und 10.000 Giga-Cube-Zugangspunkte, die für Unterkünfte gedacht sind. Die Verteilung wird mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie den großen Hilfsorganisationen gemeinsam koordiniert.

Adressen: Telekom-Shop, Zöllnerstraße 21; Vodafone-Shop Zöllnerstraße 25; O2 Zöllnerstraße 26.

Corona-Impfung und Tests

Auch ohne Krankenversicherung haben Geflüchtete Anspruch auf eine Impfung gegen das Coronavirus. Achtung: In Deutschland werden nur Impfungen anerkannt, die mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff wie Biontech, Moderna, AstraZeneca oder Novavax geimpft wurden. Die Sputnik V oder die Präparate von Sinovac oder Sinopharm haben keine EU-Zulassung. In solchen Fällen wird eine erneute Impfung nötig. Der Status als Geimpfter ist für Besuche in Restaurants, Cafés und Veranstaltungen nötig.

Auch ohne Krankenversicherung haben Ukraine-Geflüchtete Anspruch auf einen PoC-Antigentest.

Die Corona-Warn-App nutzen

In der Corona-Warn-App des Robert-Koch-Instituts können Impfnachweise hinterlegt werden. Auch aktuelle Corona-Tests kann man hier speichern und vorzeigen. Die Hauptfunktion der App ist zu erkennen, ob man Kontakt zu einer infizierten Person hatte, dazu muss Bluetooth aktiviert sein. Die App ist kostenlos und auch in den ukrainischen App-Stores von Apple und Android zu finden.

Bus und Bahn fahren

Ukrainer und Ukrainerinnen können die Busse der CeBus kostenlos nutzen. Als Fahrtberechtigung gilt ein ukrainischer Pass oder ein vergleichbares Ausweisdokument. Mitreisende Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren benötigen keinen Ausweis.

In der Region Hannover dürfen die öffentlichen Verkehrsmittel der Üstra, Regiobus und der Deutschen Bahn (Bus, Stadtbahn, Züge) ebenfalls mit einem entsprechenden Dokument genutzt werden. Ausländer, die aus der Ukraine geflüchtet sind und keine ukrainischen Papiere besitzen, werden aus Kulanz befördert, teilt die Stadt Hannover mit. Die Züge von Metronom, Enno und Erixx dürfen Sie ebenfalls entgeltfrei nutzen.

Menschen aus der Ukraine können mit der Deutschen Bahn (DB) ohne Ticket nach Berlin, Dresden, Nürnberg und München reisen. Wenn Sie von dort weiterfahren möchten, erhalten Sie im DB Personen Service Center oder in der DB Agentur ein kostenloses „helpukraine“-Ticket, mit dem Sie in der 2. Klasse an Ihr gewünschtes Ziel gelangen.

Wichtige Telefonnummern

Rettungsdienst und Feuerwehr: 112
Polizei: 110

Hotline der Landesaufnahmebehörde: +49 511 728 22 82
(Montag bis Donnerstag von 9 bis 15.30 Uhr, Freitag 9 bis 12 Uhr),
E-Mail: service-ukraineanfragen@lab.niedersachsen.de
Generalkonsulat der Ukraine in Hamburg: +49 40 22 94 98 11
(Montag, Mittwoch,
Donnerstag, Freitag von 15 bis 16.30 Uhr; Dienstag 10 bis 11.30 Uhr),
E-Mail: gc_deg@mfa.gov.ua

Private Initiativen, die Flüchtlinge etwa von der Grenze oder aus der zentralen Verteilstation in Laatzen abholen, sollten unterbleiben. Darauf weist die Celler Kreisverwaltung hin.

Nützliche Links

www.bahn.de/info/helpukraine

DRK-Suchdienst vor Ort in Celle:

www.drkcelle.de/suchdienst.html

Aktuelle Infos zur Ukraine-Krise über die Webseite des DRK-Bundesverbandes:

www.drk.de/hilfe-weltweit/wo-wir-helfen/europa/ukraine-krise-humanitaere-hilfe

Internationale Suche:

www.drk-suchdienst.de/wie-wir-helfen/suchen/internationale-suche/trace-the-face

Suche per Online-Fotogalerie, Trace the face:

www.drk-suchdienst.de/wie-wir-helfen/suchen/internationale-suche/trace-the-face

Hilfe und Unterstützung für geflüchtete Menschen aus der Ukraine [Live-Blog]:

https://drk-wohlfahrt.de/blog/eintrag/hilfe-und-unterstuetzung-fuer-gefluechtete-menschen-aus-der-ukraine

Hilfeportal der Bundesregierung:

www.germany4ukraine.de/hilfeportal-de

Jürgen Poestges 24.03.2022
Benjamin Behrens 23.03.2022