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Aus dem Landkreis Gehirntumor: Ralf kämpft um sein Leben
Celler Land Aus dem Landkreis

Spendenaktion für Therapiekosten: Ralf aus Unterlüß kämpft um sein Leben

10:00 25.05.2021
Von Christopher Menge
Ralf Stark kämpft um sein Leben, er hat einen Gehirntumor. Nun sammeln seine Frau und Tochter Spenden für eine Therapie.
Ralf Stark kämpft um sein Leben, er hat einen Gehirntumor. Nun sammeln seine Frau und Tochter Spenden für eine Therapie. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
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Unterlüß

Erst verzog Ralf Stark grinsend das Gesicht, ohne dass er das wollte, dann konnte der Unterlüßer plötzlich nicht mehr schreiben, hatte heftige Kopfschmerzen und Angstzustände. Zunächst gingen die Ärzte von Depressionen oder Migräne aus, nach einem MRT gab es dann die niederschmetternde Diagnose: Glioblastom. „Das ist ein Tumor des Gehirns, der sehr schnell wächst und hoch aggressiv ist“, sagt seine Tochter Cindy Zschiesche, die nun Spenden für eine Therapie sammelt. Unter dem Motto „Ralf will leben“ bittet die 36-Jährige gemeinsam mit ihrer Stiefmutter Helma Jachmann, der Ehefrau von Ralf Stark, um Unterstützung.

Gliobastom kommt selten vor

Nach Angaben des Ärtzeblattes ist Gliobastom zwar der häufigste hirneigene Tumor bei Erwachsenen, aber er komme mit einer Inzidenz von fünf bis sieben auf 100.000 Einwohner selten vor. „Die Standard-Therapie, bestehend aus Operation, Bestrahlung und Chemotherapie ist leider selten nachhaltig erfolgreich, da es meist zu einer Rezidiv-Bildung kommt, das heißt, es bildet sich nach kurzer Zeit ein neuer Tumor“, sagt Zschiesche. Ihr Vater habe eine Lebenserwartung von noch maximal zwei Jahren prognostiziert bekommen.

Auch bei Ralf Starks Hündin Sally wurde ein Tumor gefunden. Doch anders als bei dem Frührentner war er gutartig und konnte entfernt werden. Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Ralf Stark bekommt er erst OP, dann Chemotherapie

Das war im März 2020. Am 1. April 2020 wurde Ralf Stark das erste Mal am Kopf operiert, im Dezember endete die Chemotherapie und Bestrahlung. Doch bei den folgenden MRT-Untersuchungen wurde erneut Tumormasse festgestellt. Vor drei Wochen folgte die nächste Operation mit hoher Schlaganfallgefahr, nun läuft wieder eine Chemotherapie. „Mein Vater ist sterbenskrank, bekommt wegen der Schmerzen sogar Cannabis“, sagt Zschiesche.

Hoffnung auf Therapie von Professor Halatsch

Sie ist auf die Therapie von Professor Dr. Marc-Eric Halatsch von Uniklinik Ulm gestoßen. „Wir setzen eine große Hoffnung auf seine CUSP9v3-Therapie, welche aus neun verschiedenen Medikamenten-Wirkstoffen besteht, die im Einzelnen für sich schon länger in der Medizin für andere Erkrankungen verwendet werden“, berichtet Zschiesche. „Der Erfolg ist vielversprechend, bei der Hälfte der Studienteilnehmer stoppte das Tumorwachstum.“

Ralf Stark kämpft um sein Leben, er hat einen Gehirntumor. Nun sammeln seine Frau und Tochter Spenden für eine Therapie. Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Doch die Kosten für die Behandlung sind hoch, liegen monatlich bei etwa 3000 Euro. „Die Krankenkasse übernimmt maximal einen Teil, wir können es einfach nicht allein stemmen“, sagt Zschiesche. „Bitte helfen Sie uns, damit wir vielleicht noch ein wenig Zeit zusammen haben können.“

Sterbenskranker Mann möchte Einschulung von Enkeltochter erleben

Ralf Stark träumt davon, die Einschulung seiner Enkeltochter zu erleben. Lilly ist gerade vier Jahre alt geworden. „Und er möchte unbedingt nochmal nach Grömitz. Die geplante Fahrt nach der Chemo im Dezember musste aufgrund von Corona abgesagt werden“, erzählt seine Tochter traurig.

Ralf Stark möchte noch unbedingt die Einschulung seiner Enkeltochter miterleben. Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Es ist eine schwere Zeit, die die Familie durchmacht. „Alles war ganz normal, bis sich im März 2020 alles änderte“, sagt Zschiesche. Fast zeitgleich zu der Diagnose bei ihrem Vater sei auch bei dessen Hund Sally ein Tumor festgestellt worden. „Der war aber gutartig und wurde entfernt“, erzählt Zschiesche. Der Hund sei für den Frührentner das Ein und Alles.

Familie von Unterlüßer sammelt Spenden über Betterplace

„Ich kann mit nicht vorstellen, dass er nicht mehr da ist“, sagt Cindy Zschiesche über ihren Papa, der großer Elvis-Presley-Fan ist. Aus Berlin kam die Familie vor einigen Jahren nach Unterlüß. Eigentlich wollte Ralf Stark, der neben Enkeltochter Lilly auch noch neun Enkelkinder von zwei Stieftöchtern hat, die Eltern seiner Ehefrau im Alter pflegen. Doch nun braucht der 57-Jährige selbst Hilfe, um noch ein paar Jahre leben zu können.

Spenden

Wer die Familie und Ralf Stark unterstützen möchte, kann hier spenden. 

Christian Link 23.05.2021
Christian Link 23.05.2021