Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Aus dem Landkreis Trockenheit setzt Celler Jungstörchen zu
Celler Land Aus dem Landkreis Trockenheit setzt Celler Jungstörchen zu
13:25 13.06.2010
Erstmals seit 1963 werden im Celler Stadtgebiet in diesem Jahr auf einem Baum an der Fritzenwiese wieder zwei Jungstörche flügge, sehr zur Freude des Celler Weißstorchbeauftragten Hans Jürgen Behrmann.
Erstmals seit 1963 werden im Celler Stadtgebiet in diesem Jahr auf einem Baum an der Fritzenwiese wieder zwei Jungstörche flügge, sehr zur Freude des Celler Weißstorchbeauftragten Hans Jürgen Behrmann. Quelle: Peter Müller
Landkreis Celle

In Großmoor und Winsen gibt es dieses Jahr keine Jungstörche. Behrmann vermutet, dass bei Nestkämpfen die Eier zerstört wurden. In Ahnsbeck und Oldau wurde die Brut abgebrochen, hier glaubt der Storch-Experte, dass taube Eier bebrütet wurden, was ein Zeichen für zu junge Altstörche wäre. In Altencelle warfen die Eltern einen der drei Jungstörche aus dem Nest, er hatte Glück, landete auf einer Wiese und wird jetzt im Artenschutzzentrum Leiferde großgezogen.

In Nienhagen ziehen die Altstörche zurzeit ein Junges groß, auch hier vermutet Behr­mann, dass ursprünglich mehr Eier im Nest lagen. Der Nachwuchs der Wienhäuser Klosterstörche wurde von vier auf zwei reduziert, von vier einen eins ging der Nachwuchs in Langlingen zurück, von vier auf zwei in Hohne. In Jeversen hat von drei kleinen Störchen bis jetzt einer überlebt, in Hornbostel von drei zwei.

Freude macht Behrmann das Storchenpaar an der Fritzenwiese. Es zieht zwei Junge auf einem Baum groß, zum letzten Mal wurden 1963 Störche in Celle flügge, damals auf einem Nest in Bahnhofsnähe.

Das trockene Frühjahr, bei dem die Regenwürmer, die Hauptspeise für Jungstörche, ausblieben, und die Schafskälte führten zu der hohen Jungensterblichkeit. 1,08 Jungstörche pro Brutpaar sind nach Behrmanns Worten ein extrem niedriger Wert. Als weiteren Grund nennt er den Verlust von Nahrungsflächen: immer mehr Grünland werde dem Maisanbau für Biogasanlagen geopfert.

Von Joachim Gries