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Aus dem Landkreis Tourismus: Neuordnung beschlossen
Celler Land Aus dem Landkreis Tourismus: Neuordnung beschlossen
10:00 30.06.2010
Landkreis Celle

„Die Besucherströme im Tourismus ordnen sich neu. Es wäre töricht, dass zu verschlafen“, sagte der FDP-Fraktionschef Edmund Riggers. In der neuen Struktur der Tourismusvermarktung, die der Kreistag beschlossen hat, sieht er den Weg nach vorne. Auch Hans-Georg Ratsch-Heitmann (CDU) sah mit der veränderten Ordnung, die Chance „den Markt noch stärker zu durchdringen“.

In der neuen Form wird die Lüneburger Heide GmbH die Dachmarke als oberste Ebene weiter betreuen. Gleichzeitig darf sie bei der Vermarktung im Landkreis Celle durch eine Außenstelle mitmischen. Sie wird ihren Sitz in Hermannsburg bekommen, wohl auch um deutlich zu machen, dass sich diese Ebene von der Stadt abhebt und auf den gesamten Landkreis konzentriert. Die einzelnen Kommunen werden ihre Tourismusförderung vor Ort wieder in die eignen Hände nehmen.

Der Einfluss der Lüneburger Heide GmbH wird dadurch wachsen. Aber der SPD-Fraktionsvorsitzenden Maximilian Schmidt machte in seinem Redebeitrag deutlich, dass das kein Freibrief ist. „Für Tourismus muss man Geld in die Hand nehmen, aber das hat Grenzen und muss sich auch in den Zahlen der Übernachtungen niederschlagen“, sagte Schmidt.

Übernachtungszahlen 2010 bisher eher mau: In diesem Bereich hat seit der Einrichtung der Lüneburger Heide GmbH eher ein Rückschritt für Celle stattgefunden. Während im Jahr 2009 in der Heide insgesamt ein Plus zu verbuchen war, sanken die Zahlen in Celle um 0,6 Prozent. Auch in diesem Jahr liegt das Ergebnis bisher nicht im Plan. Bis April verbuchte der Landkreis Celle zwar einen Zuwachs bei den Übernachtungen um 0,9 Prozent. In Niedersachsen insgesamt aber stieg die Zahl der Übernachtungen im gleichen Zeitraum um 1,9 Prozent. Celle liegt damit wieder hinter dem Schnitt.

Die SPD will sehen, ob sich das neu gewählte Modell in den kommenden Jahren bewährt. Der Fraktionsvorsitzende Schmidt forderte deshalb vor der Verabschiedung in spätestens zwei Jahren „eine Evaluation zu machen, was die Umstellung gebracht hat und dann geht es nicht nur darum, alles schön zu präsentieren“, so Schmidt.

Die Grünen meldeten sich in der Debatte ebenfalls zu Wort: Die Fraktionsvorsitzende Annegret Pfützner bemängelte, dass die Kosten für die Gemeinde nicht transparent aufgeschlüsselt sein. Außerdem hatte sie Sorge, dass dem Tourismus in den kommenden Jahren Gefahr durch den Bau von Mastställen drohe.

Kreis kostet Neuordnung 200000 Euro: Die Einigung, die jetzt vom Kreistag abgesegnet wurde, kostet den Landkreis eine Menge Geld. Mit 200000 Euro wird der Haushalt jedes Jahr belastet. Anders als noch in der alten Struktur, müssen diese Mittel jetzt jedes Jahr über den Haushalt bestätigt.

Personal soll erhalten bleiben: Durch die Neuordnung werden einige Angestellte der TRC einen neuen Arbeitgeber bekommen. Der Fall ist das unter anderem in Winsen, Hermannsburg, Wienhausen und der Stadt Celle, wo die Außenstellen wieder im Gemeindehand kommen. Ob alle Stellen erhalten werden, ist noch unklar. Mit dem Beschluss im Kreistag ist die Reform beschlossen, denn alle anderen Kommune hatten bereits zugestimmt. Als letztes votierte Faßberg in seiner Ratssitzung für die Umstrukturierung.

Von Tore Harmening